Die Anlagepyramide: Konzept, Stärken und Schwächen

Die Anlagepyramide: Konzept, Stärken und Schwächen

Wie im oben gezeigten Bild mag man sich eine “Anlagepyramide” vorstellen, als einen pyramidenförmigen Stapel aus Geld. Richtigerweise handelt es sich dabei aber um ein recht einfaches Bild, um verschiedene Spar- und Anlageformen zu klassifizieren. Ein sinnvolles Grundverständnis über mögliche Anlageformen, ist essentiell auf dem Weg zur finanziellen Freiheit. Deshalb möchte ich auf das Konzept sowie Stärken und Schwächen der Anlagepyramide eingehen.

Anders als das symbolische Bild oben, gibt die “richtige” Anlagepyramide allerdings einen Überblick über alle Asset-Klassen, also jene Instrumente, in die der Privatinvestor investieren kann. Die Logik der Anordnung ist einfach und folgt dem Grundprinzip, dass weniger ertragreiche Assets unten in der Pyramide stehen, während Assets mit höherem Erträge an der Spitze der Pyramide erzielt werden können. Da von einer Korrelation von Ertrag und Risiko auszugehen ist, wird häufig auch gesagt, dass unten “sichere” und an der Spitze der Pyramide riskante Anlageformen zu finden sind.

Anlagepyramide by LH

Die konkreten Stufen der Pryamide sind:

  1. Girokonto, Festgeld-/Sparkonto
  2. Anleihen/-fonds
  3. Aktien/-fonds
  4. Immobilien, Private Equity, Venture Capital & Co.
  5. Derivate, also Optionsscheine, Futures

Die Vorteile der Anlagepyramide liegen auf der Hand

  • Visualisierung der Asset Klassen – so kann auch dem Otto-Normalverbraucher nahe gebracht werden, welches Spektrum an Instrumenten zur Verfügung steht. Dies ist um ein Mindestmaß an finanzieller Bildung zu vermitteln durchaus wünschenswert.
  • Vermittlung eines Grundverständnisses von Ertrag/Risiko – es ist jedenfalls hilfreich, das grundlegend bestehende Verhältnis von Ertrag und Risiko zu veranschaulichen. So kann Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass höherer Ertrag nicht “gratis” ist, wodurch grobe Fehleinschätzungen verhindert werden können
  • Finanzielle Grundbedürfnisse werden aufgezeigt – die Basis der Pyramide ist mE ein Muss für jeden an einem geordneten Geldleben Interessierten. Dazu gehören eben auch ein attraktives Tagesgeld-/Sparkonto

Allerdings hat die Anlagepyramide auch einige gravierende Nachteile/lädt sie zu Fehlinterpretationen ein

  • Eindruck dass mengenmäßig mehr sichere als riskante Assets empfohlen werden – dies hängt allerdings ganz klar von den Zielen der Veranlagung ab. Wenn langfristiger (10 Jahre und mehr) Vermögensaufbau gewünscht ist, darf die Anlagestrategie nicht auf der Basis der Pyramide aufgebaut sein.
  • Schrittweises “Hocharbeiten” in der Pyramide – Es könnte der mE falsche Schluss gezogen werden, dass man sein Vermögen von unten nach oben veranlagen soll, also erst wenn Stufe 2 absolviert ist auch Stufe 3 folgen darf, etc. Dies mag zwar vor einem Erfahrungshintergrund hilfreich sein, muss aber wiederum nicht der Anlagestrategie folgen
  • Risiko und Ertrag sind nicht 1:1 miteinander verbunden – ein Argument für Fortgeschrittene: Portfolio-Effekte werden dazu führen, dass diversifizierte Portfolien uU ein geringeres Risiko bei gleichem Ertrag haben – dazu mehr in einem späteren Blog-Post.

In Summe handelt es sich bei der Anlagepyramide um ein brauchbares Vehikel, das vereinfacht einen Überblick über die Asset-Klassen gibt. Ein nachhaltige Anlagestrategie kann man meines Erachtens allerdings daraus nicht ableiten. Umso mehr war ich schockiert, als ich bei einem Bankberater eine Anlagepyramide am Schreibtisch stehen sah. Dieser Berater verwendet die Anlagepyramide offenbar tatsächlich zur Beratung seiner Kunden – derartige Beratung können Sie künftig kritisch hinterfragen und allenfalls ganz darauf verzichten. Abonnieren Sie lieber meinen Blog 😉

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Ziel dieses Blogs: Wege zur finanziellen Freiheit aufzeigen

Ziel dieses Blogs: Wege zur finanziellen Freiheit aufzeigen

Ziel dieses Blogs ist, Ihnen Wege zur finanziellen Freiheit aufzuzeigen. Darunter verstehe ich, jedenm von Ihnen indiviuell zu helfen, Strategien zum nachhaltigen Vermögensaufbau zu entwickeln. Finanzielle Freiheit bedeutet in der hier angewandten Definition, dass Sie ohne Erwerbseinkommen von ihrem Vermögen leben können, d.h. ausreichende passive, “arbeitslose” Einkommensströme haben.

Sie können daher von diesem Blog konkrete Anhaltspunkte zu folgenden Themen erwarten:

  • Kontrolle über Ihre finanziellen Angelegenheiten herstellen
  • Ansätze zum Sparen
  • Entwicklung von passiven Einkommensströmen
  • Finanzinvestitionen zur Unterstützung des Vermögensaufbaus

Nur um ganz klar zu sein: Dieser Blogwird nicht in die Kategorie “wie werde ich in 100 Tagen Millionär”fallen. Vielmehr wird er Strategien aufzeigen, die es jedem einzelnen ermöglichen, schrittweise finanziell unabhängig zu werden.

Warum habe ich dieses Thema ausgewählt?

1) Ich beschäftige mich mit diesem Thema schon lange und bin davon weiterhin fasziniert. Es gibt erfreulicherweise eine Blog-Community, die sich mit vielen Aspekten der finanziellen Freiheit beschäftigt. Gerne möchte ich aber meinen persönliches Denken und Vorgehen teilen und hoffe sehr, dass der ein odere andere Leser daraus Inspiration ziehen kann.

2) Die schulische Bildung zum Thema “Umgang mit Finanzen” ist in Kontinentaleuropa de facto nicht existent . Selbst rudimentäre Prinzipien, wie Grundlagen der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, Zweck und Kosten von Krediten, das Risiko-Ertrags-Verhältnis bei Investments, etc. werden selbst in höheren Schulen nicht unterreichtet. Meines Erachtens, wäre bereits in der Volksschule ein Mindestmass an Aufklärung zum Thema angebracht.

3) Die auf Konsum gerichtete westliche Wirtschaftsordnung nutzt bewusst psychologische Phänomene aus, um wirtschaftliche Vorteile zu erzielen. Dies ist nicht verwerflich, doch sind die Konsumenten nicht drauf vorbereitet. „Enjoy now, pay later“ ist der Grundsatz, der suggeriert wird. Konsumkredite legen die sofortige Verfügbarkeit des „enjoy now“ nahe, das „pay later“ rückt oft vollends in den Hintergrund.

4) Die Zahl der überschuldeten Konsumenten nimmt dramatisch zu. Dies mag auf die Wirtschaftskrise geschoben werden, doch handelt es sich letztlich um eine Kombination der Faktoren 2) und 3). Wenn grundlegende Prinzipien eingehalten („Nicht mehr ausgeben als einnehmen“) würde dieser Trend nicht augenfällig sein.

Ich freue mich über Anregungen zu meinem Blog und wünsche viel Spass beim Lesen!

 

PS: Vielen Dank für den Kommentar des zynischen Mitlesers, der mich bewogen hat, diesen Artikel nochmals umzuformulieren 😉