In meinem Artikel vor einigen Wochen habe ich meine Leser in einer Umfrage um Feedback und Anregungen gebeten. Ich danke Euch herzlich für Eure zahlreichen Rückmeldungen! Wenn ich aus der Demographie der Umfrage auf meine Leserschaft extrapoliere, ergibt sich ein ziemlich eindeutiges Bild wer meinen Blog liest: Männer zwischen 30 und 50 mit höherer Bildung, die überwiegend in einer Partnerschaft leben. Überrascht hat mich das zwar nicht, doch war die Tatsache, dass mehr als 85% Männer sind, doch sehr verblüffend. Dieser Artikel geht daher der Frage nach, ob persönliche Finanzen Männersache sind.

Sind Finanzen generell ein Männerthema?

Angesichts dieser erdrückenden Statistik, mag dieses Bild schon entstehen. Ist ja auch verständlich: Zahlen, komplexe Excel-Tabellen, Online-Broker und das volatile Börse-Geschehen in der großen weiten Welt – das alles klingt ja wirklich sehr männlich, oder? Jetzt ernsthaft? Im Jahr 2019? Das kann wohl nicht wahr sein!

Es scheint aber tatsächlich so zu sein, dass sich in vielen traditionellen Beziehungen der Mann um’s Geld kümmert. Wirklich aussagekräftige Studien im deutschsprachigen Raum habe ich dennoch nicht gefunden. Einzig eine Studie der Postbank, veröffentlicht im der Welt legt nahe, dass sich Frauen eher darauf verlassen, als Männer, dass sich der jeweils andere Partner um die Finanzen kümmert.

Andererseits gibt es jede Menge weibliche Bloggerinnen, die sich um das finanzielle Glück ihrer weiblichen Leser bemühen: Die Finanzmixerin, Klunkerchen, Geldfrau und viele andere mehr. Es ist also nicht so, dass sich ausschließlich Männer mit dem Thema persönliche Finanzen beschäftigen und die weibliche Zielgruppe nicht bedienen wollen. Auch meine persönliche Erfahrung aus Leseranfragen aber sogar aus Finance Kursen an der Uni bestätigt dass Finanzen keine Männer-Domäne sind. Und das ist auch gut so!

Ist das problematisch, wenn nur Männer sich mit den Familienfinanzen beschäftigen?

Dem liberal denkenden Menschen sollte es grundsätzlich ja egal sein, ob sich Mann oder Frau um die Finanzen einer Familie kümmert. Was ist übrigens mit gleichgeschlechtlichen Beziehungen 😉 Jeder sollte in seiner Beziehung unabhängig von gesellschaftlichen Konventionen und Vorstellungen so organisieren können, wie er möchte. Ein Eingriff des Staates („Frauenquote bei persönlichen Finanzen“?) genauso wie neun Mal kluge Hinweise von Bloggern wie mir, wären dann mehr als unangebracht.

Natürlich steht es jedem frei, sich in der kleinsten gesellschaftlichen Einheit, der Familie, so zu organisieren wie er möchte. Ich denke nur, dass dies innerhalb von drei wichtigen Rahmenbedingungen zu erfolgen hat:

  1. Es muss eine tatsächliche Vereinbarung und Auseinandersetzung mit dem Thema in der Beziehung die Grundlage für die Übernahme der Familienfinanzen bestehen. Eine stillschweigende oder auf Grund von gesellschaftlichen Erwartungen vorgenommene Rollenverteilung widerspricht auch dem Ideal der freien Vereinbarung zu Grunde.
  2. Finanzbildung beider Partner ist die Voraussetzung für bewusste Finanzentscheidungen. Wie schon in einem früheren Artikel geäußert, sollte diese Finanzbildung – natürlich ohne Unterscheid auf das Geschlecht – bereits in der Schule in Grundzügen vermittelt werden. Wenn weder Diskussion über die Finanzen, noch das gemeinsame Tragen wesentlicher finanzieller Entscheidungen nicht von beiden Partnern mitgetragen wird, erscheint das problematisch.
  3. Es sollte ein Mindestmaß an Transparenz und Unabhängigkeit bestehen bleiben. Statistiken zeigen, dass Beziehungen nicht immer halten, bis der Tod sie scheidet. Gerade im Trennungsfall entsteht bei zu starker Rollenteilung die Gefahr für den Verantwortung delegierenden Partner sowohl übervorteilt zu werden als auch über wichtige Skills in einem kritischen Zeitpunkt nicht zu verfügen. Bekanntlich ist ja ein Mann ja keine Altersvorsorge!

Außerhalb dieser Rahmenbedingungen halte ich also eine starke Konzentration der Verantwortung für persönliche Finanzen bei einem Partner, v.a. den Männern, für problematisch. So kann ich einerseits meinen überwiegend männlichen Lesern nur empfehlen, das Thema Finanzen zum Beziehungsthema zu machen. Darüber hinaus, ermuntere ich meine weiblichen Blogger-Kolleginnen froh und munter weiter zu machen!

Was habe ich aus der Umfrage sonst noch von Euch erfahren?

Anfangs war ich sehr unsicher, ob ich die Umfrage überhaupt machen soll. Doch hat die Umfrage eine Reihe spannende Erkenntnisse mit sich gebracht, die ich in künftigen Artikeln auch gerne aufgreifen werde. Insofern habe ich keine schlechten Gefühle mehr. Zum einen sind die „hot topics“ jedenfalls passive Einkommensquellen und Investieren. Kontrolle über die eigenen Finanzen und Sparen sind weniger prominente Themen. Dabei sind besonders allgemeine Tipps und Erfahrungsberichte interessant, Interviews mit anderen Bloggern sind hingegen nicht so der Brüller.

Insgesamt habe ich viele Ermunternde Hinweise erhalten und ein paar spannende Themen für künftige Artikel mitgenommen bzw. auf meine Liste gesetzt! Dem mehrfach geäußerten Wunsch nach mehr Artikeln werde ich gerne so Rechnung tragen, dass ich künftige wieder wöchentlich einen neuen Artikel publizieren werde. Mehr als das, werde ich angesichts meines Arbeitsrhythmus und Familienlebens nur schwer unterbringen. Aber vielleicht ist das etwas für die Zeit nach Erreichen der finanziellen Freiheit?

Jedenfalls danke ich Euch für das zahlreiche, durchwegs ermutigende Feedback! Weitere Anregungen für Artikel oder auch Fragen zu konkreten Finanzsituation sind natürlich herzlich willkommen, sei es über einen Kommentar oder per E-Mail an meinefinanziellefreiheit@gmail.com.

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