In bald zwei Jahren Bestand meines Blogs www.meinefinanziellefreiheit.com, habe ich noch nie explizit zum Thema Versicherungen geschrieben. Dies liegt daran, dass ich Versicherungen nicht als großes, weltbewegendes Thema im personal finance Bereich ansehe. Zudem bin ich wohl kein Experte bei diesem Thema. Es sei übrigens dahin gestellt, ob „Versicherungsexperten“ nicht auch ein Interesse am Abschluss haben 😉 Doch das Schweigen zu Versicherungen wird mit diesem Blogbeitrag gebrochen! Auch hier, werdet ihr merken, dass ich mich am KISS-Prinzip orientiere und keinen unnötigen Versicherungs-Firlefanz empfehlen möchte. Hoffe ihr findet die Übersicht hilfreich – viel Spaß beim Lesen!

Das Geschäftsmodell von Versicherungen hat mich schon immer fasziniert! Die Versicherung nutzt die Ängste der Menschen und verspricht Abhilfe für unwahrscheinliche, aber sehr dramatische Ereignisse. Für dieses Versprechen, sind regelmäßig fixe Beträge – Prämien – pünktlich zu bezahlen. Dann hofft die Versicherung auf das Nicht-Eintreten des Versicherungsfalls und wird ggf. mit allen rechtlichen Mitteln versuchen die Auszahlung der Versicherungsleistung möglichst lange oder überhaupt zu verhindern. Wenn die Wette der Versicherung aufgeht, lockt ein schöner Gewinn: Es wurden die Prämien kassiert und nie eine Versicherungsleistung bezahlt. Gleichzeitig hat die Versicherung die Möglichkeit für die Zeit zwischen Prämieneinnahme und Auszahlung der Versicherungsleistung mit dem vorhandenen Vermögen wirtschaften bzw. es anderswo zu investieren. Zudem schließt die Versicherungen eine Menge gleichartiger Verträge ab, sie poolt also das Risiko in einer Risikogemeinschaft. So wird sichergestellt, dass ein dann doch auftretender Versicherungsfall für die Versicherung verkraftbar bleibt. Insgesamt also ein großartiges Geschäftsmodell! Es überrascht also nicht, dass auch Warren Buffet auf dieses Geschäftsmodell schwört.

So toll das Geschäftsmodell für die Versicherung selbst ist, so wenig erfreulich ist es für den Versicherten. Die zuvor genannten Argumente können durchwegs als Nachteile für den Versicherten verbucht werden. Prämien müssen jedenfalls vorab und pünktlich bezahlt werden, die Versicherungsleistung wird möglicherweise erst nach langem Streit, wenn überhaupt vereinnahmt. Die detaillierten Versicherungsbedingungen kennen die Juristen der Versicherung bestimmt besser als der Versicherte! Wer darauf baut, dass er aus dem Abschluss eines Versicherungsvertrags einen Gewinn zieht, der begibt sich meines Erachtens überhaupt auf einen Holzweg. Es geht ja nur um die Absicherung gegen Verluste. Wann macht also der Abschluss einer Versicherung überhaupt Sinn?

Abstrakt gesprochen, ist der Abschluss einer Versicherung immer dann sinnvoll, wenn der Versicherungsfall (sehr) unwahrscheinlich ist, der Eintritt des Versicherungsfalls aber für den Versicherten vernichtend wirkt und seine persönlichen Finanzen völlig aus der Bahn werfen würde. Nur in diesem eng eingegrenzten Fall, ist das Eingehen auf das schiefe Interessenverhältnis des Versicherungsvertrages für den Versicherungsnehmer sinnvoll.Aber nun konkret gesprochen, welche Versicherungsverträge sind aus meiner Sicht sinnvoll?

  • Krankenversicherung – seltene und sehr teuer zu behandelnde Krankheiten, können ein ungeahntes Risiko für die persönlichen Finanzen nach sich ziehen. Die Behandlungskosten sind im Fall des Falles unumgänglich und sollten nicht den Ausschlag dafür geben, warum eine Behandlung durchgeführt wird oder nicht.
  • Unfallversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung – Unfälle sind glücklicherweise hinreichend unwahrscheinlich, können aber doch tragische Konsequenzen, wie hohe Behandlungskosten, lange Rekonvaleszenz sowie teilweise Invalidität nach sich ziehen. Gerade für den Fall, dass eine Ausübung des erlernten Berufs nicht mehr möglich ist, stellt ein solches dramatisches Ereignis dar, gegen das Vorsorge zu treffen ist.
  • Ablebensversicherung, wenn eine zu versorgende Familie vorhanden ist – dies ist eine sehr sinnvolle Absicherung der Familie, um im Fall des Falles nicht einen finanziellen Scherbenhaufen zu hinterlassen. Nicht umsonst verlangen viele Banken bei einer Baufinanzierung eine Ablebensversicherung, um bei Ausfall des Kreditnehmers Deckung zu erlangen.
  • Haftpflichtversicherung – wir haften für unser Tun und Handeln, sowie für die Aufsicht über unsere Kinder. In allen Lebensbereichen können durchaus unrealistische Schadensfälle eintreten, die aber gewaltige finanzielle Konsequenzen haben. Immer, wenn der Betrieb eines KfZ im Spiel ist, können solche Haftungsfälle sehr rasch auftreten und hohe Schadensbeträge mit sich bringen.
  • Elementarschadensversicherungen für das Eigenheim – Blitzschlag, Hochwasser und Sturmschaden sind typische Versicherungsfälle, die sehr unwahrscheinlich sind, aber dafür dramatische Folgen, in diesem Fall die Unbewohnbarkeit des Eigenheims, nach sich ziehen.

Das heißt im Umkehrschluss auch, dass ich eine Reihe von Versicherungen für unnötigen Firlefanz halte. Ich kann nur einige Beispiele nennen, doch ist allen dieser Beispiele gemeinsam, dass meist ganz wahrscheinliches Ereignis versichert ist und die Konsequenzen auch wirtschaftlich nicht völlig vernichtend sind. In diese Kategorie fallen z.B.

  • Diverse Gesundheitsversicherungen, etwa Zahnversicherung, Wahlarztversicherungen, KuraufenthaltPlus-Versicherung & Co.
  • Erlebensversicherungen
  • Seltsame Konstrukte aus Lebensversicherung und Veranlagungsprodukten, wie fondsgebundene Lebensversicherungen, etc.
  • Reiserücktrittsversicherungen
  • Rechtsschutzversicherungen
  • Zusatzversicherungen zum Ausschluss des Selbstbehalts beim Mietwagen
  • v.a.m. … ich bin mir sicher, dass diese Aufzählung nicht die Kreativität der Versicherungen abdecken wird 😉

Damit ist noch nicht gesagt, dass Du jetzt sofort zu einem Versicherungsmakler gehen sollst und für alle fünf zuvor genannten Versicherungen (Krankenversicherung, Unfallversicherung, Ablebensversicherung, Haftpflichtversicherung und Elementarversicherung) einen Versicherungsvertrag mit umfassendem Versicherungsumfang abschließen sollst! Es kann nämlich gut sein, dass Du bereits in wichtigen Bereichen Versicherungsschutz hast.

Erstens besteht in Folge der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherung zumindest in Österreich ein recht umfassender Versicherungsschutz. Eine etwaige private Kranken- und Unfallzusatzversicherung sollte daher wirklich nur zusätzliche Leistungen enthalten und so eine Mehrfachversicherung ausschließen, das wäre ja nur Geldverschwendung. Darüber hinaus ist bei der KfZ-Versicherung bereits (in Österreich gesetzlich verpflichtend) eine adäquate Haftpflichtversicherung enthalten. Damit ist auch dieser risikogeneigte Bereich bereits mit einer Versicherung abgedeckt. Es zeigt sich also, dass der Staat durch gesetzliche Regelungen bereits ein recht umfangreiches Netz gegen besonders exponierte Versicherungsfälle geschaffen hat.

Zudem sei noch erwähnt, dass die Versicherungssituation (z.B. bei einer Krankenzusatzversicherung sowie auch bei einer Elementarversicherung) durch die Übernahme eines Selbstbehalts deutlich verbessert werden kann. So werden zwar kleinere Schadensfälle nicht übernommen (z.B. ein simpler, ambulanter Eingriff oder ein kleiner Sturmschaden) nicht übernommen. Gleichzeitig wird aber die Versicherungsprämie in aller Regel deutlich günstiger sein. Selbstbehalte sind aus meiner Sicht in sehr gutem Einklang mit dem eigentlichen Grund für die Versicherung – nämlich, dass besonders dramatische, aber unwahrscheinliche Schäden jedenfalls abgedeckt sind.

Das MFF Kontomodell und Finansetup trägt der Tatsachen, dass ggf. Selbstbehalte zu bestreiten sind bereits Rechnung. Der Notfallfonds erlaubt das Abdecken solcher, außergewöhnlicher Belastungen. So kommt es auch durch einen etwaigen Selbstbehalt nicht zu einer finanziellen Schieflage!

Doch nun der Lackmustest: Welche Versicherungen habe ich selbst abgeschlossen?

  • Krankenversicherung – hier verlasse ich mich weitgehend auf die staatliche Krankenversicherung. Entsprechend habe ich nur eine Krankenzusatzversicherung abgeschlossen, die ein umfassenderes Leistungsspektrum sicherstellt
  • Unfallversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung – hier baue ich ausschließlich auf die staatliche Unfallversicherung, eine Berufsunfähigkeitsversicherung habe ich nicht abgeschlossen. Vielleicht sollte ich das aber einmal in Angriff nehmen…
  • Ablebensversicherung – hier kann ich mich glücklich schätzen, da mein Arbeitgeber als zusätzlichem Benefit eine solche Versicherung abgeschlossen hat. Ich konnte meine Lieben als Begünstigte angeben
  • Haftpflichtversicherung – solch eine Versicherung ist in meiner KfZ-Versicherung enthalten. Darüber hinaus habe ich keine Haftpflichtversicherung. Auch hier wäre, v.a. angesichts zweier kleiner Kinder, vielleicht eine Versicherung ganz sinnvoll 😉
  • Elementarversicherung – natürlich wohne ich in einem entsprechend versicherten Heim, alles andere wäre wohl Wahnsinn!
  • Reiseversicherung – Darüber hinaus habe ich bei einer meiner Gratis-Kreditkarten noch ein für meinen Geschmack umfangreiches Reiseversicherungspaket mit dabei, das mich gegen Reiserücktritt, Verspätungen, Gepäcksverlust, etc. absichert. Da diese Versicherung für mich ohne Zusatzkosten kommt, nehme ich sie gerne mit.

Darüber hinaus habe ich nur noch eine staatlich geförderte Zukunftsvorsorge im Mantel einer Lebensversicherung. Es handelt sich um ein grauenhaftes Produkt, das ich vor Jahren, wohl mit Blick auf die staatliche Förderung und Steuerfreiheit abgeschlossen habe. Eine finanzielle Entscheidung, die ich als Fehlentscheidung einordne und so nicht mehr treffen würde. Dieses Thema wird in Bälde einmal einen ganzen Artikel bestreiten können

Soweit mein doch eher minimalistisches Versicherungs-Setup! Wie haltet ihre es mit Versicherungen? Welche habt ihr abgeschlossen und halte Ihr für sinnvoll? Welche haltet ihr für sinnlos? Habt Ihr gute/schlechte Erfahrungen mit Versicherungen im Leistungsfall gemacht? Freue mich auf eine reichhaltige Diskussion, gerne auch mit Tipps und Empfehlungen! Danke.

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17 Gedanken zu “Nützliche und weniger nützliche Versicherungen

  1. Ich hab das jetzt echt richtig gelesen?! (hab nur schnell überflogen)

    Du hast keine private Haftpflichtversicherung?!
    …und dazu noch zwei Kinder?!

    Würd mir dbzgl. mal ganz schnell ernsthafte Gedanken machen!!!

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    1. Hallo Christian,
      Danke für Deinen Kommentar – hoffe Du hast meinen Artikel zwischenzeitlich auch ausführlich gelesen.
      Nein, ich habe keine zusätzliche private Haftplichtversicherung – wenngleich in der Haushaltsversicherung eine Haftpflicht enthalten ist. Eine separate und zusätzliche Haftlichtversicherung habe ich bisher nicht. Warum empfiehlst Du dieses? In meiner Umgebung sind wenige Fensterscheiben, die meine Kinder mit dem Fußball einschießen können ;-))
      Viele Grüße
      MFF

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      1. Hallo Lukas und Christian! Ohne Privathapflicht ist finanzielles Harakiri. Im Schadenersatzrecht ist laut BGB der Schädiger in unbegrenzter Höhe haftbar zu machen. Als Fußgänger oder Fahrradfahrer einen Unfall mit Personenschaden verursacht, kann Dich einen 6-7 stelligen EUR-Betrag kosten. Nämlich indem Du eine lebenslange Rente zahlen musst an den Geschädigten oder dessen Hinterbliebene. Einen Brand (grob) fahrlässig verursacht ebenfalls.
        Eine BU-Police ist übrigens umfassender als eine reine Unfallversicherung. Denn hier werden alle Ursachen einer BU abgedeckt, wie Krankheit, Unfall und Kräfteverfall. Ich sage nur psychische Erkrankungen. Gleiches gilt für eine Pflegezusatzversicherung. Da eine Pflege (z.B. Kind ist ein Pflegefall geworden aufgrund einer Infektionskrankheit oder Unfall) extrem teuer und zeitraubend ist, kostet das zum einen ein Vermögen über die Jahre, gleichzeitig mindestens einen Arbietsplatz der Eltern. Denn wer bleibt zu Hause? Mutter oder Vater, sofern kein Pflegedienst angeheuert wird.
        Das aus Sicht eines für existenzbedrohenden Risiken spezialisierten Maklers.

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  2. Moin und danke für den Einblick in dein Versicherungs-Setup!
    Ich habe mir auch mal Gedanken zu dem Thema gemacht uns niedergeschrieben, welche Versicherungen wirklich wichtig sind und worauf dabei zu achten ist.
    Natürlich kann man dabei nicht allzuviel pauschalisieren und muss immer auch den Einzelfall betrachten.

    https://www.freakyfinance.net/2017/03/09/was-du-bei-deinen-versicherungen-beachten-solltest/

    Inzwischen verkaufe ich auch selbst Versicherungen – als Stillhalter im Optionshandel 😛

    https://www.freakyfinance.net/optionshandel/

    Dsa macht deutlich mehr Spaß!

    Beste Grüße
    Vincent

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  3. Hallo Lukas,

    ich bin neu auf Deinem Blog und habe über die Auflistung der aktuellen Blogbeiträge auf Finanzblogroll.de zu Dir gefunden. (Vielleicht ja auch mal interessant zu wissen.)

    Vielen Dank für Deinen interessanten und kurzweiligen Artikel. Nichts ist schlimmer als Absätze über Absätze mit Fachchinesisch bombardiert zu werden. Das Thema Versicherungen wird wahrscheinlich immer eines sein, welches man sich nicht annehmen möchte, aber irgendwie doch (mal) muss.

    Ganz so schwarz sehe ich Versicherungen nicht (mal losgelöst vom Kapitalaufbau). Letztlich erkaufe ich mir ein Stück weit Sorgenfreiheit. Dies heißt natürlich nicht, dass ich blind durchs Leben gehe.

    Privathaftlichtversicherung (PHV) – Ist für mich DIE Versicherung überhaupt. Hier sehe ich nicht den Bedarf kleine Missgeschicke zu regulieren, doch andere lebenseinschneidende Ereignisse, wie Du sie weiter oben schon beschrieben hast. Wir Menschen machen Fehler, und das hat mit „mir passiert das nicht“ und „ich pass immer auf“ überhaupt nichts zu tun. Ein krasser Fehler und Du bist ein Sozialfall, geschweige denn von den vielen anderen Menschen, die du finanziell nicht entschädigen kannst, weil du keine Versicherung hast. Kleine Kinder können bis einem gewissen Alter grundsätzlich von der Schuld ausgeschlossen sein, auch von Rechts wegen her. Wo wären wir, wenn wir Kindern keine Fehler zugestehen. Bsp.: Kleines Kind tollt rum, stösst Kamera vom Besuch runter, futsch. Der Fehler lag die Kamera überhaupt erst rumliegen zu lassen und nicht das rumtollende Kind. Genaueres hängt vom Anbieter und der Police ab, wie immer. Grundsätzlich gehe ich aber bei eine PHV von lebenseinschneidenden Ereignissen aus. Familien mit geringem Vermögensaufbau, können auch schon kleinere Ereignisse maßgeblich sein.

    Hausratversicherung (HRV) – Ist für mich ebenfalls wichtig. Ähnlich anzusiedeln wie bei Deiner Elementarversicherung, nur mehr. Sie sichert auch Fahrräder ab, Schmuck und Einbruchsdiebstahl, neben all dem Hab und Gut. Ein leeres Haus bringt einem auch nicht viel. Auch bei einer Wohnung halte ich es für sinnvoll (Wasserschaden läuft in die eigene Wohnung). Die hoffentlich vorhandene PHV des Schädigers ersetzt nur den Zeitwert. Die eigene HRV den Neuwert, die sich wiederum ihren Anteil von der PHV des Schädigers holt. Ein Unterversicherungsverzicht ist wichtig, sonst wirst Du im Schadensfall abgestraft. Dies wird meist über einen feste Betrag pro m² erreicht, z.B. 600EUR/m². Wem das zuviel ist, kann immer eine Liste beim Versicherer mit dem Eigentum einreichen. Diese gilt es aber aktuell zu halten (Aufwandsabwägung).

    Rechtsschutz (RSV) – Hier bin ich überrascht von Deiner Aussage? Woher kommt Deine Abwägung? Persönlich für mich auch wichtig. Ich habe sie schon oft genutzt. Nicht in direkten Rechtsstreitigkeiten, sondern kompetente Antworten von einem Anwalt, um diese Streitigkeiten überhaupt erst zu vermeiden. Sollte es doch dazu kommen, sind hohe Kosten über Jahre vorprogrammiert. Und ich muss diesen Streit noch nicht einmal angefangen haben.

    Berufsunfähigkeit (BU) – Auf jeden Fall! Was passiert mit Dir, wenn Du Deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst? Reicht Deine Vorsorge? Wer bezahlt Abtrag und den weiteren Vermögensaufbau? Achte auf den Verzicht auf abstrakte Verweisung*. Wer jung anfängt, spart viel Geld. Auch sind die letzten Jahre die teuersten. Es ist ein Unterschied, ob ich mich bis 60, 65 oder 67 Jahre versichere. Passe die Versicherung Deiner Lebensplanung an. Eine BU immer separat und niemals in Kombination mit einer Lebens- oder Rentenversicherung, zu teuer. *Bsp.: Um nicht einfache Bürotätigkeiten ausführen zu müssen, obwohl Du Deinen eigentlichen Beruf nicht mehr kannst.

    Unfallversicherung (UV) – Es kommt darauf an. Sie wird meist mit Progression abhängig vom Invaliditätsgrad ausgezahlt. Das kann schon richtig heftig sein. Wer bezahlt den Hausumbau oder das neue behinderten gerechte Auto? Sie ist in erster Linie die Einmalzahlung für das neue Leben. Prothesen sind schweineteuer! Möchtest Du das Sparmodell oder was anderes? Häufig setzt die UV ein „plötzlich“ von außen auftretendes Ereignis auf.

    Ich kenne die Gesetzgebung in Österreich nicht, soviel wollte ich auch noch dazu sagen.

    Ein Gespräch mit einem Versicherungsmakler mit einer großen Auswahl ist immer interessant. Dies hat noch nichts mit einem Abschluss zu tun. Oder lieber doch gleich zum Honorarberater.

    Deine lockere Schreibweise hat mir gefallen. Ich bin nun gespannt weitere spannende Themen und Blogbeiträge von Dir zu entdecken.

    Beste Grüße aus Norddeutschland,
    Martin

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    1. Hi Martin,
      Danke für Deinen ausführlichen Kommentar – freue mich, dass Du meinen Blog gefunden hast und hoffe sehr, dich künftig als Stammleser begrüßen zu dürfen.
      Zu Deinen Fragen:
      1) Haftplichtversicherung und Haushaltsversicherungs – sind in der genannten Elementarversicherung enthalten, keine Sorgen 😉
      2) Rechtsschutzversicherung – habe ich mir bisher gespart, da ich selbst Jurist bin und viele der Rechtsfragen selbst klären kann/will. Noch war ich nie Beklagter bei einem hohen Streitwert, vielleicht würde erst dann etwas meine Meinung ändern.
      Vielleicht nehme ich mir wirklich einmal einen Besuch bei einem Versicherungsmakler vor, da bekomme ich es sicher mit der Angst zu tun und mir werden weitere 23 Versicherungen empfohlen 😉 Ich wollte ja mit meinem Artikel auch ein wenig provozieren und einen Gegenstandpunkt zur Versicherungssucht sämtlicher Risiken einnehmen. Das ist mir gelungen, wie die Vielzahl der Comments bestätigt!
      Viele Grüße
      Lukas

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  4. Hallo,

    Schöner Artikel, habe dazu zwei Fragen:

    (1)
    „Haftpflichtversicherung – solch eine Versicherung ist in meiner KfZ-Versicherung enthalten. Darüber hinaus habe ich keine Haftpflichtversicherung. Auch hier wäre, v.a. angesichts zweier kleiner Kinder, vielleicht eine Versicherung ganz sinnvoll“

    Soll das heißen in deiner Kfz-Haftpflichtversicherung ist zusätzlich eine Privathaftpflichtversicherung inkludiert? Die Privathaftpflicht ist üblicherweise in einer Haushaltsversicherung inkludiert, und schließt Kinder im selben Haushalt bis zu einem gewissen Alter (~ 25 Jahre) mit ein.

    (2)
    Was genau deckt die genannte Elementarversicherung für dein Heim ab? Hast du keine „klassische“ Eigenheimversicherung welche (meistens) eine Haushaltsversicherung inkludiert?

    Gruß
    Daniel

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    1. Hi Daniel,
      Vielen Dank für Deinen Kommentar! Zu Deinen Fragen:
      1) Vielleicht ist die Formulierung ein wenig irreführend – gemeint ist, dass jede KfZ-Versicherung von Gesetzes wegen eine Haftpflichtversicherung enthalten muss. Dies ist mE auch sehr sinnvoll, da die KfZ-Nutzung wohl der wichtigste Auslöser für Haftungsfälle mit hohem Schaden sein kann.
      2) Die Elementarversicherung umfasst alles von Feuer über Sturm bis Hochwasser und Einbruch. Auch eine Haushaltsversicherung ist enthalten.
      Viele Grüße
      MFF

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  5. Hi, wichtig und sinnvoll finde ich eine
    Krankenversicherung (hab eine gesetzliche)
    und demnächst eine Zahnzusatz und Pflegebahr.

    Wenns mit den Pfeffis mal richtig Probleme geben sollte und es kommt ein höherwertiges Material zum Einsatz, ist man schnell im 4-stelligen bis 5-stelligen Kostenbereich. Gerade wenn man jung ist ohne Zahnprobleme, sind die Kosten der Versicherung gering. Anders sieht es aus wenn einem schon 1-2 Zähne fehlen, dann gibt es pro Zahn ein Aufschlag bei der Versicherung.

    Pflegeversicherung wird meist vernachlässigt, nur warum? Sehr wichtiges Thema. Denn Pflegebedürftigkeit ist sehr kostspielig.

    Kann man es finanziell nicht mehr stemmen, werden die Kinder herangezogen.

    Das finde ich persönlich nicht so gut. Daher sollte man sich auch darüber mal Gedanken machen.

    Eine Berufsunfähigkeit (Bu) habe ich auch und sie ist nach der Krankenversicherung eines der wichtigstens, der privaten Absicherungen. Fällt die eigene Arbeitskraft weg, verpufft meist auch die einzige Einkommensquelle.

    Haftpflicht braucht man, keine Frage.

    In dem Wort steht zwar „Pflicht“ ist sie aber nicht. Leider laufen noch zu viele Menschen ohne eine herum.

    Gegenüber der Kfzpflicht, kann man kein Auto, ohne eine anmelden. Man sollte nur schauen ob eine Teil/Vollkosko als Ergänzung sinnvoll ist.

    Ich hab auch eine Rechtsschutz, sollte ein Streitfall entstehen, kann dies schnell bis zu einem 5-stelligen Kostenbetrag führen.

    Die Sachversicherung/Hausrat sollte auch nicht fehlen, daher schützt sie mich vor Sachverlusten und ich muss mein Hausrat nicht wieder völlig neu erarbeiten.

    Meine Meinung ist, wer Geld hat sollte über eine Absicherung nachdenken und wer kein Geld hat, muss sogar Versicherungen haben die einen auffangen.

    In dem Vertrag den man unterschreibt, steht ganz genau was versichert ist. Wer diesen Blind unterschreibt ohne ihn zu lesen, braucht sich nicht wundern, wenn es zu Streitfällen kommt.

    Man glaubt abgesichert zu sein, wählt den billigsten Tarif und regt sich später auf, warum sie nicht zahlen. Meist tritt dann auch der Fall ein, der nicht abgesichert ist.

    Viele Grüße
    Pierre

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    1. Hallo Pierre,
      Danke für Deinen Kommentar, in dem Du umfassend vermeintlich nützliche Versicherungen aufführst.
      Ich glaube Du setzt beim Thema Versicherungen in der Tat auf die Variante „maximale Absicherung“ – das widerspricht doch dem Geist meines Artikels deutlich!
      Viele Grüße
      MFF

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      1. Hi MFF, ob es den Geist deines Artikels widerspricht ist Auslegungssache. Am Ende deines Artikels fragtest du: “ Wie haltet ihre es mit Versicherungen? Welche habt ihr abgeschlossen und halte Ihr für sinnvoll?“

        Und genau das hab ich hier kundgetan. Die Versicherungen die ich erwähnt habe, finde ich persönlich für sinnvoll und habe sie auch.

        Eine maximale Absicherung ist es nicht. Es sind nur die wichtigsten um die Existenz zu schützen. Zu minimalistisch sollte man in diesem Fall nicht denken. Klar kann es gut gehen und es passiert einem im Leben nichts schlimmes. Dann wären die meisten Versicherungen überflüssig.

        Trifft ein das Schicksal doch hart und man hat keinen Schutz, woher kommt das Geld für die Aufwendungen die dann folgen? Meist muss man dann ans ersparte oder schlimmer noch an sein Depot heran, was für die finanzielle Freiheit bzw. Altersvorsorge gedacht ist. Und sowas möchte ich persönlich nicht.

        Viele Grüße
        Pierre

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    1. Hallo Gloria,
      Deine Website lässt mich vermuten, dass Du Expertin auf dem Versicherungsgebiet bist. Du sagst, dass die wichtigsten Versicherungen Hausrat- und Haftpflichtversicherung sind – ich vermute zusätzlich zur Berufsunfähigkeitsversicherung 😉
      Welche Versicherungen hältst Du denn für weniger sinnvoll/unnütz?
      Viele Grüße
      MFF

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  6. Hi Lukas,
    wieder sehr guter Artikel und hervorragend recherchiert. Ich habe noch 2 kurze Ergänzungen. Bei der Elementarschadensversicherung / Wohngebäudeversicherung gibt es noch eine Ergänzung, einen Zusatzbaustein. In Deutschland, je nach Region, ist es sinnvoll Erdbeben, Erdrutsch, etc. abzusichern zumindest hier in Darmstadt. Wir leben hier tatsächlich in einer Gefahrenzone und das ein oder andere Gebäude wurde hier schon beschädigt.
    Eine Rechtsschutzversicherung sollte man im Falle eines Immobilienbesitzes erwägen. Auf jeden Fall wenn Du vermietest. Das kann sehr nützlich sein. Da habe ich selbst meine Erfahrungen mit gemacht. 🙂
    LG Henning
    PS: Ich werde Deinen Artikel bei mir unter https://www.110prozent.club/learnings-aus-dem-cashflowspiel/ verlinken, weil er hier ganz gut passt.

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