Ich wünsche Euch allen ein gutes Neues Jahr 2018! Mein erster Artikel im Neuen Jahr soll ganz und gar einem guten Start ins Neue Finanzjahr gewidmet sein. Fromme Wünsche und gute Vorsätze sind dabei leider völlig unzureichend – es wird darum gehen es konkret anzupacken und die ersten Schritte erfolgreich zu setzen. Denn jeder Wunsch, jeder gute Vorsatz und jeder Plan ist so lange nutzlos, bis er konkret in die Tat umgesetzt wird. Daher ist das Motto dieses Artikels: „Do Something!“ – und was das mit Euren Finanzen zu tun hat, findet Ihr in meinem heutigen Beitrag heraus.

Wir haben alle verschiedene Ziele, Wünsche, Vorsätze und Pläne. Doch leider passiert oft gar nichts. In Bezug auf die eigenen Finanzen könnte das bedeuten: mehr sparen, besser mit dem verfügbaren Geld umgehen, endlich die Pensionsvorsorge angehen, das Konto am Monatsende nicht überziehen (=österreichisch für den Disko-Kredit nicht in Anspruch nehmen ;-)) und so fort. Problem bei all den Wünschen ist nicht, dass sie unglaublich kompliziert umzusetzen sind. Es mangelt vielmehr oft nur daran, überhaupt anzufangen bzw. die ersten Schritte zu setzen. Schon der Volksmund sagt zurecht „Aller Anfang ist schwer“ … denn sind einmal die anfänglichen Hürden überwunden, die ersten Schritte gesetzt, kann meist ganz leicht fortgesetzt werden bzw. können auch Routinen entwickelt werden. Um einen konkreten Anfang zu schaffen und so tatsächlich etwas in Bezug auf Euer Finanzjahr 2018 zu bewegen, soll dieser Artikel unterstützten!

Auf Empfehlung meines Bloggerkollegen Pascal von fyoumoney.de habe ich das Buch „The subtle art of not giving a f*uck“ von Mark Manson gelesen. Darin wird das Do-Something-Prinzip beschrieben. Es gibt Lebensbereiche, um die man sich keine Gedanken machen soll (not give a f*ck) und solche, die wirklich bedeutsam sind (give a f*ck). Die Entscheidung, ob es sich um einen Lebensbereich handelt, der eine Rolle spielen soll oder nicht, soll ganz bewusst erfolgen. Soweit so gut und einfach. Sobald es sich um solch einen bedeutsamen Lebensbereich handelt, muss aber durch konkrete Handlungen – Do Something! – etwas bewegt werden. Nur durch das Lösen von Problemen und das konkrete Tätigwerden kann nämlich in diesen Lebensbereichen Zufriedenheit entstehen. Tätigkeit schafft also Zufriedenheit! Eine sehr passende Erkenntnis für auch für unsere Zwecke!

In Bezug auf die eigenen Finanzen und die finanzielle Freiheit hat das eine Reihe von Implikationen. Es müssen konkrete erste Schritte gesetzt werden, um die eigenen Finanzen unter Kontrolle zu bekommen und den Weg zur finanziellen Freiheit zu beginnen. Das habe ich schon in einigen früher erschienenen Artikeln geschrieben, diesmal geht es mir aber besonders um den allerersten Impuls, der Momentum schaffen soll. Ohne diese ersten Schritte wird es bei nutzlosen Plänen bleiben und es werden keine konkreten Verbesserungen Deiner finanziellen Situation eintreten – sorry! Auch hier gilt, dass nur Tätigkeit höhere finanzielle Zufriedenheit hervorrufen wird. Ich denke, dass es wichtiger ist mit konkreten ersten Schritten loszulegen, und im Lauf der Zeit zu lernen, statt das Tätigwerden zu Lasen komplizierter Pläne und Excel-Planungen aufzuschieben. Dieses Tätigwerden wird sich bei Finanzfragen stets auf drei breite Stoßrichtungen beziehen, und zwar

  • Schulden tilgen – Dies ist der wichtigste Schritt, um die eigenen Finanzen richtig in den Griff zu bekommen. Schulden wirken als negative Kraft gegen jegliche nachhaltige finanzielle Entwicklung. Die laufenden Zinszahlungen – so niedrig das derzeitige Zinsniveau auch sein mag – wirken wie ein symbolischer Mühlstein um den Hals des Schuldners. Sondersituationen wie der gehebelte Kauf von Immobilien seien hier jetzt nicht berücksichtigt, auch wenn auch dabei gilt, dass zuerst mit der Tilgung der Schulden gestartet werden sollte. Der erste Schritt muss daher stets das Tilgen von Schulden sein, egal ob Konsumschulden, Hypothekarschulden oder Darlehen im Freundschafts- und Familienkreis. Es muss daher immer Priorität Nummer eins sein, einen Tilgungsplan aufzustellen und mit der konkreten Abarbeitung des Plans auch tatsächlich zu beginnen.
  • Sparen – „Mehr Sparen!“ mag in der Tat wie der beliebteste aller frommen Wünsche klingen. Doch ist es mE beim Sparen besonders wichtig tatsächlich damit anzufangen und das Sparen dann zu automatisieren – dazu verweise ich gerne auf einen ganzen Artikel zu diesem Thema. Es geht also nicht um das Philosophieren, wie man mehr sparen kann, sondern um das tatsächliche tun. Es kann auch nicht angehen, dass jede Woche/jeden Monat wieder eine emotionale Kraftanstrengung unternommen werden muss, um einen Geldbetrag bei Seite zu legen. Der erste Schritt ist daher das Einrichten eines Dauerauftrags oder Sparplans, der am Monatsersten bereits automatisch einen Geldbetrag spart. Die folgenden Schritte sind dann automatisiert und quasi schmerzfrei – es muss weder daran gedacht werden, noch muss konkret etwas unternommen werden, um zu sparen. Meines Erachtens ist das Einrichten eines Dauerauftrags eine recht kleine Hürde, um den frommen Wunsch „Mehr Sparen!“ tatsächlich auf den Weg zu bringen.
  • Ertragreich investieren – Das mag wie eine besonderes hohe zu überwindende Hürde klingen! Wer nicht Experte bei Depots, Börse, ETFs & Co. ist, mag schnell abgeschreckt sein und es dabei bewenden lassen. Ich habe sehr gebildete und beruflich erfolgreiche Menschen getroffen, die in Punkto Investments ausschließlich auf ein Tagesgeldkonto vertrauen. Dabei sollte es nicht so kompliziert sein ein Depot bei einem Online Broker zu eröffnen und in einen breit diversifizierten ETF zu investieren. Viel mehr ist mE nicht zu berücksichtigen – sobald einmal begonnen wurde, kann ja auch weiteres Wissen aufgebaut werden, das jedenfalls leicht zugänglich ist. Dieser erste Schritt ein Depot zu eröffnen und einen ETF zu kaufen, ist glaube ich jedem zumutbar, der es so weit geschafft hat, dass er sich auf einen Finanzblog verirrt 😉

So mancher meiner Leser mag jetzt denken, dass es sich um banale erste Schritte und Fragestellungen handelt, die einen Personal Finance Guru nicht mehr beschäftigen mögen. Da sollte es dann doch eher nur mehr um die steuerliche Optimierung zwischen ausschüttenden und thesaurierenden ETFs gehen 😉 Ich persönlich bin nicht sicher, ob es sich tatsächlich um diese Fragen an der Kante handelt, die den größten Unterschied machen. Was wäre, wenn noch eine Reihe von Krediten zu tilgen ist oder eine Sparquote von nur 15% vorliegt, aber gleichzeitig die gerade genannten Optimierungen verfolgt werden? Vielleicht ist dann so mancher erster Schritt doch ganz sinnvoll…

Es fällt mir natürlich zugegebenermaßen etwas schwer auf die konkrete Situation jedes Einzelnen von Euch einzugehen, was nun konkret zu tun ist. Ob am Anfang des Wegs zur finanziellen Freiheit oder schon ganz weit fortgeschritten, kann ich nicht erraten. Ich möchten den Jahresbeginn 2018 auf meinefinanziellefreiheit.com dennoch so gestalten, dass er sich mit den erwähnten ersten Schritten beschäftigt und v.a. konkrete Ansätze bietet, um den Weg zur finanziellen Freiheit zu beginnen. Konkret habe ich eine Reihe von Beitragen in Arbeit/geplant, die auf diesen Themenschwerpunkt einzahlen werden:

  • Zeit ist Geld – Schulden sind ein Zeitfresser
  • Selbstverantwortung und Konsum
  • Jung und pleite
  • Der Debt Snowball
  • Wie man Kreditkarten richtig nutzt
  • Privatkonkurs

Darüber hinaus möchte ich den vermeintlichen Mangel auf konkrete Situationen nicht eingehen zu können, beheben! Ihr seid herzlich eingeladen Euch mit konkreten Fragen/Anliegen unter meinefinanziellefreiheit@gmail.com zu melden. Ich würde dann aus der konkreten Situation/Frage heraus, jeweils einen Blogbeitrag gestalten, um die Lösung einem breiteren Publikum zugänglich machen zu können! Entsprechend freue ich mich von Euch zu hören – der erste Schritt könnte also auch das Stellen solch einer Frage sein, in diesem Sinne: Do Something!

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6 Gedanken zu “Happy New Year! – Ein guter Start ins neue Finanzjahr mit dem „Do-Something-Prinzip“!

  1. Hi!

    ich gebe Dir recht.

    Es geht auch 2018 darum,

    1. Vorauzudenken: Was willst Du erreichen – Deine Ziele für Deinen Vermögensaufbau, den Aufbau von frei verfügbarem Cashflow, die Struktur Deiner Einnahmen und Deiner Ausgaben. Dazu zählt auch das konsequente Investieren und das Überdenken der Ausgaben.

    2. Handeln: Take Massive Action! Just Do It! Beschreite konsequent den Weg, der Dich in Richtung Deiner Ziele führt!

    3. Gewinnen: Überprüfe regelmäßig Dein Vorgehen. Stelle fest, dass Du auf dem richtigen Weg bist. Vor allem aber: Feiere Deine Erfolge!

    In diesem Sinne wünsche Dir auch ein gutes und gesundes neues Jahr 2018 und weiterhin viel Erfolg auf Deiner Plattform!

    Viele Grüße
    Andreas
    Der Finanzstratege

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  2. Hallo!

    Ich wünsche auch ein gutes neues Jahr!

    Bei den drei Themen oben denke ich, dass du damit sehr wichtige Punkte getroffen hast. Hört (liest) man von solchen Ratschlägen, so klingt das für Betroffene erstmal banal. „Das braucht man doch nicht zu sagen, das sollte ja wirklich jeder selber wissen …“ hab ich zB schon öfter gehört 🙂

    Oft sind es aber genau diese einfachen 0815-Regeln, mit denen ein Konzept schlussendlich steht und ins Laufen kommt, oder fällt und die Vorhaben dahin sind.

    Die Überwindung vor den ersten Schritten, die sind doch gar nicht so einfach wie sich der Plan an sich anhört.

    Eine Anmerkung möchte ich zu den Details machen, die du weiter unten erwähnst. Und zwar zum Thema ETF, Steuer und ausschüttend oder thesaurierend.

    Thesaurierende ETFs werden immer wieder als steuerschonened bezeichnet, was mir aber nur für Personen in Deutschland zuzutreffen scheint. Und selbst dort scheint es mit 2018 eine Änderung zu geben, wodurch der Steuervorteil bei thesaurierenden ETFs hinfällig ist.

    Ich bin in Österreich steuerpflichtig und hatte diese Tage meine erste Abrechnung eines thesaurierenden ETFs. Darüber möchte ich kurz schreiben, denn in meinem Fall ist es so, dass der thesaurierende ETF eine größere Steuerlast mit sich bringt als es bei reinen Ausschüttungen der Erträge der Fall wäre.

    Ich habe eine Sparplan, wobei die Eckpunkte zum ETF in meinem Depot so aussehen:

    Anteile des ETFs in meinem Depot – es erfolgt monatlich ein Zukauf mittels Sparplan:
    01.01.2017: 10 Stück
    31.12.2017: 20 Stück
    01.01.2018: 21 Stück

    Am 02.01.2018 hat die Fondsgesellschaft hinter meinem ETF den aktuellen Bericht veröffentlicht.
    Darin ausgewiesen die erzielten thesaurierten Gewinne, d.h. „ausschüttungsgleiche Erträge“ für welche die „Wertpapier-KESt“ in der Höhe von 27,5% zu bezahlen ist. Die Wertpapier-KESt wurde von meinem Broker bereits abgerechnet und mir abverlangt.

    Jetzt kommts:
    Der Jahresbericht des ETFs bezieht sich auf folgenden Zeitraum:
    01.07.2016 bis inkl. 30.06.2017
    In diesem Zeitraum wurden pro Fondsanteil ausschüttungsgleich Erträge von 30,00 Euro erzielt.

    Veröffentlicht wurde der Geschäftsbericht mit diesen Angaben am 02.01.2018.

    Für die 30,- Euro Ertrag zahle ich Steuer für jeden Anteil der in meinem Depot zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Berichts liegt.

    30,00 Euro x 21 Stück x 27,5% = 173,25 Euro KESt

    Erzielt wurden die 30 Euro Ertrag pro ETF-Anteil im Zeitraum zwischen Juli 2016 und Juni 2017. Jetzt – im Jänner 2018 – habe ich weit mehr ETF-Anteile im Depot und zahle somit Steuer für Gewinne, die zu einem Zeitpunkt erzielt wurden, als ich die ETF-Anteile noch gar nicht hatte.

    Im Juli 2017, wo die Gewinne angefallen waren, hatte ich ca. 15 ETF-Anteile im Depot.

    Auf den Punkt gebracht werde ich also zur Kasse für solche Gewinne gebeten, die im ETF angefallen sind als ich die Anteile noch gar nicht hatte.

    Das gefällt mir gar nicht, und als ich die Abrechnung erhalten hatte, habe ich erstmal recherchiert ob das alles so tatsächlich seine Richtigkeit haben kann.

    Ergebnis nach Recherchen, uA im Investmentfondsgesetz 2011 und in der Fonds-Melde-Verordnung 2015: Leider! Man zahlt tatsächlich die Steuer für alle Fonds-Anteile die man im Nachhinein besitzt – ganz egal wie lange in der Vergangenheit die Gewinne angefallen sind und ob man damals, bei Anfall des Gewinns, überhaupt bereits ETF-Anteile im Depot hatte.

    Das erscheint mir recht ungünstig – speziell wenn man wie ich einen ETF mittels Sparplan monatlich bespart. Da meine Anteile dadurch laufend mehr werden, die Gewinne aber immer im Nachhinein gemeldet und versteuert werden, zahle ich so in jedem Fall Steuer für Gewinne, die in meinem Depot gar nie angefallen sind.

    Wesentlich ehrlicher scheint mir da ein ETF sein, der nicht thesauriert, sondern alle angefallenen Gewinne so weit als möglich ausschüttet.

    Warum?

    Eine Ausschüttung erhalte ich exakt nur für die Fonds-Anteile, die ich zum jeweiligen Ausschüttungs-Stichtag im Depot halte. 27,5% KESt zahle ich auf den Ausschüttungsbetrag und damit ist die Sache erstmal erledigt. Nicht zahle ich KESt für Gewinne (=Ausschüttungen) die in der Vergangenheit bei anderen Vorbesitzern meines ETFs angefallen sind, zu einer Zeit bevor ich die Anteile im Depot hatte. Bei der thesaurierenden Variante muss ich genau das ja schon.

    Natürlich ist das Geld in Form der „zu viel“ bezahlten KESt für Gewinne anderer Personen nicht ganz verloren – um die angenommenen Gewinne wird letztendlich natürlich der Einstandswert meiner ETF-Anteile nach unten korrigiert, womit ich die KESt bei einem späteren Verkauf zumindest rechnerisch wieder retour erhalte …

    … dennoch aber ist die Sache keine schöne.

    Und ich bin mir nicht sicher, ob man als angehender ETF-Sparer sich dieses Umstands tatsächlich von Anfang an bewusst – ich zumindest war es mir nicht.

    Vielleicht ist es mir mit diesem Beitrag gelungen, zum einen oder anderen klugen Gedankengang in der Community beizusteuern. Ich würde mich jedenfalls über Feedback dazu und Überlegungen, wie andere damit umgehen, freuen.

    LG

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    1. Hallo Mr. or Mrs. C.,
      Danke für Deinen tollen, ausführlichen Kommentar!!
      Einerseits ermunterst Du mich und gibst mir Motivation. Ich glaube nicht, dass alles Raketenwissenschaft sein muss, vieles mag simpel sein oder hoffentlich sogar leicht umzusetzen sein. Viele Punkte betreffen natürlich auch Fragen der Konsequenz und Hartnäckigkeit – das mag simpel oder komplex sein, wird letztlich nur erfolgreich sein, wenn man sich daran hält 😉 ein Grund warum ich einfache Lösungen bevorzuge, die dafür konsequent, idealerweise automatisiert umgesetzt werden. Z.B. automatisiertes Sparen https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/06/30/automatisiertes-sparen/
      Andererseits erläuterst Du eine sehr trickreiche Facette des österreichischen Steuerrechts, die mich persönlich als Österreicher auch schon massiv genervt hat. Gerade wenn Du einen thesaurierenden ETF ohne Rücksicht auf das Geschäftsjahr kaufst und plötzlich eine hohe Steuerlast zu tragen hast. Mein Erstaunen war ähnlich groß wie Deines… Der Trost, dass sich durch die Steuer auch dier historische Anschaffungswert anpasst, war für mich eher „cold comfort“ gerade da ich auf möglichst lange Zeit investiert bleiben möchte.
      Viele Grüße und bis hoffentlich bald einmal
      MFF

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