Kontrolle und Automatisierung – warum ein strategischer Blick auf die persönlichen Finanzen essentiell ist

Kontrolle und Automatisierung – warum ein strategischer Blick auf die persönlichen Finanzen essentiell ist

 Ich habe bereits mehrere Artikel publiziert, die sich mit der Frage beschäftigt haben, wie man sein Finanzleben am besten strukturiert, um sowohl Kontrolle über die eigenen Finanzen zu haben als auch einen hohen Grad an Automatisierung des Sparens zu erreichen. Dabei handelte es sich um den Artikel zur finanziellen Grundausstattung, um den Beitrag zum Kontomodell und andererseits jenen zum Urlaubsfonds.

Da mir eine breite Vielfalt der Meinungen, u.a. auf Grund des höheren Mehrwerts für die Leser meines Blogs wichtig ist, erscheint heute ein weiterer Artikel zu diesem Thema. Mein Blogger-Kollege Marco von Vermögensanleger.de berichtet auf seinem Blog, wie er seine Finanzen selbst in die Hand nahm und so finanziell unabhängiger wurde. Der nachfolgende Artikel motiviert nicht nur dazu sich selbst ausführlich mit seinen Finanzen zu beschäftigen und diese als Unternehmen zu betrachten, sondern zeigt auch den Sinn und Zweck eines strategischen Finanzsetups auf. Viel Spaß beim Lesen!

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Das Kontomodell für Deine finanzielle Freiheit – transparent, einfach, automatisiert

Das Kontomodell für Deine finanzielle Freiheit – transparent, einfach, automatisiert

Die eigenen Finanzen so richtig im Griff zu haben, ist die entscheidende Voraussetzung für den erfolgreichen, nachhaltigen Vermögensaufbau. Verkürzt gesagt: Weniger ausgeben, als man einnimmt! Dazu gehört sowohl ein klarer Blick auf Einnahmen und Ausgaben, eine möglichst einfache Struktur, als auch ein hoher Grad an Automatisierung. So kann vermieden werden, dass kurzfristige, zu tiefst menschliche Impulse die eingeschlagene Strategie über den Haufen werfen. Ein zentraler Hebel, um seine Finanzen im Griff zu haben, ist ein Kontomodell, das die genannten Zielsetzungen (transparent, einfach und automatisiert) unterstützt.

Jeder soll natürlich seine Finanzen so managen, wie er möchte – ich denke, dass es sich um eine sehr persönliche Angelegenheit handelt und es wohl auch sehr große Unterschiede je nach Persönlichkeit geben muss. Auch einige meiner Blogger-Kollegen haben zum Thema Kontomodell/-struktur schon Artikel geschrieben. Da hier sicher nicht ein Bild das richtige ist, wird auf meinefinanziellefreiheit.com auch bald ein Gastartikel zu diesem Thema erscheinen. So möchte ich unterschiedlichen Sichtweisen bei diesem Thema ausreichend Rechnung tragen. Jetzt wünsche ich aber erst einmal viel Spaß beim Lesen dieses Artikels, der das MFF-Kontomodell erläutert.

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Ferienwohnung kaufen – Sparmöglichkeit oder finanzielle Falle?

Ferienwohnung kaufen – Sparmöglichkeit oder finanzielle Falle?

Wie schon im zuletzt erscheinen Artikel zum Urlaubsfonds beschrieben, habe ich diesen Sommer mit meiner Familie Urlaub in Spanien gemacht. Wir hatten eine tolle Zeit südlich von Barcelona und haben auch schon mehrere Male am selben Ort Urlaub gemacht. Beim Spazieren an der Strandpromenade sah ich einige Schilder von Ferienwohnungen, die zum Verkauf standen. Dies brachte mich dann zum Nachdenken, ob der Kauf einer Ferienwohnung nicht sinnvoll sein könnte.h

Dieser Artikel erkundet sowohl Vor- als auch Nachteile einer Ferienwohnung in einer attraktiven Warmwasserdestination. Aus finanzieller Sicht, kommt der Artikel dann auch zu einer klaren Empfehlung für die Leser von Meine Finanzielle Freiheit!

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Zwischen Staycation auf Balkonien und dem Traumurlaub aus dem Urlaubsfonds

Zwischen Staycation auf Balkonien und dem Traumurlaub aus dem Urlaubsfonds

Europa ist in der Sommerpause! Spanier, Franzosen und Italiener sowieso haben sich aus Büros und Städten verdrückt und sind an den Strand umgezogen. Auch Nordeuropa urlaubt dieser Tage und ich hoffe sehr, dass Ihr alle die Ferien genießt! Wer schon finanziell frei ist, genießt sicher mehr Urlaub als die knappen zwei bis drei Wochen, die typische unselbständig Beschäftigte im Sommer an Urlaub konsumieren. Hoffentlich bietet dieser Blog-Beitrag nun eine angenehme Lektüre am Strand, in der Hängematte im Garten oder auf der Berghütte.

Urlaub bzw. die damit verbundenen Kosten stellen eine wesentliche Herausforderung für die persönlichen Finanzen dar. Unbestritten ist, dass Urlaub und Erholung ein wichtiges Grundbedürfnis ist, das auch vom Gesetz her besonders geschützt ist. Gleichzeitig lassen sich für Urlaub große Summen ausgeben, die ein typisches Budget sicher überschreiten. Gerade mit Familie können z.B. Flugreisen schnell ins Geld gehen. Darüber hinaus fallen die Kosten für Urlaub ganz antizyklisch und nicht schön über’s Jahr hinweg verteilt an, wie man sich das wünschen würde. Natürlich kann man der Problematik durch einen günstigen Urlaub begegnen, wie ihn Mafis jüngst in einem Blog-Beitrag sehr anschaulich beschrieben hat. Ich persönlich bin vom Reisen u.a. in ferne Länder fasziniert und genieße dabei das Kennenlernen anderer Kulturen. Gleichzeitig bin ich nicht der Typ für den völlig frugalen Urlaub, weshalb ich typischerweise mehr als einige Euros pro Urlaubstag ausgebe – doch das muss jeder für sich selbst, im Einklang mit seinen Prioritäten entscheiden.

Wie finanziert man also die Kosten des Urlaubs, inbs. auf Grund des antizyklischen Anfalls der Kosten? Wie hoch sollten die Kosten für Urlaub überhaupt sein? Wie verhindert man, dass das Urlaubsbudget aus dem Ruder läuft? Fragen über Fragen, die der gegenständliche Artikel klären möchte. Ich war Ende Juli mit meiner Familie in Spanien auf Urlaub und habe diese Gedanken im Nachgang gesammelt – entsprechend habe ich auch das Urlaubsfonds-Modell gleich auch in die Praxis umgesetzt und automatisiert. Ich freue mich auf Eure Meinung und den Gedankenaustausch mit Euch zu diesem Thema!

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Die verkehrte Welt – der Kredit mit negativen Zinsen ist da!

Die verkehrte Welt – der Kredit mit negativen Zinsen ist da!

Schon seit längerer Zeit ist die Eurozone ein „Negativzinszone“. Die Europäische Zentralbank hat den Referenz-Zinssatz zu welchem Banken Geld bei der Notenbank parken können in den negativen Bereich gedreht. Dadurch sollen die Banken angehalten werden Kredite zu vergeben statt Cash zu horten. Dies soll einen stimulierenden Effekt auf die Realwirtschaft haben und Kredite zur Finanzierung von Investitionen fördern. Zudem wurden weitere unkonventionelle Maßnahmen ergriffen, insb. der Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB/Quantitative Easing, um diesen Effekt weiter zu steigern. Über Erfolg und Sinnhaftigkeit diese Maßnahmen gibt es sehr kontroverse Ansichten.

Insb. ist umstritten, ob die Maßnahmen der EZB tatsächlich zu einer Ankurbelung der Kreditnachfrage gerade im deutschen Herz der Eurozone geführt haben. Wird doch die Kreditnachfrage ganz wesentlich vom Investitionswillen der Wirtschaft und der Konsumenten getrieben und nicht nur von der Verfügbarkeit günstiger Kredite. Gleichzeitig wurde die Kreditvergabe der Banken ja durch regulatorische Vorgaben zusehends eingeschränkt, um die Robustheit der Banken zu erhöhen (erhöhte Kapitalanforderungen, strengere Richtlinien bei der Kreditvergabe, Compliance-Vorschriften, etc.)

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Bargeld oder elektronische Geldbörse?

Bargeld oder elektronische Geldbörse?

Ich habe schon eine Reihe von Artikeln zum Themakomplex Kontrolle über die eigenen Finanzen geschrieben, so zum Beispiel Kassasturz, Verschuldung und Überschuldung, Leitfaden Ausgabencheck und Ausgaben-Benchmarking oder zuletzt zum Notfallfonds. Mit diesem Artikel möchte ich einen weiteren Aspekt ansprechen, der insb. in angloamerikanischen personal finance Blogs viel diskutiert wird: Ist es besser Bargeld oder bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten zu verwenden?

Tenor vieler dieser Blogs (z.B. 7 Compelling Reasons to Use Cash Instead Of Credit) ist, dass Bargeld am besten geeignet sei, um die Kontrolle über ein gesetztes Budget und die eigenen Ausgaben zu behalten. Das absolute Ausgabelimit wäre, was noch an Bargeld vorhanden ist und so bestehe auch eine psychologische Unterstützung sparsam zu sein. Es könne das Abdriften in Konsumschulden vermieden werden und außerdem wäre Bargeld ja gänzlich anonym und Zahlungen nicht verfolgbar.

Zuerst würde ich vor einer direkten Übertragung der Funktionsweise der amerikanischen Kreditkarten auf die kontinentaleuropäischen Instrumente des bargeldlosen Zahlungsverkehrs warnen. Typischerweise bauen amerikanische Kreditkarten den Debit-Saldo auf, während eine monatliche Zahlung im Ermessen des Karteninhabers ist. Die typische kontinentaleuropäische Kreditkarte ist aber eher mit der amerikanischen charge card vergleichbar, da eine monatliche Rückzahlung des gesamten Rechnungsbetrags erforderlich ist. Der Aufbau von Konsumschulden auf der Kreditkarte wird daher faktisch gar nicht möglich sein. Allerdings kommen in letzter Zeit auch Kreditkarten nach Amerikanischem Vorbild auf den Markt, z.B. free.at Zudem laufen viele kontinentaleuropäische, bargeldlose Zahlungsmittel entweder gegen einen Guthabenstand auf einem separaten Konto beim jeweiligen Anbieter oder mittels EC/Bankomat-Karte ohnehin über das Girokonto.

Außerdem glaube ich, dass die weiteren (vermeintlichen) Vorteile von Bargeld teilweise gar nicht bestehen aber auch anderweitig erzielt werden können:

  • Kontrolle – die Kontrolle über die eigenen Ausgaben kann aus meiner Sicht besser über bargeldlose Zahlungsmittel hergestellt werden. Die Auflistung der Ausgaben in einer in Excel auswertbaren Tabelle erlaubt sowohl Kategorisierung als auch Kontrolle im Nachhinein. Darüber entsteht auch Transparenz über eine Vielzahl von Ausgaben, die bei der Verwendung von Bargeld verschwinden würden, z.B. wie viel wurde nun tatsächlich für Kaffee in der Kantine ausgegeben?
  • Budget – natürlich ist ein schwindender Bargeldbestand ein guter Indikator für das verbleibende Budget. Genau dieser Effekt kann aber über das Girokonto erzielt werden, wenn man zwei Tricks anwendet: i) nicht auf Dispo-Kredit/Überziehungsrahmen zurückgreift und ii) am Monatsanfang bereits den Sparbetrag zur Seite legt, wie in meinem Blogbeitrag zum automatisierten Sparen beschrieben. So kann die gewünschte Budgetkontrolle genauso leicht erzielt werden.
  • Absolutes Ausgabenlimit – wenn das gesamte Bargeld ausgegeben ist, ist klarerweise ein gewisses Ausgabenlimit erreicht. Ich frage mich aber, ob dieses Limit auch effektiv ist. Es kann nämlich zu Abhebungen vom Geldautomaten, Plünderungen des Notfallfonds oder des Sparschweins kommen. Dadurch wäre das absolute Ausgabenlimit sehr schnell überwunden. Einen ähnlich guten Effekt kann man durch die Festlegung eines Budgets für die Kreditkartenrechnung erzielen, dieses Budget kann allenfalls sogar hart in das seitens der Bank eingeräumte Kreditlimit übersetzt werden.

Das Argument der Anonymität ruft bei mir aber das größte Stirnrunzeln hervor. Für alle diejenigen, die illegalen Tätigkeiten von Geldwäsche bis Steuerhinterziehung nachgehen wollen, mag dies höchst relevant sein, hoffentlich aber nicht für die Leser meines Blogs. Der Wunsch die ein oder andere Zahlung anonym tätigen zu wollen – die Gründe möge jeder für sich selbst klären… – steht zu dem nicht im Widerspruch, rechtfertigt aber jedenfalls keinen Schwenk zu einem „cash only“-Zahlungsverhalten.

Noch nicht überzeugt? Aus meiner Sicht ergeben sich aber aus der Nutzung bargeldloser Zahlungsmöglichkeiten noch weitere Vorteile

  • Transparenz – Über die Kontenübersicht in meinem Online Banking habe ich laufende Übersicht über die aktuellen Kontostände auf Girokonto und Kreditkarte. Zudem habe ich so auch im Nachhinein vollständige Transparenz und Klarheit über die getätigten Ausgaben, ohne ein separates Kassabuch zu führen.
  • Analysemöglichkeiten – Die in Excel übergeleiteten Zahlungsverkehr-Informationen ermöglichen eine hervorragende Möglichkeiten zur Analyse z.B.: In welchen Ausgabengruppen fallen im Monatsverlauf/saisonal welche Zahlungen an? Gibt es Muster? Welche Ausgabengruppen sind im Benchmark-Vergleich hoch/niedrig?
  • Convenience – Bequemlichkeit soll nicht das Killerargument für elektronischen Zahlungsverkehr sein. Allerdings empfinde ich es als sehr unpraktisch einen Weg zum Geldautomaten unternehmen zu müssen, um eine Bar-Transaktion abschließen zu können. Die neuen, kontaktlosen Zahlungsmöglichkeiten sind in der Tat sehr praktisch und einfach handzuhaben.
  • Bonuspunkte – einige Kreditkartenanbieter gewähren den Karteninhabern für Ihre Zahlungen Bonuspunkte, Flugmeilen, odgl. Durch den Umstieg auf Cash kann dieser Vorteil nicht mehr genutzt werden. Die Motivation die daraus entstehen mag, nämlich dass höhere Ausgaben mehr Bonuspunkte bewirken, halte ich allerdings für zweifelhaft.
  • Zeitversatz – durch die verzögerte Zahlung (bis zu 6 Wochen später) kommt es zumindest theoretisch zu einem Zinsvorteil für den Nutzer von Kreditkarten. Dieser Effekt wird natürlich im derzeit vorherrschenden Niedrigzinsumfeld verschwindend gering sein, sofern nicht hochverzinste Schulden abgedeckt werden können.

Am Ende des Tages muss jeder für sich entscheiden, welchen Weg er selbst gehen möchte. Ein vollständiger Umstieg auf elektronischen Zahlungsverkehr ist nach meiner Erfahrung in Kontinentaleuropa auf Grund der fehlenden Akzeptanz, gerade bei Kleinbeträgen noch nicht möglich. Auch können persönliche Präferenzen und Verhaltensmuster (z.B. Kontrollbedürfnis über Bargeld) natürlich in die eine oder andere Richtung ausschlagen.

Für mich persönlich habe ich entschieden >80% meines Zahlungsverkehrs elektronisch und dabei primär über Kreditkarten durchzuführen. Einerseits verfolge ich eine Trennung von beruflichen und privaten Ausgaben über verschiedene Kreditkarten. Andererseits nutze ich die Auswertungen auf Konto und Kreditkartenabrechnung auch aktiv um meine Ausgaben zu budgetieren und zu kontrollieren. Zuletzt profitiere ich natürlich auch von den diversen Bonusprogrammen. Dabei beobachte ich allerdings, dass diese im Zeitverlauf weniger attraktiv werden, u.a. auch weil die von den Kreditkartenbetreibern eingehobenen Interchange Fees auf Grund europäischer Regularien absinken und die Kosten für die genannten Bonusprogramme angepasst werden.

Was ist Ihre Meinung? Kommen Sie ohne Bargeld aus? Oder fühlt sich für Sie ein Bündel Bargeld nach mehr Kontrolle an? Hinterlassen Sie gern einen Kommentar!

PS: Habe jüngst diesen Artikel in der Tageszeitung Die Presse gelesen – demnach sind die Österreicher noch immer Bargeld-Fans…

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Notfallfonds

 

Notfallfonds

Notfallfonds

Meine Leser wissen bereits, dass für mich finanzielle Freiheit eng mit persönlicher Freiheit verknüpft ist. Damit meine ich insbesondere auch die Freiheit von den Systemen der staatlichen Vorsorge und der politischen Willkür ihrer Veränderung. Wie ich im Blogbeitrag Warum überhaupt finanzielle Freiheit anstreben? beschrieben habe, soll finanzielle Freiheit auch Vorsorge vor unvorhersehbaren Schicksalsschlägen bedeuten.

Wenn Sie jetzt entgegnen, dass genau zu diesem Zweck ja Arbeitslosenversicherung, Mindestsicherung, Hartz IV & Co. vorgesehen sind, würde ich entgegnen, dass ich mich auf diese Systeme eben nicht verlassen würde wollen. Einerseits sind sie meist an enge Kriterien gebunden, beanspruchen zuerst etwa vorhandenes Vermögen und sind in der Tat meist „zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel“. Besonders das Kriterium, auf vorhandenes Vermögen zurück zu greifen, ist besonders kritisch – wenn Sie am Weg zur finanziellen Freiheit bereits Vermögen aufgebaut haben, würden die staatlichen Sicherungssysteme erst mal zugreifen, bevor sie helfen.

Welche Schicksalsschläge oder Notfälle sind gemeint?

Schicksalsschläge und Notfälle können in verschiedener Art und Ausprägung auftreten. Z.B. plötzlicher Jobverlust in Folge Insolvenz des Arbeitgebers, langer Krankenstand in Folge eines Sportunfalls, teure Getriebereparatur am eigenen Auto das zum Pendeln erforderlich ist, Sturmschaden am Dach des Eigenheims, etc. All diesen Ereignissen ist gemeinsam, dass sie a) unerwartet und nicht planbar sind, b) einen hohen negativen Einfluss auf unsere Finanzen haben und c) doch mit geringer Wahrscheinlichkeit eintreten.

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Was ist nun der Notfallfonds?

Meine Empfehlung ist, im Notfallfonds das Vier- bis Sechsfache ihrer monatlichen Ausgaben vorzuhalten. Die Anleitung zur Erhebung der monatlichen Ausgaben finden Sie in einem meiner vorherigen Blogbeiträge Mit solch einem Notfallfonds können Sie den schlimmsten Schicksalsschlägen sofort begegnen. Die sofortige Verfügbarkeit ist ein wesentlicher Aspekt, da sie auch reagieren und z.B. die Dachreparatur sofort durchführen können, auch wenn die Versicherung erst zwei Monate später zahlt.

Entgegen der an manch anderer Stelle vertretenen Meinung, gehe ich von den monatlichen Ausgaben und nicht vom Nettoeinkommen aus. Sinn und Zweck des Notfallfonds ist es nämlich die notwendigen Kostenabzudecken und nicht ggf. auch die übliche Sparquote aufrecht zu erhalten. Da der Notfallfonds stets verfügbar und risikoarm veranlagt sein sollte, sollte er dennoch möglichst klein gehalten sein, um nicht die Gesamtperformance Ihrer Vermögenswerte zu verwässern.

Woraus sollte er bestehen?

Das entscheidende am Notfallfonds ist die sofortige Verfügbarkeit, also Liquidität. Ich empfehle daher ausschließlich Bargeld oder Einlagen auf Spar-/Tagesgeldkonto für den Notfallfonds in Betracht zu ziehen. Diese Meinung teilen nicht alle Kollegen, einige gehen sogar so weit, und würden in Aktien investieren. Der Notfallfonds dient meiner Meinung nach der Absicherung und nicht der Erzielung von Rendite am Weg zur finanziellen Freiheit. So würde ich in diesem Fall auf Kapitalbindung unter allen Umständen verzichten wollen, bei Aktien besteht ja zudem ein deutliches Kursrisiko, wenn kurzfristig verkauft werden muss. Darüber hinaus soll der Notfallfonds ja auch ein Gefühl der Sicherheit geben, welches gerade bei volatilen Finanzinstrumenten nicht gegeben sein wird.

Gerne werden aber auch Gold und Silber als möglicher Notgroschen genannt. Diesem Gedanken schließe ich mich auch nicht an. Natürlich mag im Falle eines Krieges Gold als letztes verfügbares Zahlungsmittel sinnvoll sein, doch bei den oben genannten Notfällen werden Edelmetalle nicht wirklich helfen. Vielmehr wäre im Fall des Falles ein Rücktausch in Bargeld erforderlich, um die diversen unmittelbar erforderlichen Zahlungen zu leisten. Neben der Dauer und den Komplikationen des Tausches, bestehen deutliche Transaktionskosten (Agio/Disagio!), vom Kursrisiko gar nicht erst zu sprechen.

Besonders negative Ereignisse, die allerdings mit sehr niedriger Wahrscheinlichkeit eintreten, werden gemeinhin durch eine Versicherung abgedeckt. Dies kann in der Tat sinnvoll sein, man denke nur an die Versicherung des Eigenheims oder eine Krankenversicherung. Einerseits wäre ich vorsichtig mich hier umfassenden Berufsunfähigkeitsversicherungen auszuliefern, die nicht billig sind und monatliche Kosten verursachen. Andererseits ist der Notfallfonds aber auch kein Ersatz für die ein oder andere erforderliche Versicherung.


Lendico Investor

Wie baut man den Notfallfonds auf?

Meine Empfehlung beim Aufbau des Notfallfonds ist, eine klare Reihenfolge zu befolgen:

  1. Zuerst (Konsum-)Schulden abbauen, siehe auch mein Artikel zu diesem Thema 
  2. Notfallfonds aufzubauen
  3. Sparen, Investieren, Vermögen aufbauen

Diese Reihenfolge der Befüllung kann natürlich auch mit den Prinzipien des automatisierten Sparens verfolgt werden.

Das bedeutet auch, dass Sie auf ihr Erspartes bzw. Ihre Investments als Quelle von passivem Einkommen nicht mehr zugreifen müssen, selbst wenn ein Notfall eintritt. Genau für diesen Fall wurde ja vorher der Notfallfonds eingerichtet. Dies ist eine wichtige, auch psychologische Hürde: Die Quelle des passiven Einkommens in Form des Investmentportfolios muss auch im Notfall nicht angefasst werden.

Wie habe ich das für mich persönlich gelöst?

Mein Notfallfonds in Höhe des ca. Dreifachen der monatlichen Kosten meiner Familie besteht aus zwei Teilen: Erstens einer Euro-Bargeldreserve (ca. ein Drittel des Notfallfonds), auf welche ich nicht zugreife/nur im Notfall zugreifen würde. Zweitens ein Sparguthaben auf einem Tagesgeldkonto (ca. zwei Drittel des Notfallfonds). Bis dato hatte ich eigentlich keine bedeutsamen Fälle, in denen ich auf den Notfallfonds zugreifen musst. Ich hoffe, dass das auch so bleibt! Es ist aber ein gutes Gefühl um diese Reserve zu wissen.

Haben Sie einen Notfallfonds?  Wie setzen Sie diesen ein? Ich freue mich über Ihre Rückmeldung in Form von Kommentaren zu diesem Artikel oder E-Mails an meinefinanziellefreiheit@gmail.com. Lesen Sie außerdem mehr, wie Sie selbstverantwortlich die Kontrolle über Ihre finanziellen Angelegenheiten erhalten/behalten.