Wie der Titel des Artikels nahelegt, geht es im heutigen Artikel um Crowd-Investments in Immobilien! Da ich selbst keine Erfahrung mit diesen Investments habe, habe ich meinen Bloggerkollegen Christian Ankenbrand von Finanz-Kurator.de zu einem Gastbeitrag eingeladen. Viel Spass beim Lesen!

Immobilien gehören nach wie vor zu den beliebtesten Geldanlagen der Deutschen. Immobilieneigentum selbst zu nutzen oder gewinnbringend zu vermieten, verspricht nicht nur Sicherheit, sondern ist auch langfristig gesehen oft mit einer Wertsteigerung des Objekts verbunden. Viele Anleger versuchen daher derzeit, gerade in der anhaltenden Niedrigzinsphase, ihr Erspartes in Immobilien anzulegen. Betongold* gilt gerade unter Privatleuten als sichere Anlageform.

Doch schnell kann auch die Ernüchterung folgen, wenn Mieter ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen, der bürokratische Aufwand sich immer weiter auftürmt, beim Blick auf die horrenden Kaufnebenkosten oder wenn sich Baumängel bemerkbar machen. Eine gute Alternative ist das digitale Investieren in Immobilienobjekte zusammen mit der Crowd.

Beim Immobilien-Crowdinvesting, welches noch prägnanter wiedergegeben wird durch den deutschen Begriff Schwarmfinanzierung*, werden Bauvorhaben durch einen großen Zusammenschluss von Privatinvestoren teilfinanziert. Aus zahlreichen kleinen Beträgen, sogenannten Mikroinvestments, wächst eine stattliche Investitionssumme. Dafür erhalten sie eine attraktive Verzinsung ihres eingesetzten Kapitals.

Immobilien-Crowdinvesting mit BERGFÜRST

Zuallererst stellt sich aber die Frage, warum Projektentwickler überhaupt den Umweg über die Crowd gehen und ihr Vorhaben nicht einfach über eine Bank finanzieren?

Bei der Finanzierung von Immobilienprojekten erwarten Banken, dass Unternehmen Projekte mit einer Eigenkapitaldecke von mindestens 20 % ausstatten. Das bindet ungemein viele Mittel und schränkt den Handlungsradius der Unternehmen ein. Crowdinvesting bietet diesen Projektentwicklern nun die Möglichkeit über die Crowd – per Nachrangdarlehen – Kapital einzuwerben. Aus Sicht der Bank zählt dieses nachrangige Crowdkapital als Eigenkapital – das Bankdarlehen wird gewährt. Das Immobilien-Crowdinvesting ersetzt somit nicht die Bankfinanzierung, es ermöglicht sie. Für Investoren bedeutet das aber: Die Darlehensforderung der Bank steht im Rang vor den Forderungen der Crowdinvestoren. Die Privatinvestoren werden im Gegenzug aber für ihr Ausfallrisiko entsprechend entlohnt und die Rendite in Immobilien-Crowdinvestments kann je nach Angebot aktuell durchaus 7 % p.a. betragen oder übersteigen. Generell bietet die Anlageform einige weitere attraktive Merkmale:

1. Risikostreuung & Transparenz

Den Vorteil nicht einen signifikanten Betrag in eine einzige Immobilie stecken zu müssen, d.h. nicht alles Geld auf ein Pferd setzen zu müssen, sollten Privatanleger unbedingt nutzen. Wie bei anderen Anlageklassen ist auch hier Diversifizieren das Zauberwort. Im Vergleich zu Immobilienfonds weiß man zudem auch ganz genau, in welches Bauprojekt man Geld gesteckt hat.

2. Geringe Einstiegsbarriere & geringe Laufzeiten

Schon mit kleinen Investitionssummen lassen sich attraktive Renditen erzielen. Bei den meisten Crowdfunding-Plattformen kann man bereits ab 500 Euro in ein Projekt investieren. Diese sogenannten Mikroinvestments ermöglichen es praktisch jedem Kleinanleger hin und wieder eine Investition zu tätigen. Hinzu kommt, dass die Laufzeiten meist unter 36 Monate liegen. Dadurch ist das eingesetzte Kapital nur kurz gebunden und steht in absehbarer Zeit wieder zur Verfügung.

3. Keine Gebühren, keine Verwaltung

Aktuell sind mir keine Plattformen bekannt, auf denen Gebühren für das Platzieren eines Investments anfallen oder danach für die weitere Verwaltung. Dadurch fließt das komplette eingesetzte Geld unmittelbar in die Investition und damit in die Erwirtschaftung eines Ertrags. Im Gegenteil: Immer wieder bieten Plattformen Neuinvestoren sogar eine einmalige Willkommensprämie.

4. Geringe Ausfallzahlen

Im Vergleich zum Crowdinvestment in Startups und Kleinunternehmen ist das Finanzieren von Immobilienprojekten vergleichsweise mit einem kleinen Risiko versehen. Man investiert eben nicht in Start-Ups und Gründer frisch von der Uni, sondern in solide Immobilienprojekte mit in der Regel langjährig erfahrenen Projektentwicklern – die zum Teil auch selbst haften oder andere Sicherheiten aufweisen können. In der Tat sind in Deutschland nur wenige Totalausfälle bei Immobilien-Crowdinvestments bekannt.

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Inzwischen kann jeder in die vergleichsweise noch eher neue Anlageklasse einsteigen und selbst mit kleinem Geld ansehnliche Erträge realisieren – den richtigen Riecher vorausgesetzt. Da verwundert es nicht, dass die Plattformen regen Zulauf erfahren – auch wenn es sich wie bei Aktien um eine Risikokapitalanlage handelt, die im schlimmsten Fall zum Totalausfall führen kann. Durchforstet man das Internet, entdeckt man im deutschsprachigen Raum inzwischen ein stark fragmentiertes Angebot ausgehend von über 30 Portalen, auf denen Privatanleger in die Rolle des Investors schlüpfen können. Hier setzt Finanz-Kurator.de an. Das Selbstverständnis der Website ist es als Web-Atelier in Erscheinung zu treten, welches inspirierende Crowdinvesting-Cases recherchiert, sorgfältig selektiert und ausstellt. Am Ende ist jedoch natürlich das persönliche Gespür des Einzelnen gefragt, wenn es darum geht, eine Entscheidung für ein Investment zu treffen und eine eigene Anlagestrategie zu entwickeln.

Vielen Dank an Christian für seinen Gastbeitrag! Wie haltet ihr es mit Immobilien-Crowd-Investments? Freue mich auf den Austausch in den Kommentaren.

2 thoughts on “Mit der Crowd Betongold schürfen

  1. Vielleicht noch erwähnenswert: Nicht überall sind es nur Nachrangdarlehen, Bergfürst hat dies mittlerweile geändert. Für den Anleger und dessen Sicherheit nicht ganz unerheblich.

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  2. Ein sehr guter Beitrag. Gut zusammengefasst! Ein Lob an deinen Gastautor! 🙂

    Bevor ich allerdings für andere Menschen oder Unternehmen Immobilien finanziere, tilge ich erst mal die eigene. Und das Ausfallrisiko ist halt nicht von der Hand zu weisen. Dazu stören mich tatsächlich auch die Zeiträume von zwei oder mehr Jahren. Das ist für und mein aktuelles Kapital schon zu lang. Rendite kommt mit Risiko. Und bei einem größeren Bau, der über mehrere Jahre geht, kann viel schief gehen. Da bin ich als Ex-Berliner aber vielleicht auch besonders kritisch…

    Viele Grüße
    Finanzfelix

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