Einer meiner Leser (der gerne anonym bleiben möchte, nennen wir ihn daher einfach einmal Franz Finanz) schilderte mir seine finanzielle Situation und fragte mich zu meiner Meinung zu seiner angedachten Strategie. Franz hat ambitionierte Ziele, möchte er doch innerhalb der nächsten 10 Jahre Millionär werden. Die von Franz ins Auge gefasste Strategie wirft eine Reihe von sehr interessanten Fragen auf, sodass ich nicht nur kurz per E-Mail geantwortet habe, sondern gleich einen ganzen Beitrag dazu gestaltet habe. Danke für die Zuschrift und Euch allen jetzt viel Spaß beim Lesen!

Ausgangssituation

Franz ist [im Jahr 2018] 44 Jahre alt. Er ist nach eigenen Angeben mit der „Börsenthematik“ noch wenig vertraut und hat nur eingeschränkte Finanz-Erfahrungen gesammelt. Sein Nettovermögen setzt sich aus folgenden Positionen zusammen:

  • €100.000 in bar/auf Sparkonten
  • „Langweilige“ BMW Aktien, die seit Jahre im Bestand sind – geschätzter Wert von €20.000
  • Eine abbezahlte Immobilie im Wert von €350.000

Finanzielle Ziele

Franz will mit seinen Finanzen hoch hinaus und „einen radikalen Vermögensaufbau“ beginnen! Sein Ziel ist innerhalb von ca. 10 Jahren auf €1,000.000 zu kommen. Dabei werden weitere ca. €200.000 helfen, die im Lauf der nächsten 10 Jahre angespart werden können.

Angedachte Strategie

„Radikaler Vermögensaufbau“ erfordert natürlich eine entsprechende Strategie! Franz möchte die Michael Proffe-Strategie anwenden und würde dabei auch nicht vor Hebelprodukten udgl. zurückschrecken. Dabei möchte er „maximal 5-10 Qualitätsaktien“ kaufen bzw. in Schwächephasen zukaufen. Monatlich sparen findet Franz dann doch zu langweilig und würde lieber „unregelmäßig und selbstbestimmt kaufen“, v.a. eben „in Schwächephasen.“

Meine erste Einschätzung

Soweit, so gut. Lieber Franz Finanz, ich finde Deine Ausgangssituation sehr solide und Deine Ziele sind wunderbar und richtigerweise ambitioniert gesetzt! Einzig bei Deiner Strategie habe ich große Bedenken.

Die Ausgangsituation ist deshalb solide, weil Franz offenbar schuldenfrei ist und es ihm gelungen ist, sowohl seine selbst bewohnte Immobilie zur Gänze abzubezahlen und zudem noch ca. €100.000 ansparen. Das kann sich mit 44 Jahren doch sehen lassen! Daraus schließe ich, dass Franzens Finanzen fundamental in Ordnung sind und er es gewohnt ist, regelmäßig eine gewisse Sparquote zu erzielen. Dies hat er ja auch für die nächsten Jahre vor, da er weitere €200.000 sparen möchte, die in die Vermögensveranlagung fließen werden. Das bedeutet, dass er pro Jahr €20.000 sparen möchte, also pro Monat €1.666 auf die Seite räumen möchte, nicht schlecht!

Das Ziel Millionär zu werden halte ich für großartig! Man könnte meinen, dass dies hochtrabend oder die Zahl gänzlich aus der Luft gegriffen wäre. Gleichzeitig finde ich ambitionierte und inspirierende Ziele genau richtig. Letztlich ist die größte Beschränkung des eigenen Handelns, wenn Ziele zu niedrig gesetzt werden. Ich würde in der Tat jedem und jeder von Euch raten, entsprechend ambitionierte Ziele zu setzen! Die finanzielle Freiheit ist ja auch genau solch ein ambitioniertes Ziel! Eine Million Euro wird oft als Summe genannt, um finanziell frei zu sein bzw. von seinem Vermögen leben zu können. Nun kenne ich Franzens Lebensumstände zu wenig (Familie? Kinder? Sonstige Verpflichtungen?), um auch seine laufenden Kosten zu kennen. Denn letztlich muss es ja für die finanzielle Freiheit gelingen, die Lebenskosten aus dem angesammelten Kapital zu bestreiten. Ob € 1 Mio. nun für Franz (+Familie Finanz?) ausreicht oder nicht muss Franz dann eben selber wissen.

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Doch woran hakt es aber bei der Strategie?

Grundsätzlich möchte ich die genannte Michael Proffe-Strategie nicht weiter analysieren, darum geht es mir gar nicht. Es handelt sich offenbar um eine gehebelte Trendfolge-Strategie. Wem das Spaß macht und wer ein entsprechendes Risiko einzugehen bereit ist, kann das natürlich tun – es sollte nur klar sein, dass es sich um ein durchaus spekulatives Unterfangen handelt, gerade wenn Hebelprodukte zum Einsatz kommen. Herr Proffe wird fürchte ich auch keine Erfolgsgarantie abgeben 😉 Denn selbst die historisch (bei entsprechendem Risiko) erzielte Rendite, wird keine Maßstab für die Zukunft sein.

Franz möchte die €100.000 sowie die weiteren €200.000 in Schwächephasen investieren. Das klingt per se ja großartig, doch frage ich mich weiterhin, wie diese Schwächephasen bestimmt bzw. erkannt werden sollen. Natürlich kann man gewisse KPIs beobachten, doch bleibt es unklar, ob die Schwächephasen der Tiefstpunkt der Kursentwicklung sind oder erst der Anfang einer Baisse. In Hochphasen möchte Franz dann wieder verkaufen. Kurz gesagt, Franz möchte Market-Timing versuchen, welchem ich höchst skeptisch gegenüberstehe.

Der Kauf von 5-10 Qualitätsaktien ist per se ja auch nicht schlecht oder gefährlich. Franz schickte mir auch eine Liste der Aktien, die er sich ansehen möchte – die Liste war deutlich länger als 5-10 Aktien, weshalb er wohl noch einiges an Auswahl zu treffen hätte. Gleichzeitig wird Franz durch ein kleines Portfolio einen geringen Diversifikationseffekt erzielen und würde somit am Risiko einzelner Titel sitzen bleiben. Idealerweise sollte Franz ein deutlich breiter gestreutes Portfolio anstreben.

Grundsätzlich könnte es sich bei Franz Strategie um eine recht kostengünstige Strategie handeln. Denn er hat nur die Depotgebühr und die Kauf-/Verkaufsspesen zu berappen. Etwaige weitere Vermögensverwaltungskosten, wie sie auch bei einem wirklich günstigen ETF anfallen, entfallen bei Franz gänzlich. Doch auch hier gibt es einen Haken, denn Franz könnte durch häufiges Kaufen und Verkaufen sowohl Transaktionsspesen verursachen, natürlich abhängig vom jeweiligen Trading-Verhalten. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Franz während der 10 Jahre hohe Steuerpflichten auslöst, da er kurzfristige Gewinne zu versteuern hat.

Vorgeschlagene Strategie

Was wäre nun mein Alternativvorschlag? Wo ich doch die Ausgangssituation gut und solide und auch seine Ziele richtig gesetzt finde…Stammleser von www.meinefinanziellefreiheit.com werden nicht überrascht sein 😉

Zu allererst würde ich die €100.000 in bar sofort und zur Gänze investieren. Ich kann nicht einschätzen, ob derzeit ein günstiger und ungünstiger Moment zum Kaufen ist, wie sollte dies auch möglich sein. Ja klar, die Börsen haben in den letzten Wochen eine Kurskorrektur vorgenommen. Ich kann nur nicht in die Glaskugel gucken und feststellen, ob es noch deutlich weiter nach unten gehen wird oder ob das nur ein „temporärer Rücksetzer“ war, bevor es weiter nach oben geht. Diese Strategie des „all in“ habe ich schon in diesem Artikel erläutert.

Auch würde ich nicht in eine Auswahl von wenigen Aktientiteln setzen. Auch wenn es sich durchwegs um „Qualitätsaktien“ handelt, muss dies noch lange nicht bedeuten, dass diese auch in Zukunft eine hohe Rendite erzielen werden…Kodak war wohl auch einmal eine Qualitätsaktie! Da ich der Erzielung von Alpha durch Aktienanalyse oder Market Timing ohnedies skeptisch gegenüber stehe, würde ich Franz eher empfehlen den gesamten Markt in Form eines passiv gemanagten ETFs zu kaufen. So kauft er zwar „nur“ die Marktrendite, aber andererseits jedenfalls auch diese. Das sichert ihn gleichzeitig auch dagegen ab, dass er Qualitätsmängel in den wenigen gekauften Qualitätsaktien übersieht!

Franz ist ja am Anfang seiner Investorenkarriere, bzw. will er erst jetzt mit dem radikalen Vermögensaufbau beginnen. Es besteht mE kein Bedarf jetzt eine komplexe Asset Allocation zu erstellen. Nach den in einem schon früher erschienenen Artikel aufgestellten goldenen Regeln für die Asset Allocation, sollte Franz wie folgt investieren:

  • Startpunkt: Franz hat €464.000 – davon €20.000 (=4,3%) in Aktien und €444.000 (=95,7%) in sicheren Assets
  • Für Franz geht es um eine langfristige, strategische Asset Allocation – Taktik ist angesichts des zumindest 10-jährigen Veranlagungshorizonts nicht angebracht
  • Ein hoher Aktienanteil ist auf Grund der Langfristigkeit jedenfalls vertretbar
  • Franz Aktienquote sollte bei 56% liegen (100% – Lebensalter)
  • Das bedeutet, dass Franz massiv in Aktien investieren kann, bis er dieses Zielverhältnis hergestellt hat, in anderen Asset Klassen (Immobilien, Anleihen, Cash) sollte er nicht weiter aufbauen

Schließlich würde ich hinsichtlich der Nachkäufe anders vorgehen, als Franz dies plant. Ich würde auf eine völlige Automatisierung setzen und ziemlich stumpf monatlich/quartalsweise weitere ETF Anteile kaufen. Franz ist ja ein feiner Kerl, doch mache ich mir Sorgen, dass er mit einer Market-Timing-Strategie gute Kauf- und Verkaufsmomente abwartet, diese aber nie eintreten. Die menschliche Psyche neigt leider dazu, bei steigenden Kursen zu kaufen und bei fallenden Kursen zu verkaufen – das würde Franz massiv schaden. Besser also völlig automatisiert vorgehen und zudem auch noch den Cost Average Effekt nützen!

Ist Franz Ziel in 10 Jahren Millionär zu werden nun realistisch?

Ja, Franz kann in 10 Jahren Millionär werden. Ich habe kurz zum Excel gegriffen und folgende Überlegungen durchgerechnet. Seine Immobilie sollte werthaltig sein und mit der Inflation von ca. 2% p.a. im Wert steigern. Darüber hinausgehenden Wertsteigerungen setze ich nicht an, ist doch auch mit Abnutzung zu rechen. Seine Aktienpositionen habe ich mit ca. 7% p.a. im Wert steigen lassen. Dabei handelt es sich um die langfristig erzielbare Rendite mit Aktien (Dividenden + Kurssteigerungen), allerdings vor Steuern. Einen Notfallfonds von €6.000 habe ich nicht im Wert steigen lassen, da er Cash und wahrscheinlich zinsenlos gehalten werden wird. Mit diesen Annahmen kommt man nach 10 Jahren zu einem Gesamtvermögen von €972.000 – ganz knapp also an der Million. Lustigerweise hat Franz nach meiner Berechnung im Jahr 10 genau eine Aktienquote von 56% 😉

Knapp daneben ist auch vorbei? Nun, es fehlen ja €28.000 auf die Million, auch könnten kurzfristige Schwankungen an den Aktienmärkten Franz die Freude verderben. Hierzu hätte ich drei Gedanken: 1) Franz könnte mehr sparen – ein paar erste Ideen finden sich hier – die Ersparnisse könnten den Aktieninvestments zufließen. 2) Franz könnte sich weitere Verdienstquellen schaffen, gerne kann er hier auf die Gedanken zu passiven Einkommensströmen zurückgreifen und 3) es könnte ihm diese knappe, rechnerische Verfehlung egal sein! Es ist wenig erheblich ob nun tatsächlich eine 7-stellige Zahl am Vermögenstacho steht oder nicht. Entscheidend ist, dass Franz die finanzielle Freiheit erlangt hat!

Was wenn aber eine große Baisse Franz einen Strich durch die Rechnung macht?

Niemand kann sagen, wann ein Crash an der Börse kommt. Bisher gab es zwar keine Zehnjahresperioden an der Börse, während welcher ein Vermögensverlust eingetreten ist. Doch kann ein ungünstiger Einstiegszeitpunkt sehr wohl eine niedrigere Rendite als die in meiner Rechnung angenommenen 7% p.a. bedeuten. Daher könnte Franz sein Ziel sehr wohl verfehlen. Dies sollte auch für die ominöse Trendfolgestrategie gelten, da auch deren Performance in einer Baisse alles andere als gesichert ist. Hat Franz daher Möglichkeiten gegenzusteuern? Ich würde von einem Gegensteuern durch eine andere Asset Allocation odgl. Abstand nehmen. Stattdessen würde ich einen längeren Anlagehorizont in Betracht ziehen. Es ist ja sehr unwahrscheinlich, dass Franz nach den 10 Jahren auf einen Schlag die gesamte Million auf den Kopf stellen würde. Wahrscheinlich würde er über die Zeit langsam entnehmen. Entsprechend besteht ein deutlich längerer Anlagehorizont der erlaubt, die Rendite langfristig auf die 7% zu bekommen. Und auch hier gilt, eine höhere Sparquote / niedrigere laufende Kosten können auch hier in zweierlei Hinsicht helfen!

Was meint ihr? Wie seht ihr Franz‘ Finanzsituation? Was würdet ihr an seiner Stelle tun? Wer seine persönliche Finanzsituation in ähnlicher Art und Weise aufgearbeitet haben möchte oder Spezialfragen hat, kann sich jederzeit gerne unter meinefinanziellefreiheit@gmail.com bei mir melden! Freue mich jedenfalls von Euch zu hören!

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19 Gedanken zu “Leserfrage: Kann ich in 10 Jahren Millionär werden?

    1. Hallo ,
      Danke für Deinen Kommentar und den Hinweis auf die beiden Artikel, die ich mit Interesse gelesen habe! Erfreulicherweise decken Sie sich mit den Aussagen in meinen Artikeln zum Cost Averaging sowie zur Investition eines großen Geldbetrages.

      https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/11/17/investieren-mit-dem-durchschnitt-der-cost-average-effekt/

      https://meinefinanziellefreiheit.com/2017/04/13/grosser-geldbetrag/

      Entscheidender Punkt ist aus meiner Sicht, dass Cost Averaging gar keine Alternative zum Einmalinvestment ist, da das Geld meist gar nicht vorhanden ist. Wenn der Geldbetrag vorhanden ist, dann ist „all in“ gefragt und nicht cost averaging. Wenn der Geldbetrag erst in kleinen Tranchen verdient wird, kommt zwangsläufig der Cost Average Effekt zum Einsatz – Arithmetik hin oder her 😉
      Viele Grüße
      MFF

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  1. Der gute Franz hat ja ganz schön ambitionierte Ziele. Vor allem hat es mich gewundert (und natürlich kurz erschreckt), dass er Vieles mit der erwarteten Rendite der Kapitalanlagen erreichen wollte. Nur die ist in einer 10-Jahres Periode leider überhaupt nicht planbar. 😀 Vielleicht hat Franz sogar Glück und die Kurse steigen wie verrückt. Wenn es dann allerdings in Jahr 9 etwas kracht, hat der Ex-Millionär Franz Finanz bei Weitem keine Million mehr in Jahr 10. Wenn er es vertragen kann, bereits zuvor Millionär zu sein und in Jahr 10 wieder unter einer Million zu sein, stehen die Chancen aber nicht schlecht.

    Viele Grüße vom Depotstudent Dominik 🙂

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    1. Hallo lieber Depotstudent Dominik,
      Danke für Deinen Kommentar!
      Ich pflichte Dir völlig bei, dass der Endwert nach 10 Jahren höchst abhängig von der Kapitalmarktentwicklung ist. Letztlich sollte es für Franz Finanz aber auch egal sein, ob er die Million tatsächlich erreicht hat oder auf Grund der Kapitalmarktentwicklung über-/wieder unterschritten hatte. Was hältst Du von den drei „Abwehrstrategien“, die ich Franz vorgeschlagen habe, um dem Risiko der Verfehlung der Millionengrenze zu begegnen?
      Viele Grüße
      MFF

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  2. Dieses Beispiel setzt voraus, daß alle anderen Fährnisse des Lebens (neues Dach, neue Heizung, neues Auto, im Falle von Familie eventuelle Schulgelder/Studiengebühren, Sabbaticals, Selbstfindung, Reisen, Hobbies (Wein, Tennis, Segeln, …..)) aus dem laufenden Gehalt bezahlt werden können. Die Immobilie selbst liegt hoffentlich in einer Region, die Wertbeständigkeit ermöglicht. Wir wollen auch hoffen, daß die Gesundheit (physisch und psychisch) ausreicht, einer geregelten und entsprechend bezahlten Tätigkeit nachzugehen. Dann sollte Franz Finanz im Berufsleben Gas geben und das Ziel mit dem notwendigen Glück innerhalb der nächsten 7Jahre erreichen ! Karriere machen, den Mehrverdienst diszipliniert anlegen und hoffen, daß die zukünftigen Reparaturen etc. aus den Dividenden bezahlt werden können.

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    1. Hallo Klaus die Maus,
      So habe ich Franz Finanz auch verstanden, denn er hat mir nur die zusätzliche Sparsumme genannt. Angesichts der recht hohen monatlichen Sparsumme, ist es wohl eher Spekualtion, ob er im Job noch weiter Gas geben kann/will. Wenn er sein Einkommen weiter steigern kann und so mehr sparen kann, freut mich das natürlich für ihn!
      Viele Grüße
      MFF

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  3. Die von Dir beschriebene Strategie klingt solide und bringt Franz fast ins Ziel. Man könnte bei mehr Risikobereitschaft (wie sie in der Trendfolgestrategie angedeutet wird) mit einer Hypothek schon zu Beginn die Aktienquote erhöhen und als Arbitrage auf eine entsprechende Entwicklung des eingesetzten Kapitals setzen.

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    1. Hallo Felix,
      Danke für Deinen Kommentar!
      Ich bin sehr skeptisch, ob Franz mehr Risiko nehmen sollte. Schulden auf die selbstgenutzt Immobilie würde ich nicht aufnehmen, um in Aktien investieren zu können. Schau Dir doch auch mal folgenden Artikel zum Thema gute Schulden an, das Belasten der selbstgenutzen Immobilie für Aktieninvestitionen ist da nicht dabei 😉
      https://meinefinanziellefreiheit.com/2018/03/15/gute-schulden/
      Viele Grüße
      MFF

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  4. Also bei den drei Abwehrstrateguen bin ich voll bei Dir. Was Du auch angesprochen hast und sicherlich Sinn machen kann, ist die Diversifikation über mehrere Anlageklassen. Wenn die Million stehen soll, kann es ratsam sein, Klassen zu wählen, die sich im Wert häufig (historisch) antizyklisch verhalten. Ich bin zwar absolut kein Fan von Rohstoffen (die machen mir zu wenig 😉 ), aber so ein bisschen Gold etc. schadet sicher nicht. Ich muss aber sagen, dass auch 5 – 10 % Gold die Million nicht ausrechterhalten werden, wenn es mit den Aktien runter geht. 🙂

    Grüße! 🙂

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    1. Hallo Depotstudent,
      Bei Rohstoffen bin ich auch sehr kritisch – richtigerweise handelt es sich nich um eine Investition! Gold wird oft als Absicherung für das Depot bezeichnet, doch hat es wohl einen stark rendite-verschlechternden Effekt (wenn es nicht gerade zu Über/Unterbewertungen kommt).
      Ich habe übrigens einen Artikel zum Thema Rohstoffinvestments geplant, also noch ein wenig Geduld haben 😉
      Viele Grüße
      MFF

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  5. Soweit gute Überlegungen.
    Nur die Formel „Aktienquote = 100 – Lebensalter“ halte ich für unnützlich.

    Für eine bessere Performance könnte man auch überlegen, ggf die Immobilie zu vermieten und in eine günstigere Mietwohnung zu ziehen.

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    1. Hi Fredo,
      Danke für Deinen Kommentar!
      Tja, „100-Lebensalter=Aktienquote“ wird in der Tat zuweilen kritisiert. Mir gefällt daran die Einfachheit und das lagsame Zurückfahren der Aktienquote mit zunehmendem Lebensalter. Oder hast Du ähnlich einfache Alternativen, die Du für die Asset Allocation empfiehlst?
      Die Vermietung der Immobilie/Anmietung einer Mietwohnung habe ich nicht in Betracht gezogen. Das könnte einen wesentlichen Einschnitt in die Lebensumstände von Franz Finanz bedeuten. Ich weiß nicht, ob er ein Freund des Frugalismus ist und sich nun auf 30m2 zufrieden geben würde 😉
      Viele Grüße
      MFF

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  6. Du empfiehlst ihm zum Aufbau seiner Aktienquote für das frei verfügbare Finanzanlagevermögen Investments in ETFs. Das kann ich nur unterstützen. Was hältst Du alternativ davon, wenn er seine Überlegung zu 5-10 Qualitätsaktien zurücknimmt. Denn zutreffend ist die Diversifikation hier viel zu gering. Wenn er aber auf 50-100 Aktien aus den Top 200 des MSCI ACWI gehen würde? Dann hätte er eine recht breite Diversifikation erreicht. Nachteil wäre, dass er sich mit den Werten dem Grunde nach beschäftigen müsste. Ganz abgesehen davon, dass er die Transaktionen dann auch nach und nach durchführen müsste. Die zwar sehr geringen, aber vorhandenen laufenden Kosten aus dem ETF würden entfallen. Dem gegenüber stehen einmalige Transaktionskosten beim Erwerb (unterstellt buy-and-hold). Vielleicht mag er aber das direkte Halten von Aktien eher als das derivative Produkt des ETF.
    Viele Grüße
    Andreas

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    1. Hallo Andreas,
      Danke für Deinen Kommentar! Zu Deinen Punkten:
      50-100 Qualitätsaktien aus dem MSCI ACWI können wahrscheinlich den Index ganz gut nachbilden. Aus Gesichtspunkten der Diversifikation wäre das also ganz gut. Richtig ist auch, dass dadurch die laufenden Kosten des ETF entfallen würden. Gleichzeitig tut sich ein großer Nachteil auf: Das laufende Administrieren, gerade auch der regelmäßige Nachkauf wird gewaltige Komplexität hervorrufen. Ich glaube, dass es erst ab signifikanten Portfoliogrößen Sinn machen würde, Direktinvestments vorzunehmen.
      Viele Grüße
      MFF

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  7. Hi Lukas,

    also wenn ich Franz wäre, und meinem Berater als Ziel 536.000 Euro Vermögenszuwachs in zehn Jahren nennen würde und du ihm deinen Vorschlag unterbreitest, würde ich mir danach noch eine zweite Beratung anhören. Denn in deinem Vorschlag wird das Ziel verfehlt. Und nach Abzug der Steuern sogar ziemlich deutlich.

    Die bisherige Idee von Franz mit einer gehebelten Strategie zeigt, dass er deutlich risikoaffiner ist, als der durchschnittliche Privatanleger. Um sein Ziel zu erreichen, braucht er deutlich mehr als die kalkulierten 7 % pro Jahr vor Steuern. Wenn er bereit ist, das erhöhte Risiko zu tragen, kann er auch höhere Renditen erreichen. Das geht vermutlich nicht mit einem ETF. Dein Vorschlag ist hingegen ein solider Standardvorschlag für den 0815-Privatanleger, zu denen ich Franz nicht zählen würde. Und zwar genau dann, wenn der Wunsch ist, eine langfristig eine solide Rendite zu erwirtschaften. Auch würde ich bei einem Anlagehorizont von 10 Jahren sehr wohl Einstiegszeitpunkte wählen, bei 20 – 30 Jahren stimme ich dir zu und halte das für verzichtbar. Meine Alternativvorschläge wären daher:

    a) Finanzbildung aneignen und in 15-20 Einzelaktien investieren (vielleicht als Sparplan?)

    b) Finanzbildung aneignen und eine Honorarberatung in Anspruch nehmen

    c) Finanzbildung aneignen und eine seriöse Vermögensverwaltung in Anspruch nehmen

    Leider ist nicht bekannt, was Franz mit seinem Vermögen nach Zielerreichung plant. Je nachdem ob der Vermögensaufbau anschließend fortgeführt werden soll, würden meine Vorschläge anders ausschauen.

    Schönes Wochenende
    Marco

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    1. Hi Marco,

      Danke für Deinen ausführlichen Kommentar mit abweichender Perspektive!

      Du sprichst Dich bei Deinem Vorschlag ja letztlich für höheres Risiko und damit (hoffentlich) höhere Rendite aus. Dabei solltest Du Franz Finanz aber nicht verheimlichen, dass mit der höheren Rendite auch eine höhere Streuung der Ergebnisse erfolgen kann. Das Ziel könnte also auch mit einer risikoreicheren Strategie – vielleicht sogar noch deutlicher – verfehlt werden.

      Deine drei Empfehlungen legen jeweils Finanzbildung an Franzens Herz – dem kann ich nur zustimmen! Gleichzeitig können wir nicht sicher sein, ob er sie sich aneignen wird. Zudem gebe ich zu bedenken, dass Franz sich noch nicht Finanzthemen beschäftigt hat. Wenn Du nun von einer 0815-Strategie sprichst, die ich im empfehle, ist diese vielleicht besser auf seine Situation zugeschnitten als was 15-20 Einzelaktien, ein Honorarberater oder eine Vermögensverwaltung versprechen?

      Viele Grüße
      MFF

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  8. „Es handelt sich offenbar um eine gehebelte Trendfolge-Strategie. Wem das Spaß macht und wer ein entsprechendes Risiko einzugehen bereit ist, kann das natürlich tun – es sollte nur klar sein, dass es sich um ein durchaus spekulatives Unterfangen handelt, gerade wenn Hebelprodukte zum Einsatz kommen.“

    Wenn Hebelprodukte eingesetzt werden, muss es sich nicht immer um ein spekulatives Unterfangen handeln. Ganz im Gegenteil kombiniere ich seit ca. 20 Jahren mit einer ähnlichen Zielsetzung, wie der Fragesteller, breit gestreut passive Aktienindex-ETFs und Managed Futures Fonds. Letztere setzen u.a. auch Trendfolgestrategien mit hohen Hebel bis zu 10 professionell ein. Und damit hebe ich meine langfristige Rendite sehr gleichmäßig um ca. +2% über den Index und senke gleichzeitig das Risiko deutlich ab, um dann nicht kurz vor der Freiheit von einem herben Einbruch am Finanzmarkt überrascht zu werden. Über meine ebenfalls anspruchsvollen Ziele bin ich damit sogar schon längst hinausgeschossen.

    Der seit zig Jahren bewährte Trick dabei ist, möglichst viele unkorrelierte Anlageklassen mit aktienänlicher Rendite zu kombinieren und rein systematisch opportunistisch zu rebalancen. Das habe ich hier genauer beschrieben:
    http://freiheitsmaschine.com/2017/11/17/millionaer-werden-sein-interview-nr-8-smartinvestor-power-of-antifragilitaet-zinseszins/

    Vielleicht ist das, was der Fragesteller wirklich sucht. Denn anspruchsvolle Ziel erfordern i.d.R. anspruchsvolle Vorgehensweisen. Geht nicht gibts nicht. 😉

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