Der Finanzfisch hat zur Blogparade zum Thema „Zeit ist Geld“ eingeladen. Gerne möchte ich meine Gedanken zum diesem Thema mit Euch teilen – keine Sorge, es wird nicht zu philosophisch werden. Aber wie der Titel meines Beitrags schon sagt, werde ich nicht nur die positive Verknüpfung (Geld/Zeit) sondern auch die negative Verknüpfung (Schulden/Zeit) betrachten. So kann der Artikel an der Blogparade teilnehmen und passt auch noch zum für den Jahresanfang geplanten Themenschwerpunkt zur Kontrolle der Finanzen bzw. zu Schulden.


„Zeit ist Geld“ – schreib Benjamin Franklin bereits 1748 in seinem Buch „Ratschläge für junge Kaufleute“ – hier auch noch der Hinweis auf eine der heutigen Zeit angepasste Fassung. Die Zeit sei so wertvoll wie Geld und sollte daher entsprechend genutzt werden. So weit, so gut.

Mathematisch gesprochen, setzt der Sinnspruch Zeit und Geld gleich, als lasse sich Zeit in Geld umwandeln und Geld in Zeit. Bei Umkehrung des Vorzeichens muss es daher letztlich auch Schulden (negatives Geld) gleich aufgewendete Zeit heißen. Schon einige meiner Blogger-Kollegen, die an der Blogparade teilgenommen haben, haben sich dem Äquivalent von Zeit und Geld gewidmet. Besonders gefallen hat mir der Beitrag der Exstudentin, des Finanzfischs selbst und auf Geldschnurrbart, wo genau diese Gleichung untersucht wird. Daher werde ich mich dabei kurz fassen. Aufgefallen ist mir allerdings, dass die Gleichung bei Vorzeichenwechsel bisher weniger betrachtet wurde. Daher möchte ich diesem Punkt mehr Raum in meinem Artikel geben.

Zeit = Geld

Diese Variante der Gleichung stimmt jedenfalls für aktive Einkommensquellen. Die für die aktive Tätigkeit aufgewendete Zeit wird mit einem Stundenlohn abgegolten. So kommt es zur direkten Umwandlung von Zeit in Geld. Der lineare Zusammenhang zwischen Zeit und Geld zeigt auch gleichzeitig die Grenze der aktiven Tätigkeit auf: Die Verdienstmöglichkeit ist durch die verfügbare Zeit einerseits und den nur in Maßen steigerbaren Stundenlohn begrenzt. Dass das lineare Verhältnis zwischen Zeit und Geld durch die vorherrschenden progressiven Steuersysteme zudem verhindert wird, sei auch noch angemerkt.

Geld = Zeit

Die Umkehrung der Gleichung deutet hingegen auf passive Einkommensquellen hin. Denn Geld in Zeit umzuwandeln ist leichter gesagt, denn getan – das uns zur Verfügung stehende Zeitkontingent von 24 Stunden pro Tag, ist nicht erweiterbar. Auch die Zeitmaschine aus Zurück in die Zukunft würde nicht helfen, wenn es sie tatsächlich gäbe. Die Umwandlung von Geld in Zeit kann nur so erzielt werden, dass eine (bereits aufgebaute!) passive Einkommensquelle die laufenden Kosten des Lebens abdeckt, um Zeit freizuspielen. Letztlich findet also eine Umverteilung von Zeit statt. Die sonst auf das Verdienen des Lebensunterhalts aufgewandte Zeit kann freigespielt werden, und für andere Tätigkeiten zur Verfügung stehen.

Wie gesagt, möchte ich mich aber zu aktiven und passiven Einkommensquellen in diesem Artikel kurz halten. Wer weitere Details zur Unterscheidung zwischen aktiven und passiven Einkommensquellen und deren Funktionsweisen sucht, den verweise ich gerne auf folgende Übersicht. Dort sind auch weiterführende Links angeführt.

Schulden = Zeitaufwand

Viel weniger beachtet ist wie gesagt bisher, was passiert, wenn ein Vorzeichenwechsel vorgenommen wird – wenn also „negatives Geld“ also Schulden der „negativen Zeit“ also Zeitaufwand gegenübergestellt werden. Doch auch hier erweist sich die Gleichung als korrekt und das gleich nach mehreren Aspekten:

  • Schulden kosten Zeit und schaffen Administrationsaufwand – sie müssen verwaltet werden, es müssen Umschuldungen stattfinden, Kreditverträge wollen prüft werden, und schließlich ist Kommunikation mit den Gläubigern erforderlich, um diese bei Laune zu halten. Besonders schlimm wird der administrative Aufwand, wenn es zu Zahlungsverzug und Betreibung der Forderungen durch die Gläubiger kommt. In diesem Fall häufen sich Korrespondenz, Gerichtstermine, udgl.
  • Schulden kosten Zeit, um sie zu tilgen – Damit ist nicht primär gemeint, dass es lange dauert, die Schluden zu tilgen. Wenn man aber davon ausgeht, dass den Schulden keine sofort liquidierbaren Vermögensgegenstände gegenüberstehen, die zur Abdeckung genutzt werden können, ist aktive Arbeit und damit Zeitaufwand entlang der Formelvariante Zeit = Geld erforderlich. Statt für Lebensunterhalt oder Aufbau von Vermögen zu arbeiten, muss für Zinsen, Gebühren und Kapitaltilgung gearbeitet werden. Ein wenig erfreulicher Gedanke!
  • Schulden kosten mehr, als sie ursprünglich gebracht haben – Durch die verrechneten Zinsen, muss absolut mehr zurück bezahlt werden, als der ursprünglich aufgenommene Kreditbetrag. Dieser Effekt kann bei lange laufenden Krediten, z.B. Baufinanzierungen durchaus signifikant sein. Zwar mögen die Verfügbarkeit von Kapital zu einem Zeitpunkt und die Rückzahlung zum späteren Zeitpunkt deutliche Vorteile bringen (z.B. Überbrückung eines Liquiditätsengpasses bei einem Unternehmen) doch können auch dadurch die Zinskosten nur schwer ignoriert werden.
  • Schulden verhindern Vermögensaufbau – Auch in dieser Hinsicht kosten Schulden Zeit. Denn durch die Schulden entfaltet der Zinseszinseffekt eine negative Wirkung. Es dauert daher länger die Schulden zu tilgen und mit dem Vermögensaufbau zu beginnen. Dadurch wird der Zeitpunkt des Erreichens der finanziellen Freiheit in weitere Zukunft verschoben.

Die soeben angestellten Überlegungen zu den drei Gleichungen erlauben also klare Schlussfolgerungen. Sie verknüpfen nicht nur die Logik des aktiven Einkommens und es passiven Einkommens, sie zeigen auch klar auf, dass Schulden der „Erzfeind“ der finanziellen Freiheit sind. Genau in diesem Zusammenhang sollen die in den nächsten Wochen erscheinenden Artikel stehen. Folgt gerne meinem Blog um mitzulesen!

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7 Gedanken zu “Blogparade: Zeit ist Geld – Geld ist Zeit – Schulden kosten Zeit

  1. Schulden als Erzfeind der finanziellen Freiheit zu sehen ist etwas einseitig. Man muss Schulden immer im Zusammenhang zu den Vermögenswerten sehen die man dafür bekommt, Bsp. Immobilie.

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    1. Hallo lieber Controller 2011,
      Danke für Deinen Kommentar.
      Schulden sind grundsätzlich Schulden und sie erlauben dem Zinseszins eine negative Wirkung zu entfalten. Dies gilt auch für de Kredit für das Eigenheim. Sie sind damit in der Tat der Erzfeind der finanziellen Freiheit, wenn Du diese in der Tat an einem Nettovermögenswert festmachst. Einzig bei Krediten für nicht selbst bewohnte Immobilien und für unternehmerische Zwecke würde ich eine Ausnahme von der Grundregel machen, dass es sich um den Erzfeind der finanziellen Freiheit handelt.
      Dazu werde ich in den nächsten Wochen auch einen Artikel veröffentlichen, also stay tuned!
      Viele Grüße
      MFF

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