Mit Weihnachtsgeschenken € 156.000 versenken?

Mit Weihnachtsgeschenken € 156.000 versenken?

Heute ist der 1. Dezember, der Countdown bis Weihnachten hat also offiziell begonnen! Wenn es nach dem Einzelhandel geht, ist der Startschuss für das Weihnachtsgeschäft allerdings schon längst gefallen. In den USA wird traditionell mit dem Black Friday, das ist der Freitag nach Thanksgiving, das Weihnachtsgeschäft eröffnet. Benannt wurde dieser Tag ursprünglich nach einer Branchenweisheit, wonach an diesem Tag Einzelhändler die Gewinnschwelle für das Jahr überschreiten und ab diesem Zeitpunkt schwarze Zahlen schreiben. Zwischenzeitlich wurde der Black Friday längst nach Europa exportiert und durch den Cyber Monday ergänzt. Amazon hat sogar noch eins drauf gelegt und die Cyber Monday Deals Week ausgerufen.

Helfen Sie also dem Einzelhandel schwarze Zahlen zu schreiben, oder achten Sie auch beim Kauf von Weihnachtsgeschenken auf Ihre finanzielle Freiheit? Das mag jetzt kleinlich wirken, ausgerechnet bei den Weihnachtsgeschenken sparen zu wollen. Das geht ja gar nicht, mögen Sie denken. Ich rate dennoch dringend zu Sparsamkeit bei den Weihnachtsgeschenken – über die Jahre hinweg, können durch exzessive Weihnachtsgeschenke nach meiner einfachen Simulationsrechnung *) €156.000 versenkt werden. €156.000? Das gibt dann doch zu denken, oder?

Vorausgeschickt sei, dass viele Weihnachtsgeschenke nur einen weiteren Beitrag in der Konsumspirale bedeuten werden. Für das neue Auto braucht man weitere Accessoires, zur Mitgliedschaft im Golfclub das neue Golfbag, etc. Diese Konsumspirale belegt erneut, dass vermeintlichen Assets nur weitere Belastungen nach sich ziehen, wie ich bereits in einem vorherigen Blogbeitrag erläutert habe. Zudem sind viele Weihnachtsgeschenke weitere Staubfänger im Regal, Platzräuber im Schrank, Komplexitätstreiber für das tägliche Leben, etc. und damit nur Ausdruck überbordenden Konsums. Meinem Blogger-Kollegen Tim Schäfer werde ich dabei aus dem Herzen sprechen.

Zudem sind Weihnachtsgeschenke ein weiterer Faktor, der aus der “besinnlichen Advents- und Vorweihnachtszeit” einen vierwöchigen Höllenritt macht. Für viele ist die ruhigste Zeit im Jahr nämlich das genaue Gegenteil: Stress in der Arbeit, da Projekte vor Weihnachten abgeschlossen werden und Verträge für das Neue Jahr verhandelt werden wollen. Privat reiht sich Einladung an Charity-Glühwein an Einladung, zudem wollen ja auch noch Geschenke gekauft und allerlei Vorbereitungen getätigt werden. Vereinfachungen bei den Weihnachtsgeschenken können also auch einen Beitrag dazu leisten, ein klein wenig dieses Vorweihnachtsstresses zu beseitigen.

Um keine € 156.000 zu versenken, keinen unnötigen Plunder zu kaufen, Weihnachtsstress zu vermeiden, aber trotzdem das Weihnachtsfest nicht ganz geschenklos vorüberziehen zu lassen, habe ich folgende Tipps gesammelt:

1 – Fertigen Sie eine Liste an, wen Sie beschenken wollen

Her mit einem Blatt Papier, Excel oder wie auch immer…einfach aufschreiben, wen Sie beschenken wollen. Schaffen Sie sich den Überblick und werden Sie sich dabei auch gleich noch mal bewusst, wie lang diese Liste denn wirklich ist. Es mag ja sehr nett gemeint sein, wen man hier beschenken will, doch tut man das immer aus tiefstem Herzen oder doch, weil man ja in den letzten Jahren etwas bekommen hat, man nicht unhöflich sein möchte, etc.? Diese Liste regt normalerweise sehr zum Nachdenken an.

2 – Legen Sie ein Gesamtbudget fest

Ganz brutal, ohne weitere Analyse, einfach ein Budget für sämtliche Weihnachtsgeschenke festlegen! Dabei würde ich raten noch nicht einmal so zu denken, dass gewisse Geschenke fix eingeplant sein müssen, sondern mich eher daran orientieren, dass der durchschnittliche Deutsche € 477 pro Jahr für Weihnachtsgeschenke ausgibt. Brauchen Sie wirklich mehr?

3 – Schließen Sie “Nichtangriffspakte”

Wenn die Liste der zu Beschenkenden wirklich zu lange geworden ist und das mit dem festgelegten Budget unvereinbar wird, kann man über “Nichtangriffspakte” nachdenken. Also, einfach absprechen, dass man sich nichts schenkt. Das schlägt auch mein Blogger-Kollege Malachit vor. Das kann durchaus wertschätzend sein, hat man doch aneinander gedacht und vielleicht erleichtert man ja sogar dem vermeintlich glücklich Beschenkten das Leben, da er nichts zurückschenken muss.

4 – Wählen Sie Geschenke aus, die gar nichts/wenig kosten

Ja, es gibt Geschenke, die nichts kosten, über die sich der Empfänger sehr freuen wird. Auch für €5 können sehr kreative, pfiffige Kleinigkeiten erworben werden. Wer schon einmal Wichteln/Secret Santa gespielt hat, hat trotz einer betragsmäßigen Beschränkung auch ein witziges Geschenk finden müssen. Meine bescheidene Schenker- und Beschenkten-Erfahrung besagt, dass nicht der Wert des Geschenks die Freude ausmacht, sondern die Tatsache, wie intensiv sich jemand Gedanken gemacht hat, Freude zu schenken.

Wenn Sie spontan keine Ideen haben, verweise ich gern auf den Blog von Finanzfisch, der einige tolle Ideen gesammelt hat: 12 günstige und kreative Geschenkideen

5 – Vermeiden Sie Impulskäufe (oder überhaupt die Einkaufzentren/-straßen zur Weihnachtszeit;-))

Das ist ganz im Ernst gemeint und hat zwei gute Gründe: Erstens werden bei Impulskäufen die rationalen Gedanken, die sie im Budget niedergeschrieben haben, zu Nichte gemacht. Wenn Sie einmal in der Parfümerie sind, werden sie wohl kaum unter €100 ausgeben, das Geschenk soll ja nicht schäbig sein, etc. Zweitens setzen Sie sich durch den Besuch der überfüllten Einkaufszentren in der Vorweihnachtszeit genau dem Stress aus, den Sie eigentlich vermeiden wollten…

Ich hoffe sehr, dass Ihnen diese fünf Tipps weiterhelfen, sowohl am Weg zur finanziellen Freiheit zu bleiben aber auch eine weniger stressige Vorweihnachtszeit zu haben. Ich selbst bin einem Großteil der 5 Tipps gefolgt. So habe ich ca. Mitte November die Liste der Beschenkten und Geschenke erstellt. Die Geschenke sind fast alle schon gekauft oder online bestellt. Der Stress-Faktor ist damit wirklich weg. Wie immer freue ich mich sehr über Kommentare und weitere Ideen, wie man noch ans Thema Weihnachtsgeschenke herangehen kann!

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*) Annahmen: Für die Dauer von 30 Jahren werden €500,-/Jahr mehr als erforderlich für Weihnachtsgeschenke ausgegeben, dieser Betrag steigt durch Inflation jährlich um 2%, die ersten fünf Jahre gehen diese Kosten gegen einen Dispokredit mit 15% Zinsen p.a., in allen folgenden 25 Jahren fließt das Geschenkgeld dann nicht der Investition zu, weshalb keine 7% Veranlagungserfolg lukriert werden können.

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Bargeld oder elektronische Geldbörse?

Bargeld oder elektronische Geldbörse?

Ich habe schon eine Reihe von Artikeln zum Themakomplex Kontrolle über die eigenen Finanzen geschrieben, so zum Beispiel Kassasturz, Verschuldung und Überschuldung, Leitfaden Ausgabencheck und Ausgaben-Benchmarking oder zuletzt zum Notfallfonds. Mit diesem Artikel möchte ich einen weiteren Aspekt ansprechen, der insb. in angloamerikanischen personal finance Blogs viel diskutiert wird: Ist es besser Bargeld oder bargeldlose Zahlungsmöglichkeiten zu verwenden?

Tenor vieler dieser Blogs (z.B. 7 Compelling Reasons to Use Cash Instead Of Credit) ist, dass Bargeld am besten geeignet sei, um die Kontrolle über ein gesetztes Budget und die eigenen Ausgaben zu behalten. Das absolute Ausgabelimit wäre, was noch an Bargeld vorhanden ist und so bestehe auch eine psychologische Unterstützung sparsam zu sein. Es könne das Abdriften in Konsumschulden vermieden werden und außerdem wäre Bargeld ja gänzlich anonym und Zahlungen nicht verfolgbar.

Zuerst würde ich vor einer direkten Übertragung der Funktionsweise der amerikanischen Kreditkarten auf die kontinentaleuropäischen Instrumente des bargeldlosen Zahlungsverkehrs warnen. Typischerweise bauen amerikanische Kreditkarten den Debit-Saldo auf, während eine monatliche Zahlung im Ermessen des Karteninhabers ist. Die typische kontinentaleuropäische Kreditkarte ist aber eher mit der amerikanischen charge card vergleichbar, da eine monatliche Rückzahlung des gesamten Rechnungsbetrags erforderlich ist. Der Aufbau von Konsumschulden auf der Kreditkarte wird daher faktisch gar nicht möglich sein. Allerdings kommen in letzter Zeit auch Kreditkarten nach Amerikanischem Vorbild auf den Markt, z.B. free.at Zudem laufen viele kontinentaleuropäische, bargeldlose Zahlungsmittel entweder gegen einen Guthabenstand auf einem separaten Konto beim jeweiligen Anbieter oder mittels EC/Bankomat-Karte ohnehin über das Girokonto.

Außerdem glaube ich, dass die weiteren (vermeintlichen) Vorteile von Bargeld teilweise gar nicht bestehen aber auch anderweitig erzielt werden können:

  • Kontrolle – die Kontrolle über die eigenen Ausgaben kann aus meiner Sicht besser über bargeldlose Zahlungsmittel hergestellt werden. Die Auflistung der Ausgaben in einer in Excel auswertbaren Tabelle erlaubt sowohl Kategorisierung als auch Kontrolle im Nachhinein. Darüber entsteht auch Transparenz über eine Vielzahl von Ausgaben, die bei der Verwendung von Bargeld verschwinden würden, z.B. wie viel wurde nun tatsächlich für Kaffee in der Kantine ausgegeben?
  • Budget – natürlich ist ein schwindender Bargeldbestand ein guter Indikator für das verbleibende Budget. Genau dieser Effekt kann aber über das Girokonto erzielt werden, wenn man zwei Tricks anwendet: i) nicht auf Dispo-Kredit/Überziehungsrahmen zurückgreift und ii) am Monatsanfang bereits den Sparbetrag zur Seite legt, wie in meinem Blogbeitrag zum automatisierten Sparen beschrieben. So kann die gewünschte Budgetkontrolle genauso leicht erzielt werden.
  • Absolutes Ausgabenlimit – wenn das gesamte Bargeld ausgegeben ist, ist klarerweise ein gewisses Ausgabenlimit erreicht. Ich frage mich aber, ob dieses Limit auch effektiv ist. Es kann nämlich zu Abhebungen vom Geldautomaten, Plünderungen des Notfallfonds oder des Sparschweins kommen. Dadurch wäre das absolute Ausgabenlimit sehr schnell überwunden. Einen ähnlich guten Effekt kann man durch die Festlegung eines Budgets für die Kreditkartenrechnung erzielen, dieses Budget kann allenfalls sogar hart in das seitens der Bank eingeräumte Kreditlimit übersetzt werden.

Das Argument der Anonymität ruft bei mir aber das größte Stirnrunzeln hervor. Für alle diejenigen, die illegalen Tätigkeiten von Geldwäsche bis Steuerhinterziehung nachgehen wollen, mag dies höchst relevant sein, hoffentlich aber nicht für die Leser meines Blogs. Der Wunsch die ein oder andere Zahlung anonym tätigen zu wollen – die Gründe möge jeder für sich selbst klären… – steht zu dem nicht im Widerspruch, rechtfertigt aber jedenfalls keinen Schwenk zu einem “cash only”-Zahlungsverhalten.

Noch nicht überzeugt? Aus meiner Sicht ergeben sich aber aus der Nutzung bargeldloser Zahlungsmöglichkeiten noch weitere Vorteile

  • Transparenz – Über die Kontenübersicht in meinem Online Banking habe ich laufende Übersicht über die aktuellen Kontostände auf Girokonto und Kreditkarte. Zudem habe ich so auch im Nachhinein vollständige Transparenz und Klarheit über die getätigten Ausgaben, ohne ein separates Kassabuch zu führen.
  • Analysemöglichkeiten – Die in Excel übergeleiteten Zahlungsverkehr-Informationen ermöglichen eine hervorragende Möglichkeiten zur Analyse z.B.: In welchen Ausgabengruppen fallen im Monatsverlauf/saisonal welche Zahlungen an? Gibt es Muster? Welche Ausgabengruppen sind im Benchmark-Vergleich hoch/niedrig?
  • Convenience – Bequemlichkeit soll nicht das Killerargument für elektronischen Zahlungsverkehr sein. Allerdings empfinde ich es als sehr unpraktisch einen Weg zum Geldautomaten unternehmen zu müssen, um eine Bar-Transaktion abschließen zu können. Die neuen, kontaktlosen Zahlungsmöglichkeiten sind in der Tat sehr praktisch und einfach handzuhaben.
  • Bonuspunkte – einige Kreditkartenanbieter gewähren den Karteninhabern für Ihre Zahlungen Bonuspunkte, Flugmeilen, odgl. Durch den Umstieg auf Cash kann dieser Vorteil nicht mehr genutzt werden. Die Motivation die daraus entstehen mag, nämlich dass höhere Ausgaben mehr Bonuspunkte bewirken, halte ich allerdings für zweifelhaft.
  • Zeitversatz – durch die verzögerte Zahlung (bis zu 6 Wochen später) kommt es zumindest theoretisch zu einem Zinsvorteil für den Nutzer von Kreditkarten. Dieser Effekt wird natürlich im derzeit vorherrschenden Niedrigzinsumfeld verschwindend gering sein, sofern nicht hochverzinste Schulden abgedeckt werden können.

Am Ende des Tages muss jeder für sich entscheiden, welchen Weg er selbst gehen möchte. Ein vollständiger Umstieg auf elektronischen Zahlungsverkehr ist nach meiner Erfahrung in Kontinentaleuropa auf Grund der fehlenden Akzeptanz, gerade bei Kleinbeträgen noch nicht möglich. Auch können persönliche Präferenzen und Verhaltensmuster (z.B. Kontrollbedürfnis über Bargeld) natürlich in die eine oder andere Richtung ausschlagen.

Für mich persönlich habe ich entschieden >80% meines Zahlungsverkehrs elektronisch und dabei primär über Kreditkarten durchzuführen. Einerseits verfolge ich eine Trennung von beruflichen und privaten Ausgaben über verschiedene Kreditkarten. Andererseits nutze ich die Auswertungen auf Konto und Kreditkartenabrechnung auch aktiv um meine Ausgaben zu budgetieren und zu kontrollieren. Zuletzt profitiere ich natürlich auch von den diversen Bonusprogrammen. Dabei beobachte ich allerdings, dass diese im Zeitverlauf weniger attraktiv werden, u.a. auch weil die von den Kreditkartenbetreibern eingehobenen Interchange Fees auf Grund europäischer Regularien absinken und die Kosten für die genannten Bonusprogramme angepasst werden.

Was ist Ihre Meinung? Kommen Sie ohne Bargeld aus? Oder fühlt sich für Sie ein Bündel Bargeld nach mehr Kontrolle an? Hinterlassen Sie gern einen Kommentar!

PS: Habe jüngst diesen Artikel in der Tageszeitung Die Presse gelesen – demnach sind die Österreicher noch immer Bargeld-Fans…

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Kassasturz, Verschuldung und Überschuldung

Leitfaden Ausgabencheck

Notfallfonds

 

Leitfaden Ausgabencheck

Leitfaden Ausgabencheck

Bereits in meinem vorherigen Beitrag habe ich erste Ansätze für die Optimierung von Ausgaben aufgezeigt. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen einen konkreten Leitfaden an die Hand geben mit dem sie einen Ausgabencheck durchführen können. Dabei möchte ich vor allem eine Methodik aufzeigen, die es ermöglicht konkrete Einsparungen zu realisieren. Zu diesem Zweck möchte ich auch zwei grundlegende Konzepte einführen:

Diskretionäre vs. nicht-diskretionäre Ausgaben

Unter diskretionären Ausgaben versteht man jene Ausgaben, die durch eine reine Willensentscheidung vermieden werden können. In anderen Worten, ein Verzicht auf diese Ausgaben führt zu keinen unmittelbaren Konsequenzen. Beispiele können die Ausgaben für Zeitschriften, Zigaretten, auswärts Essen, Drinks, etc. sein, ebenso wie de facto alle Impulskäufe. In einer weiter gefassten Definition wird oft auch auf das frei verfügbare Einkommen verwiesen. Dies würde ich aber insofern einschränken, als ich jede Ausgabenoptimierung auf Basis der tatsächlichen Ausgaben durchführen würde und nicht auf Basis des verfügbaren Einkommens.

Nicht-diskretionäre Ausgaben sind jene, bei denen signifikante Konsequenzen im Fall des Streichens entstehen würden. z.B. wäre es nicht ohne Weiteres machbar die Kosten für Miete, Strom und Gas zu streichen. Wichtig ist, dass aber selbst bei diesen Kosten eine Volumens-Optimierung (kleinere Wohnung, weniger Strom verbrauchen, etc.) denkbar ist. Eine Preisoptimierung ist zudem meist möglich. Sie können sich also getrost von der Aussage, dass man sog. Fixkosten nicht optimieren kann, lösen!

Optimierung des Volumens vs. Optimierung des Preises

Sie können eine Reduktion Ihrer Ausgaben auf zwei Wegen erreichen. Entweder es gelingt ihnen das Volumen zu reduzieren (z.B. diskretionäre Ausgaben gänzlich streiche, weniger kWh Strom verbrauchen, weniger km mit dem Auto zurücklegen) oder es gelingt ihnen den Preis zu optimieren (z.B. einen günstigeren Stromanbieter finden, bei einer Billigtankstelle günstigeren Treibstoff tanken, etc.). Leider können beide Hebel nicht immer gleichzeitig in Gang gesetzt werden: Denn wenn das Volumen reduziert wird, wird es ihnen oft nicht gelingen Mengenrabatte zu verhandeln. Typischerweise werden Preisoptimierungen als wenig schmerzhaft sein, und sind als solche Quick-Wins. Dies deshalb, weil es zu keiner Reduktion des Leistungsniveaus kommt. Nichtsdestotrotz ist mit Preisreduktionen idR ein nicht unerheblicher Recherche und Aufwand für Vertragswechsel udgl. verbunden. Volumens-Optimierungen werden oft als Verzicht angesehen, doch kann manches Volumen ganz schmerzfrei gestrichen werden, da wir keinen Nutzen aus der Ausgabe ziehen (z.B. Abmieten der nie verwendeten Werkstatt, etc.)

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Wie wird es nun konkret gemacht?

Nun aber zum konkreten Vorgehen für einen Check ihrer monatlichen Ausgaben! Sie können auch auf den Erfahrungen zur Identifikation Ihrer persönlichen, finanziellen Freiheit oder dem Kassasturz aufbauen. Folgende Schritte würde ich empfehlen:

1) Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre monatlichen Ausgaben – dies auf Basis eines Kassabuchs (für Bar-Ausgaben) sowie von Kontoauszügen und Kreditkartenabrechnungen

2) Clustern Sie diese Ausgaben nach diskretionären und nicht-diskretionären Ausgaben

3) Überlegen Sie bei allen disketionären Ausgaben, welche Sie streichen können—ich rate dabei mit den leicht zu streichenden Ausgaben (z.B. die nicht genutzte Fitnesscenter-Mitgliedschaft) zu beginnen und ihre Schmerzgrenze auszuloten (z.B. ist 8x Essen im Restaurant/Monat tatsächlich erforderlich?)

4) Prüfen Sie bei den verbleibenden diskretionären Ausgaben, so solche auf ihrer Liste als “Must Have” überbleiben und suchen Sie nach Preishebeln. Z.B. möchten Sie weiterhin ins Fitnesscenter gehen, doch reicht vielleicht der Billiganbieter? Sie möchten weiterhin zumindest 3x pro Monat auswärts essen, aber reicht ein günstigeres Restaurant statt des Sternerestaurants auch aus?

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5) Setzen Sie sich ein deutlich reduziertes Budget für ihre diskretionären Ausgaben. Notieren Sie dieses Budget-Ziel schriftlich und prüfen Sie regelmäßig, ob Sie es einhalten. Allein die Transparenz und laufende Befassung damit wird dazu fürhen, dass Sie sorgfältiger mit Ihren Ausgaben umgehen.

6) Prüfen Sie nun die nicht-diskretionären Ausgaben – hier rate ich dringend an, die Frage zu stellen, ob genau diese Höhe der Ausgabe nicht-diskretionär ist. Ein unmittelbarer Wohnbedarf ist unbestritten, doch muss dieser mit der derzeitigen DG-Wohnung in Innenstadtlage gestillt werden? So entpuppt sich oft manche nicht-diskretionäre Ausgabe als halb-diskrtionär und damit auch über die zuvor genannten Punkte optimierbar.

7) Optimieren Sie ihre nicht-diskretionären Ausgaben durch klar definierte Initiativen – hier legen Sie fest was sie konkret verändern wollen, um diese nicht-diskretionären Kosten zu senken. Machen sie eine Liste mit 5-10 Punkten, wo sie diese Initiativen sammeln. Beispiele können sein: Recherche und Vertragswechsel zu einem günstigeren Stromanbieter, Umzug in eine kleinere Wohnung in günstigerer Wohnlage, etc.

8) Führen Sie weiterhin ihr Kassenbuch und prüfen Sie ihren Erfolg. Machen Sie ihre Anstrengungen in Ihrem Freundeskreis publik und erzeugen Sie so sozialen Druck auf sich selbst

Ein letzter Hinweis, es gibt zahlreiche Software-Lösungen, die Ihnen bei der Analyse Ihrer Ausgaben helfen können. Ich denke aber, dass es Ihnen im ersten Schritt schon per Excel oder Papier und Bleistift gelingen wird, erste Erfolge zu erzielen. So sparen Sie auch die Kosten für die Software-Lösung, die möglicherweise mit einem Abo angeboten wird 😉

Jetzt wünsche ich viel Erfolg beim Sparen und damit dem Generieren von Ersparnissen auf dem Weg zur finanziellen Freiheit! Ich freue mich über Kommentare oder Rückmeldungen per E-Mail an meinefinanziellefreiheit@gmail.com

Weitere Hinweise zum Thema Kontrolle über Ihre Finanzen finden Sie unter:

Die finanzielle Grundausstattung

Die finanzielle Grundausstattung

Ein Leser meines Blogs (vielen Dank für den Hinweis!) fragte mich, welche Bankverbindung, Konten, Depots und sonstigen Tools er brauchen würde, um sich für den Weg zur finanziellen Freiheit zu rüsten. Was ist also die erforderliche finanzielle Grundausstattung?

Bloß keine Komplexität—Keep It Simple!

Am Weg zur finanziellen Freiheit ist es essentiell, einerseits Kontrolle über Ihre Finanzen zu behalten und andererseits keine unnötige Komplexität aufzubauen, also: Keep It Simple! Ich rate daher dringend von Systemen, ab die eine Menge an Buchhaltung erfordern. Mein Blog-Kollege empfiehlt einen Finanztag: Wenngleich ich das strukturierte Vorgehen mit einer Checkliste für sinnvoll halte, erscheint der Aufwand doch beträchtlich. Komplexität und hoher Aufwand führen letztlich nur dazu, dass man die Lust am Beschreiten des Wegs zur finanziellen Freiheit verlieren wird. Daran soll es aber nicht scheitern, daher nochmal: Keep It Simple! Charmanter finde ich automatisierte Vorgehensweisen, wie ja auch schon beim automatisierten Sparen.

Was Sie wirklich brauchen

Wenn Sie den Grundsatz: Keep It Simple! nun wirklich radikal befolgen, sind für die finanzielle Grundausstattung tatsächlich nur 3 Elemente erforderlich, und zwar:

  1. Girokonto
  2. Sparkonto/Tagesgeld-Konto
  3. Online-Broker-Depot und Konto

1. Girokonto

Das Girokonto ist die Homebase für alle finanziellen Belange und fixer Bestandteil der finanziellen Grundausstattung. Über das Girokonto wird sämtlicher Zahlungsverkehr, insb. der Gehaltseingang, alle laufenden Ausgaben, wie Miete, Versicherung, etc. und die Zahlungen des automatisierten Sparens durchgeführt. Wie sich leicht erkennen lässt, ist das Girokonto in der Tat das Rückgrat der finanziellen Grundausstattung.

Auf Grund der Wichtigkeit des Kontos, möge der Grundsatz “drum prüfe wer sich ewig bindet” gelten. Die große Anzahl von Transaktionen, die u.a. automatisiert über Dauer- und Lastschriftaufträge durchgeführt werden aber auch emotionale Faktoren bauen große Hürden beim Wechsel des Girokontos auf. Dies wissen Banken durch geschicktes Pricing natürlich zu schätzen. Daher rate ich dringend zu einem Markt- und Preisvergleich, wie er in Österreich von der Arbeiterkammer oder in Deutschland von der Stiftung Warentest angeboten wird.

Ich selbst verwende das Easy Konto der Easybank, das ich auch uneingeschränkt empfehlen würde. Es handelt sich um ein vollkommen kostenloses Konto inkl. kostenloser Bankomatkarte und Kreditkarte. Wenn ich höre, dass für das gleiche Leistungspaket von Filialbanken oft €200 und mehr pro Jahr verrechnet werden, finde ich das verstörend. Bei der Auswahl des Girokontos würde ich insbesondere auf folgende Merkmale Wert legen: i) keine laufenden Gebühren, ii) keine versteckten Gebühren (für Bankomatkarte, Kontoabschluss, ohne Mindestumsatz, etc.) und iii) idealerweise eine Verzinsung des Guthabens, auch wenn diese im derzeitigen Zinsumfeld marginal ausfallen wird. Alternativen zur Easybank sind sicher ING Diba oder auch Number 27.

Diese sehr einfache Aufstellung mit einem einzigen Girokonto gilt insb. für Personen, die in einem unselbständigen Beschäftigungsverhältnis stehen. Freiberuflern rate ich, die finanziellen Belange der Firma und die privaten Belange strikt zu trennen. Mein Kollege Jens Jäger hat einen für Freiberufler interessanten Leitfaden geschrieben.

2. Sparkonto / Tagesgeld-Konto

Das zweite ganz essentielle Konto am Weg zur finanziellen Freiheit ist ein Sparkonto, auch Tagesgeld-Konto genannt. Das Sparkonto (nomen est omen) dient der Trennung der Ersparnisse vom laufenden Zahlungsverkehr. Das Verhältnis zwischen Girokonto und Sparkonto sollte in aller Regel eine Einbahnstraße sein, so dass ausschließlich Geld vom Girokonto auf das Sparkonto übertragen wird. In meiner persönlich geübten Praxis erfolgen Überweisungen an das Sparkonto auf Grund des automatisierten Sparens und zudem wenn am Monatsende noch überschüssiges Geld am Girokonto vorhanden ist.

Die klare Trennung des Sparkontos muss mE nicht so weit gehen, dass es bei einem anderen Geldinstitut ist. Dies ist jedoch eine Geschmacksfrage: Einerseits bleibt die Komplexität der finanziellen Grundausstattung gering wenn das Sparkonto bei derselben Bank wie auch das Girokonto ist. Andererseits ist die Trennungswirkung größer, wenn es sich um eine andere Bank handelt. Dadurch wird die Versuchung geringer auf das Sparkonto kurzfristig zurückzugreifen. Ich selbst habe mein Sparkonto, wie auch das Girokonto bei der Easybank, wodurch ich zusätzlich den Vorteil habe, dass in Sekundenschnelle zwischen den Konten Geld verschoben werden kann.

Allerdings habe ich mich entschlossen mehrere Sparkonten zu eröffnen. Dadurch ist es möglich, verschiedene Sparzwecke, z.B. allgemeines Sparkonto und Notfallreserve, Rücklage für Wohnen/Umbau/Einrichtung, Sparen für meine Kinder, etc. zu trennen. Da alles in einer Internetbanking-Maske ersichtlich ist, behalte ich sehr einfach den Überblick über alle Sparkonten.

3. Online-Broker-Depot

Das dritte Element der finanziellen Grundausstattung ist ein Online-Broker-Depot. Sobald sich am Sparkonto nämlich mehr als die Notfallreserve angesammelt hat, können Sie daran denken den ersten passiven Einkommensstrom auf dem Broker-Depot zu erschaffen. Wie ich noch in nachfolgenden Blogbeiträgen ausführen werde, empfehle ich in Abhängigkeit Ihres Veranlagungshorizont und Ihrer Risikotoleranz ein Portfolio aus ETF Investments, das Ihnen laufende Erträge in Form von Zinsen und Dividenden zufließen lässt.

Warum betonte ich Online-Broker? Natürlich bieten auch Filialbanken Depot-Dienstleitungen an. Diese weisen aus meiner Sicht nämlich zwei deutliche Nachteile auf. Erstens sind diese typischerweise wesentlich teurer als die Angebote der Online-Broker und zwar sowohl hinsichtlich Depotgebühr als auch hinsichtlich der Transaktionsgebühren bei einzelnen Kauf-/ Verkaufstransaktionen. Andererseits bemühen sich die Filialbanken durch Beratung im Wertpapiergeschäft zu punkten. Dass es dabei zu Produktempfehlungen von Fonds der eigenen Kapitalanlagegesellschaft kommt, mag nicht überraschen, da so ein Provisionsfluss sichergestellt wird. Daher rate ich zu Anbietern wie Hello Bank, Easybank oder Comdirect. Leider ist bei diesen Anbietern meist ein zusätzliches, manchmal kostenpflichtiges Verrechnungskonto, über das sämtliche Zahlungen (Kauf, Verkauf, Dividenden, Coupons) abgewickelt werden müssen, erforderlich. Ich selbst nutze die Depotfunktion der Easybank und kann so vermeiden, dass ein weiteres Verrechnungskonto erforderlich ist.

Nach diesem Dreiklang von Girokonto, Sparkonto und Broker-Depot/Konto, der dem Keep It Simple!-Prinzip gerecht wird, möchte ich noch darauf hinweisen, was sie im Umkehrschluss gar nicht brauchen.

Bankberater—Informieren Sie sich selbst, bilden Sie sich selbst Ihre Meinung und treffen Sie eigenverantwortliche Entscheidungen am Weg zu Ihrer finanziellen Freiheit! Sie sind kein Finanzexperte? Ihr Bankberater fürchte ich auch nicht! Er ist vielmehr darauf geschult, Ihnen Produkte aus der Produktpalette der Kapitalanlagegesellschaft des Hauses anzubieten und dabei Verkaufsprovisionen zu generieren. Hinterfragen Sie einfach, wie die Kosten für die schicke Filiale, Beratungsgespräch, etc. gedeckt werden. Ihre Vermutung, dass Sie dafür zahlen ist richtig 😉 Außerdem bin ich davon überzeugt, dass Sie bei eigener Recherche und Information bessere Investmententscheidungen treffen werden.

Viele Bankverbindungen—Zuvor habe ich eine bewusst simple finanzielle Grundausstattung beschrieben. Haben Sie im Lauf der Jahre eine Fülle von Bankverbindungen angesammelt? Mehrere Sparkonten bei verschiedener Bank, das alte Studentenkonto über das noch immer Zahlungsverkehr läuft, zwei Depots, ein Sparplan, etc. Wenn dem so ist, haben Sie eine Menge unnötiger Komplexität angesammelt und die Verwaltung Ihrer finanziellen Angelegenheiten deutlich erschwert. Es gilt Keep It Simple! Schließen Sie überzählige Bankverbindungen und konzentrieren Sie alles auf die drei oben beschriebenen Elemente.

Budgetprogramme, Apps & Co—Sie wollen am Weg zur finanziellen Freiheit digital aufrüsten? Ein Budgetprogramm, eine App zur Überwachung Ihrer Investments, etc.? Nach meiner Erfahrung ist dies nicht erforderlich und erzeugt erneut Komplexität. Vielmehr brauchen Sie ein einfaches Excel in dem Sie Ihr Budget aufstellen, Ihr Sparverhalten ist ja schon auf Autopilot [Link zu Artikel] und darüber hinaus können Sie in diesem Excel auf periodisch (quartalsweise oder jährlich) Ihre Vermögensentwicklung vermerken. Und das war’s auch schon!

Die Frage “Brauche ich ein Sparschwein?” hebe ich mir für einen später folgenden Blogeintrag auf 😉

Sie sind anderer Meinung oder haben Ergänzungen? Hinterlassen Sie gern einen Kommentar oder melden Sie sich direkt unter meinefinanziellefreiheit@gmail.com bei mir.

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Finanzielle Freiheit ist kein abstrakter Begriff, sondern hat für jeden einzelnen eine konkrete Ausprägung. Finanzielle Freiheit bedeutet in ihrem Kern, dass sämtliche Kosten durch arbeitsloses Einkommen abgedeckt werden können.

Ich sage jetzt nicht, dass das Ziel für jeden von Ihnen sein muss, den eigenen Job möglichst schnell kündigen zu können und nur mehr vom arbeitslosen Einkommen zu leben. Es mag ja durchaus so sein, dass Sie Ihren Job sehr gerne tun. Dennoch beobachte ich die Tendenz von vielen, v.a. unselbständig Beschäftigten auf den Ruhestand zuzusteuern. Dabei werden zwei Aspekte vergessen, die meines Erachtens zentral sind:

  • Selbst ein Job, den man sehr gerne macht, muss man nicht notwendigerweise >40 Stunden pro Woche und 47 Wochen pro Jahr ausüben – finanzielle Freiheit kann also dabei helfen selbst eine geliebte Tätigkeit in dem Ausmaß zu betreiben, wie sie zu den persönlichen Prioritäten passt. Das kann Raum für Familie, Sport, Hobbies, Reisen, Kunst & Kultur, etc. schaffen
  • Das Hinarbeiten auf die Pension hat in den kontinentaleuropäischen, umlagegetriebenen Pensionssystemen den Haken, dass Pensionsantrittsalter und Pensionshöhe wesentlich von politischen Entscheidungsträgern gestaltet werden. Auf Grund der zunehmend alternden Bevölkerung gehe ich fest davon aus, dass in den nächsten Jahren das Pensionsantrittsalter deutlich steigen wird und die Pensionshöhe auf das Niveau auf einer Volkspension/Mindestpension abgesenkt werden wird – finanzielle Freiheit kann dieses Risiko bekämpfen. Die Aussicht auf eine Pension von €1.000,- ab dem Alter von 70 Jahren würde ich nämlich nicht als finanzielle Freiheit bezeichnen.

Wann ist nun finanzielle Freiheit erreicht? Nehmen Sie Papier und Bleistift zur Hand und stellen Sie folgende Rechnung an. Erfassen Sie dabei die laufenden, monatlichen Kosten Ihrer Familie:

  1. Wohnen – sowohl die laufende Kosten z.B. Miete oder Darlehensrückzahlung und Betriebskosten, als auch eine Rücklage für erforderliche Investitionen, z.B. Umbauten oder Sanierungsmaßnahmen
  2. Auto inkl. Leasingrate oder Abschreibung/Rücklage für Neuanschaffung, Versicherung, Treibstoff, Maut, Service/Reparatur, etc.
  3. Versicherungen
  4. Lebensunterhalt, insb. Einkäufe, Nahrungsmittel, auswärts Essen, etc.
  5. Kosten für Kindergarten, Schule und Ausbildung der Kinder
  6. Kosten für erforderliche Anschaffungen, wie zum Beispiel Kleidung, Einrichtung, Gebrauchsgegenstände, etc.
  7. Kosten für Urlaub/Reisen
  8. Spenden
  9. = Zwischensumme der monatlichen Kosten
  10. + 30% pauschaler Aufschlag – Sinn und Zweck dieses Aufschlags ist einerseits für Unvorhergesehenes vorzusorgen, andererseits werden Ihre Kosten steigen, sobald sich Ihre finanzielle Freiheit in mehr Freizeit übersetze, ich denke an Zeit für Reisen, Hobbies, auswärts Essen, etc.
  11. = Zwischensumme der erhöhten monatlichen Kosten
  12. x 12
  13. Jährliche, abzudeckende Kosten

Wenn Sie jährlich diesen Betrag zur Verfügung haben, können Sie davon ausgehen, dass Sie Ihre finanzielle Freiheit erreicht haben!

Durch diese Berechnung können jedoch einige Fragen auftreten, auf die ich kurz eingehen möchte. Erstens kann es sein, dass Sie diese Berechnung nicht vollständig anstellen können, da Sie keine Transparenz zu den genannten Kosten haben. In diesem Fall rate ich Ihnen für einen gewissen Zeitraum Buch über Ihre Ausgaben zu führen oder die Zahlungen auf Ihrem Konto/Ihrer Kreditkarte auszuwerten. Zweiten könnten Sie erschreckt feststellen, dass die abzudeckenden Kosten höher als Ihr derzeitiges Familieneinkommen sind. Das möge ein Weckruf für Sie sein, dass Sie nicht in Richtung finanzielle Freiheit unterwegs sind. Ich werde auf beide genannten Punkte in zukünftigen Blogbeiträgen ausführlich eingehen.

Ein Amerikanisches Bankhaus bewarb seine Wealth Management Produkte mit dem Slogan “Know you number”. Ziel war mit einem Online-Tool jenen Betrag zu errechnen, der welcher ausreicht um von den Erträgen leben zu können. Das ist ein möglicher Zugang, jedoch vergisst diese Betrachtung wesentliche Punkte. Sie geht nämlich davon aus, dass ausschließlich finanzielle Assets als Quelle passiven Einkommens herangezogen werden. Zudem ist die Berechnung hoch sensitiv was die angewandten Zinssätze für erwartete Erträge betrifft (sowohl in der Anspar- als auch in der Verzehr-Phase). Schließlich wird meines Erachtens nicht ausreichend auf die jährlich abzudeckenden Kosten lt. obiger Berechnung eingegangen.

Zum Abschluss möchte ich noch eine persönliche Frage beantworten, die Sie vielleicht interessiert: Habe ich selbst finanzielle Freiheit erreicht? Nein. Ich gehe aber davon aus, dass dies in den nächsten fünf bis sieben Jahren gelingen wird. Ich bin 34 Jahre alt, insofern sollte es nicht bis zum genannten Pensionsantrittsalter von 70 Jahren dauern.