Die Beschäftigung mit den eigenen Finanzen und überhaupt das Streben nach finanzieller Freiheit sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz bei der Gesamtbevölkerung nicht besonders populär. Zum Glück gibt es da Blogs wie meinefinanziellefreiheit.com oder 110prozent.club, die den Menschen helfen wollen finanziell unabhängig zu werden und mit reichlich Informationen aufwarten können.

Bei der Planung des Ruhestands und der finanziellen Freiheit oft Fehler gemacht, die das Ziel wohl schwer erreichbar machen. Gleichzeitig treten viele Fragen immer wieder auf und man könnte leicht eine „best of questions Sammlung“ erstellen. Da ich selbst keine Feldstudie hierzu gemacht habe, freue ich mich, dass Henning hier seine Erfahrung teilen wird. Hennig betreibt den Blog 110prozent.club und ist nach eigener Definition Ruhestandsberater. Er bekämpft also tagtäglich die genannten Fehler und beantwortet die häufig gestellten Fragen. Danke für die Bereitschaft, diesen Gastartikel zu verfassen, Henning. Jetzt wünsche ich aber viel Spaß beim Lesen!


Als Ruhestandsplaner kann ich in der Tat von den häufigsten Fehlern in Sachen Planung des Ruhestands bzw. der finanziellen Freiheit berichten:

Fehler #1: Ziele werden nicht definiert

Der größte und häufigste Fehler bei der Ruhestandsplanung ist, dass der Anleger sich kein Ziel setzt. Ein Ziel ist äußerst wichtig um auch mal schwierigere Zeiten auszusitzen, weiter zu investieren und weiter am Ball zu bleiben. Ziel meint hier einen Betrag oder aber auch einen Zielhorizont zu definieren.

Beispiel: Du hast ein Ziel definiert, das 10 Jahre in der Zukunft liegt. Nun gibt es eine Finanzmarktkrise 4 Jahre nach dem Du investiert hast. Ohne Ziel wirst Du wahrscheinlich sehr schnell aufgeben und frustriert sein. Wenn Du weißt wofür Du das gerade sparst, wirst Du weitermachen, weil sich Deine Einstellung verändert hat und Du zielorientiert vorgehen kannst.

Fehler #2: Halbherzige Risikoeinstufung

Die meisten Finanzdienstleister oder auch Banken erfüllen zwar die rechtlichen Voraussetzungen aber ermitteln die Risikobereitschaft eher für die Erfüllung der Anforderungen der Aussichtsbehörden und nicht für den Anleger.
Eine Risikobetrachtung sollte immer auch beinhalten, was im schlimmsten Fall (einem Crash) passieren würde. Oder auch: Wie lange würde es dauern bis das investierte Kapital wieder zur Verfügung steht?

Fehler #3: Früher und jünger anfangen zu sparen

Viele junge Menschen fangen heute schon deutlich früher an zu sparen und sind sehr gut informiert. Häufig ist der Anfang direkt nach der Schule oder Studium gemacht.
Es gibt aber auch die, die immer eine Ausrede haben, nicht zu sparen. Sie fangen einfach nicht an und bekommen den „Absprung“ nicht hin. Immer ist etwas anderes in der Prioritätenliste weiter oben als der Vermögensaufbau.
Lass endlich die Ausreden sein und fange an, auch wenn Deine Sparrate noch so klein sein mag!

Fehler #4: Disziplin

Disziplin und Ausdauer sind die Erfolgsgaranten für das Erreichen Deiner Ziele. Und genauso ist es beim Sparen. Warum sind wohl 9 von 10 Millionäre mit Immobilien reich geworden? Ganz einfach – Immobilien-Investments zwingen einen zur Disziplin und zur Ausdauer. Eine Aktie oder ein ETF ist mal schnell gekauft aber auch schnell wieder verkauft.

Fehler #5: Emotionen vernichten Kapital

Viele Anleger können Ihre Emotionen nicht von der Entwicklung der Märkte trennen. Die direkte Reaktion auf Veränderungen an der Börse führt bei Investoren häufig zu falschen Entscheidungen.

Wichtiger als die Schwankungen ist Deine Strategie, Dein Ziel, Dein Plan und das Du daran festhältst. Trenne Deine Emotionen von Deinen Investments.
Hier kannst Du erfahren wie es funktioniert!

Neben diesen oft gemachten Fehlern – die Lesern dieses Artikels nicht mehr passieren sollten 😉 – begegnen mir in meinem beruflichen Alltag einige Fragen, die sich mit großer Häufigkeit wiederholen. Nichts ist also sinnvoller, als diese einmal zu sammeln und zu beantworten! Hier findest Du die häufigsten Fragen, die mir gestellt werden in Bezug auf Aktien, Immobilien und Finanzen.

Frage #1: Wie viel soll ich denn zur Seite legen?

Das kommt auf Deine Ziele an. Du solltest Dir einen Investmentplan schreiben oder schreiben lassen in dem alle Deine Ziele festgehalten sind mit Zeithorizont und ungefährer Höhe. Dann schnappst Du Dir einen Zinseszinsrechner (einfach googeln) und berechnest Deine Sparrate.

Frage #2: Welche Renditen kann ich annehmen?

Bei Aktien würde ich langfristig mit 6-9% p.a. rechnen. Für mich persönlich wähle ich immer 7% und bei Anleihen 0% genauso wie bei Tagesgeldkonten.

Immobilien solltest Du exakt berechnen. Hier hilft Dir Excel oder ein Experte.

Frage #3: Was wenn ich gar kein Ziel habe?

Ganz ehrlich, dann hast Du noch nicht richtig gesucht. Horche in Dich rein und fange an aufzulisten welche Dinge Du gerne magst und welche nicht so gerne. Alex Fischer hat in seinem Buch dazu eine hervorragende Methode.

Frage #4: Hilfe – meine Ziele sind so hoch, dass ich sie gar nicht erreichen kann!

Du kannst jedes Ziel erreichen. Es ist nur eine Frage von Engagement und Zeit. Wenn Du nur 15 Minuten täglich aufwendest, erreichst Du irgendwann Dein Ziel. Wenn Du 30 Minuten aufwenden kannst, geht es natürlich doppelt so schnell!

Frage #5: Wie viel darf mich eine Geldanlage kosten?

Aktive Fonds haben sehr hohe Kosten. Sowohl einmalig als auch laufend. ETFs/Indexfonds haben in der Regel keine einmaligen Gebühren und die laufenden Kosten sind sehr gering. Generell sollten bei Dir alle Alarmglocken angehen, wenn mehr als 1,5% an jährlichen Kosten anfällt.

Alleine diese 1,5% p.a. laufenden Gebühren kosten Dich über 10 Jahre 38.851€! Eine ganze Menge Geld, das Du auch für Deine finanzielle Freiheit verwenden könntest. Diesen Kosteneffekt kann man sehr schön an Hand folgender Grafik ablesen. Hier wird eine Anlage ohne Kosten (rote Linie) und eine Anlage zu 1,5% p.a. (blaue Linie) verglichen.

Kostenvergleich

Daher: Halte die Kosten möglichst gering und akzeptiere sie nur in geringst nötigem Umfang!



Zum Abschluss möchte ich darauf hinweisen, dass Banken wohl auch gar kein ehrliches Interesse daran haben werden, dass Ihre Kunden ihre finanziellen Ziele erreichen. Wenn man sich heute mit einem Banker im Ruhestand unterhält, war das nicht immer so. Und genau hier rührte in der Vergangenheit auch der gute Ruf eines Bänkers her. Es wurde nie so produktorientiert verkauft wie heute. Es ging um die ganzheitliche Lösung des Kundenproblems. Notfalls wurde auch der Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt und Notar des Kunden mit einbezogen. Heute wird das nur noch für sehr, sehr vermögende Personen arrangiert.

Ehrlichkeit, Ganzheitlichkeit, Partnerschaft und die Lösung an sich sollten immer im Vordergrund stehen. Wenn Du diese Eigenschaften immer prüfst, kannst Du auch die Qualität der vorgeschlagenen Lösungen beurteilen.

Mir bleibt nur noch, mich herzlich bei Henning für seinen Gastbeitrag zu bedanken. Den Lesern von meinefinanziellefreiheit.com sollten die genannten fünf Fehler nicht mehr passieren und zudem sind auch die Antworten auf die fünf häufigsten Fragen nun gesammelt beantwortet.

Wie immer freue ich mich über Kommentare! Fallen Euch weitere Fehler bzw. Fragen ein? Was war Euer größter Fehler, aus dem Ihr das meiste gelernt habt?

Zuletzt noch ein Hinweis in eigener Sache: Du erreichst meinefinanziellefreiheit künftig auch auf Facebook – hier ist der Link zur Facebook-Page!  
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4 Gedanken zu “Planung der finanziellen Freiheit: Die 5 größten Fehler und die 5 häufigsten Fragen

  1. Schöner Artikel.

    Ja ich kann nur zustimmen, wer früher anfängt richtig zu Investieren hat am Ende mehr davon und erreicht sein Ziel auch wesentlich früher. Ich habe leider 10 Jahre verstreichen lassen. Aber es ist nie zu spät.

    Und alle die sich unsicher sind ob sie wirklich ein (ETF) Invest tätigen sollen weil der Kurs aktuell vielleicht gut da steht, denen sei gesagt: „Der beste Zeitpunkt zum Investieren war gestern“ – Und so wird es immer sein, egal um welche Investition es sich handelt.
    Also informieren und handeln!

    Gruß Steven

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      1. Hi, dann hast du den Satz von mir oben nicht richtig verstanden. Er zielte gernau darauf aus das es den richtigen Zeitpunkt für früher oder später nicht gibt sondern immer „jetzt“ der richtige Zeitpunkt ist.

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