Finanzielle Freiheit trotz des Niedrigzinsumfelds?

Finanzielle Freiheit trotz des Niedrigzinsumfelds?

Jüngst las ich die für mich irritierende Aussage, dass Sparen im derzeitigen Niedrigzinsumfeld ohnedies sinnlos wäre. Diese Aussage hat mich regelrecht zu den nachfolgenden Überlegungen “provoziert” 😉

In der Tat hat das von den Notenbanken, insb. der für die Leser dieses Blogs v.a. relevanten EZB, initiierte Niedrigzinsniveau gravierende volkswirtschaftliche Auswirkungen:

  • Die Finanzierung der hoch verschuldeten Staaten wurde durch das Niedrigzinsniveau in Kombination mit Quantitative Easing, also dem großvolumigen Ankauf von Staatsanleihen durch die Notenbanken, deutliche billiger. Für die Bundesrepublik Deutschland kommt es paradoxerweise bei kürzer laufenden Staatsanleihen sogar zu einem netto positiven Geschäft!
  • Die Kreditzinsen für Privathaushalte und Unternehmen sind genauso dramatisch gesunken. Dass die Kreditnachfrage zusehends inelastisch auf weitere Zinssenkungen reagiert, hat allerdings auch dazu geführt, dass kein wesentlich stimulierender Effekt von den niedrigen Zinsen ausgeht!
  • Sparzinsen sind de facto auf null gesunken, in manchen Fällen werden sogar Verwahrungsgebühren oder bei größeren Veranlagungssummen Negativzinsen verrechnet. Insofern mag es natürlich naheliegen, Sparen auf dem Sparkonto derzeit für sinnlos anzusehen…
  • Aus der Kombination niedriger Kredit- und Einlagenzinsen ergibt sich ein strukturelles Problem für Banken. Die Zinsmarge ist in den letzten Jahren massiv gesunken, d.h. letztlich, dass Banken eine deutlich geringer Spanne zwischen Einnahmen (Kreditzinsen) und Ausgaben (Einlagenzinsen) verbleibt, um Betriebs- und Risikokosten abzudecken. Dadurch lassen sich die umfangreichen Kostenreduktionen sowie die Bestrebungen der Banken allerlei Gebühren zu erhöhen, besser verstehen.

Natürlich hat dies auch Auswirkungen auf all jene, die finanzielle Freiheit anstreben. Allerdings würde ich nicht derart radikal vorgehen, dass Sparen/Investieren keinen Sinn mehr hat. Es ergibt sich aber insbesondere das Erfordernis deutliche Anpassungen an historisch sinnvollen Asset Allocations vorzunehmen, nämlich

  • Europäische Staatsanleihen haben in vielen Portfolien eigentlich keinen sinnvollen Platz mehr
  • Als Ersatz für diese Asset-Klassen, werden viele Investoren nach Alternativen insb. bei Dividendenaktien, Anleihen von Schwellenländern, p2p-Krediten oder in Immobilien suchen. Dies kann durchaus mit deutlicher Risikonahme (Fremdwährungsrisiko, Ausfallrisiko, etc.) einhergehen und will daher gut überlegt sein.

Darüber hinaus ist der nominelle Effekt von Zins- und Zinseszins in der Tat nicht mehr so eindrucksvoll, wie er bei hohen Zinssätzen ist. Gleichzeitig erfahren wir gerade neben dem Niedrigzinsumfeld auch Niedriginflationsumfeld, weshalb der reale Effekt nach Inflation nicht dramatischer ist, als er bereits in historischen Phasen hoher Zinsen gekoppelt mit hoher Inflation war.

Natürlich muss sich daher jeder Investor überlegen, wie er auf die derzeitigen Rahmenbedingungen reagiert. Auch bereits historisch fragwürdige Glaubenssätze à la “Sparbuchsparen zum Vermögensaufbau”, “Bausparen für die Kinder, dass sie mal etwas haben”, “mit deutschen Staatsanleihen kann nichts schief gehen” etc. müssen grundlegend überdacht werden. Es besteht also erhöhter Bedarf sich mit Fragestellungen im Bereich personal finance zu beschäftigen, was ich ja explizit mit meinem Blog fördern möchte.

Andererseits bestehen wenige Alternativen sich dem derzeitigen Umfeld zu entziehen. Daher ist mein persönlicher Ansatz, die entsprechenden Weichenstellungen zu treffen und entsprechend zu reagieren. Die Bestrebungen finanzielle Freiheit zu erreichen schon ex ante aufzugeben oder für sinnlos zu erklären, halte ich für verfehlt und auf Grund der weiterhin vollständigen Funktionstüchtigkeit der von mir in anderen Artikeln beschriebenen Methoden auch für inhaltlich falsch.

Wie haben Sie auf das Niedrigzinsniveau als Investor reagiert? Lassen Sie die anderen Leser durch einen Kommentar an Ihren Überlegungen teilhaben!

Die Kräfte von Zins und Zinseszins

Die Kräfte von Zins und Zinseszins

In den vorherigen Blog-Beiträgen habe ich schon einiges über Sparen und Investieren geschrieben. Bevor ich aber in einer Reihe weiterer Artikel auf konkrete Investment-Möglichkeiten eingehe, möchte ich noch über eine “Naturgewalt” berichten, die von jedem Investor genutzt werden sollte: Zins und Zinseszins.

Albert Einstein hat angeblich auf die Frage “Was ist die stärkste Kraft im Universum” spontan geantwortet “der Zinseszins”. Es sei jetzt einmal dahin gestellt, ob Einstein das tatsächlich gesagt hat, oder ob ihm diese Aussage nur zugeschrieben wird. Es gibt nämlich eine Reihe von Hinweisen, dass Einstein im Umgang mit Geld nicht besonders sorgsam war – so verschenkte er das Preisgeld des Nobelpreises kurzerhand an seine Exfrau und den beiden Söhnen hinterließ. Zudem meinte Einstein, dass die besten Dinge im Leben nicht die seien, die man für Geld bekommt. Wie dem auch sei, haben Zins und Zinseszins in der Tat sehr große Bedeutung für jeden Investor.

Zinsen und Zinseszinsen berechnen sich nach einer Exponentialfunktion, nämlich:

zinsformel

In anderen Worten, das Kapital im Zeitpunkt 0 wird mit dem Zinssatz (1+i) multipliziert. Dabei wird der Zinssatz mit der Anzahl der Jahre n potenziert. Dadurch wird ersichtlich, dass die zwei wesentlichen Treiber – natürlich neben dem Kapital im Startzeitpunkt – der Zinssatz und die Zeit sind. Das bedeutet, dass ein höherer Zinssatz sich über die Zeit stärker entfalten kann und zu einem höheren Ergebnis führen wird. Das bedeutet auch – wie bei jeder Exponentialfunktion – dass die Anzahl der Jahre/Wiederholungen, die Wirkung weiter ausdehnt. Die folgenden vier Grafiken sollen ein Gefühl für diese Wirkungsweisen geben:

grafik-zins-und-zinseszins

Die Höhe des Zinssatzes zeigt sich in den gewählten Beispielrechnungen 1 und 3 sehr anschaulich. In Beispiel 1 nach liegt 15 Jahren das 2,1-fache, während in Beispiel 3 das 4,2-fache des eingesetzten Kapitals vorliegt. Zinsen und Zinseszinsen machen in Beispiel 1 36% bzw. 16% des nach 15 Jahren verfügbaren Betrages aus, während das im Beispiel 3 36% aus Zinsen bzw. 40% aus Zinseszinsen lukriert werden.

Der zweite Effekt, nämlich die Kraft des Zinseszinses über die Zeit zeigt sich durch den Vergleich mit Beispielrechnung 2 und 4, jeweils unter Beibehaltung der Annahmen zum Zinssatz von 5% bzw. 10%. So gelingt es im Beispiel 2 das 4,2-fache des Kapitals zu erzielen, während in Beispiel 4 sogar das 17,4-fache (!!) des eingesetzten Kapitals erreicht wird. Besonders eindrucksvoll ist, dass im Beispiel 4 insgesamt 17% bzw. 77% aus Zinsen bzw. Zinseszinsen stammen und nur mehr 6% aus dem Anfangskapital stammen.

Dies erbringt für Sie als Investor folgende wichtige Erkenntnisse:

  • Lassen Sie die beiden Kräfte von Zins und Zinseszins für arbeiten und setzen Sie auf hohe Zinssätze und langfristige Investitionen
  • Achten Sie dabei auf die potenzielle Falle von vermeintlich sicheren aber sehr niedrig verzinsten Anlagen (z.B. Sparbuch oder kaum verzinstes Festgeld mit 0,2%), denn dort wird die Kraft des Zinssatzes de facto ausgeschaltet
  • Höhere Zinssätze sind in aller Regel mit höheren Risiken verbunden. Allerdings kann diesen Risiken einerseits durch Diversifikation und andererseits durch einen langen Investitionszeitraum begegnet werden, wodurch sie sich nicht notwendigerweise materialisieren müssen. Ein weiteres Argument für eine lange Haltedauer!
  • Der Effekt der Zeit trägt entscheidend zur Vermögensmehrung bei – Investieren mit der Kraft von Zins und Zinseszins ist daher keine Möglichkeit um rasch reich zu werden, sondern um stetig und langfristig Vermögen aufzubauen – vor dieser falschen Hoffnung hatte ich allerdings schon in einem meiner ersten Artikel gewarnt 😉

Das derzeit vorherrschende Niedrigzinsumfeld wird zuweilen als wesentliches Hemmnis beim Aufbau von Vermögen genannt. Natürlich ist es richtig, dass die oben beschriebenen Effekte von Zins und Zinseszinsen nicht in dem Umfang greifen, als zu Zeiten da Banken hohe Zinsen von 5, 6 oder 7% auf Einlagen zahlten. Allerdings ist in dieser Betrachtung immer eine nominelle Sicht gewählt – d.h. dass in einer realen Betrachtung nach Abzug der Inflation gerade in vielen der historischen Hochzinsperioden bescheidene reale Erträge erzielt wurden. Das sollte Sie als Investor gerade auch in Zeiten zwar niedriger Zinsen aber auch niedriger Inflation ermuntern nicht auf die Kräfte von Zins und Zinseszins zu verzichten.

In diesem Sinne wünsche ich viel Erfolg bei der Nutzung der beschriebenen Kräfte von Zins und Zinseszins. Ich freue mich, wenn Sie meinem Blog folgen, Kommentare hinterlassen oder mir unter meinefinanziellefreiheit@gmail.com weitere Anregungen zukommen lassen.

PS: Gerne ergänze ich diesen Beitrag um den Hinweis auf einen Artikel in der FAZ aus dem Jahr 2015, der besser nicht dazupassen könnte – Früh spart, wer einmal reich werden möchte!

Sparst Du noch, oder investierst Du schon?

Sparst Du noch, oder investierst Du schon?

Als ich begann diesen Blog zu schreiben, habe ich mir vorgenommen a) die Kontrolle bei finanziellen Angelegenheiten, b) Ansätze zum Sparen, c) die Entwicklung passiver Einkommensströme und d) Finanzinvestitionen zum Vermögensaufbau zu beleuchten. Bisher habe ich einiges zur Kontrolle über die finanziellen Angelegenheiten und über Ansätze zum Sparen geschrieben. Doch jetzt ist es Zeit für die Frage: “Sparst Du noch, oder investierst Du schon?”

Begriffsbestimmung

Auf einigen Blogs zu personal finance Themen war mir aufgefallen, dass es zu einem Verwaschen der Begriffe sparen und veranlagen kommt. Das ist nicht weiter verwunderlich, da auch der allgemeine Sprachgebrauch nicht scharf unterscheidet. Gemein hin hört man Aussagen wie “Sparen zahlt sich im derzeitigen Niedrigzinsumfeld gar nicht mehr aus” oder man spricht von “Sparprodukten der Banken und Versicherungen”; besonders verwirrend ist auch der Begriff des “Sparplans”.

Richtigerweise würde man die oben genannten Statements wie folgt umformulieren: “Investieren (auf Festgeldkonten oder in Staatsanleihen) zahlt sich im derzeitigen Niedrigzinsumfeld gar nicht mehr aus” oder “Investment- oder Anlage-Produkte von Banken und Versicherungen”; der besagte “Sparplan” wäre wohl besser als “Investitionsplan” benamst.

Eine sinnvolle Veranschaulichung der genannten Begriffe ist, in einem Kreislauf mit drei unterschiedlichen Aktivitäten zu denken:

geld-verdienen-sparen-investierenDer Startpunkt des Kreislaufs ist das Geldverdienen. Dies wird in den allermeisten Fällen die hauptberufliche, selbständige oder unselbständige Tätigkeit sein. Es handelt sich also um eine aktive Einkommensquelle, bei welcher Zeit gegen Geld getauscht wird (mehr dazu in diesem Artikel). Der erste Schritt des Kreislaufs können allerdings auch passive Einkommensquellen sein.

Der nächste Schritt ist das Sparen oder in anderen Worten das Nicht-Ausgeben des verdienten Geldes. Die positive Differenz zwischen verdientem Geld und Ausgaben wird oft in Prozent des verdienten Geldes als Sparquote bezeichnet. Das Sparen an sich führt aber noch zu keinem weiteren Effekt, als dass es zum Ansparen eines Geldberges kommt.

Genau deshalb folgt der dritte Schritt, Investieren. Hier wird das gesparte Geld, ggf. nach dem Dotieren des Notfallfonds, gezielt investiert. Durch diese Investition in Finanzanlagen aller Art, werden passive Einkommensquellen geschaffen. Das bedeutet, dass die Finanzanlagen zu regelmäßigen Zahlungsströmen (Ausschüttungen, Dividenden, Zinsen) führen, die dann wieder auf den ersten Schritt des Kreislaufs einzahlen.

Durch das regelmäßige und systematische Wiederholen des Kreislaufs kann es zu einer schrittweisen Substitution der aktiven Einkommensquellen durch passive Einkommensquellen im Schritt 1 des Kreislaufs kommen. Sobald durch passive Einkommensquellen sämtliche Ausgaben abgedeckt werden können, kann von finanzieller Freiheit ausgegangen werden!

Warum ist es sinnvoll zwischen Sparen und Investieren klar zu unterscheiden?

Die Unterscheidung zwischen Sparen und Investieren ist insbesondere deshalb sinnvoll und wichtig, weil sehr unterschiedliche Stoßrichtungen bzw. Ziele verfolgt werden. Beim Sparen wird einfach von den (aktiven oder passiven) Einkünften weniger ausgegeben. Investieren andererseits hat hingegen zum Ziel Vermögen aufzubauen und passive Einkommensquellen zu schaffen.

Im Ergebnis bedeutet das auch, dass eine sparsame Person nicht notwendigerweise auch eine vermögende oder gar finanziell freie Person werden wird. Erst das konsequente Aufbauen der passiven Einkommensquellen aus Finanzanlagen, wird dazu führen, dass ein ansehnliches Vermögen angesammelt wird bzw. finanzielle Freiheit aus diesem Vermögen erreichbar wird.

Ab wann ist es sinnvoll mit dem Investieren zu beginnen?

Bei dieser Frage gehen die Meinungen weit auseinander. Um die Extrempositionen abzustecken könnte man am einen Ende des Spektrums vom Investieren ab den ersten gesparten €20,- sprechen. Am anderen Ende stehen die Anforderungen diverser Privatbanken mindestens ein verfügbares Vermögen von € 1 Mio. mitzubringen, um investieren zu dürfen.

Ich denke, die Wahrheit liegt – wie so oft – dazwischen, allerdings wohl deutlich am unteren Ende 😉 Meine Empfehlung wäre, jedenfalls durch Sparen zuerst den Notfallfonds zu füllen, bevor investiert wird. Dies hat insbesondere den Zweck, auch bei einem finanziellen Engpass nicht in den oben beschriebenen Kreislauf eingreifen zu müssen. Sobald nämlich der Notfallfonds dotiert ist, kann zusätzlich Erspartes dann auch vollständig investiert werden und es nicht erforderlich, dass zusätzlich gespartes Geld auf Giro- oder Tagesgeldkonten brach liegt.

Beim nachfolgenden Investieren, sind aber keine großen Mindestbeträge erforderlich. Viele Sparpläne (=Investitionspläne!) in Fonds erlauben schon die Teilnahme ab €20 pro Monat. Auch sind bei den meisten Online-Brokern Mindestgebühren vernachlässigbar, weshalb auch Direktinvestitionen in Wertpapiere ab einigen Hundert Euro sinnvoll darstellbar sind.

Daher gilt in der Tat: Sparst Du noch oder investierst Du schon? Freue mich auf Ihre Reaktionen und Gedanken in den Kommentaren!

Gewohnheiten nutzen, um finanziell frei zu werden

Gewohnheiten nutzen, um finanziell frei zu werden

Um den Weg zur finanziellen Freiheit erfolgreich zu beschreiten, ist ein gutes Stück Selbstdisziplin erforderlich. Angesichts der schier unendlichen Möglichkeiten, um von besagtem Weg abzukommen – z.B. Konsumausgaben, größeres Auto, größere Wohnung, Ausnahmen vom regelmäßigen Sparen, etc. – ist wohl jede Unterstützung hilfreich. Jeder von uns ist allerdings unterschiedlich diszipliniert, weshalb es keine Patentrezepte geben kann. Vielmehr finde ich Strategien sinnvoll, die uns nicht jeden Tag aufs Neue fordern, sondern unsere Gewohnheiten nutzen, um ans Ziel zu kommen.

Wie soll das funktionieren?

Die Überwindung der eigenen Schwächen in punkto Selbstdisziplin kann aus meiner Sicht durch das Schaffen und konsequente Befolgen von Gewohnheiten erfolgen. Diese Gewohnheiten führen zu einer Automatisierung von Verhaltensweisen, die helfen, den ein oder anderen schwachen Moment zu überwinden.

Viele Unternehmen nützen unsere Gewohnheiten bzw. die Automatisierung bei Abonnements. Der Konsument vergisst auf das bestehende Abonnement, auch wenn die Leistung nicht mehr wirklich benötigt wird oder zumindest nicht erneut gekauft werden würde, wenn eine aktive Kaufentscheidung anstehen würde. Nicht umsonst werden diese Geschäftsmodelle von Investoren als besonders robust angesehen, da sie den Kundenstock quasi automatisch beibehalten ohne neuerliche Verkaufserfolge erzielen zu müssen. Genau diesen Effekt können Sie auch hinsichtlich Ihrer finanziellen Freiheit nutzen!

Lendico Investor

“Rituale sind die Haltegriffe der Seele”

Dieses Zitat habe ich vor längerer Zeit im Rahmen eines Coachings gehört und fand es sehr treffend. Denn jeder von uns hat es in der Hand, Rituale zu schaffen, die beim Erreichen Ihrer finanziellen Ziele unterstützen können. Praktisch also, wenn man die Haltegriffe selbst anbringen kann 😉

In einigen meiner vorherigen Blogbeiträge habe ich bereits einige solche Rituale oder besser gesagt automatisierte Verhaltensmuster beschrieben, die beim Sparen bzw. Beschreiten des Wegs zur finanziellen Freiheit unterstützen:

  • Automatisiertes Sparenregelmäßiges Sparen von anfangs 20% des Nettoeinkommens am Beginn des Monats und graduelle Erhöhung bei Gehaltserhöhungen
  • Kleingeldsparen – regelmäßiges Sparen von Münzen oder ggf. sogar von Geldscheinen mit bedeutenden, unerwarteten Effekten

Darüber hinaus möchte ich auf zehn “reiche Gewohnheiten” eingehen, von denen ich jüngst in einem Buch gelesen habe.

Rich Habits

Das kurze Buch (nur 89 Seiten) Rich Habits – The Daily Success Habits of Wealthy Individuals von Thomas C. Corley  zeigt, eingebettet in eine einfache Rahmenhandlung, zehn Gewohnheiten auf, die typischerweise von reichen Menschen befolgt werden:

  1. Positive Gewohnheiten festlegen und jeden Tag befolgen – von einem gesunden Lebensstil, über fokussierte Arbeitsweisen bis hin zu weniger Fernsehkonsum
  2. Ziele für jeden Tag, jeden Monat, jedes Jahr und langfristig Ziele festlegen und sich jeden Tag darauf besinnen – diese Ziele sollen sowohl niedergeschrieben und oft betrachtet werden, als auch jeden Tag mittels einer To Do Liste abgearbeitet werden. Hierfür verwende ich die kostenlose Software todoist.com, die ich sehr empfehlen kann
  3. Jeden Tag in Selbstverbesserung investieren – Lernen und Bildung jeder Art, sei es durch die Lektüre von Fachzeitschriften oder sonstige Fortbildungsmaßnahmen
  4. Auf die Gesundheit achten – Zeit für Sport schaffen und auf gesunde Ernährung achten
  5. Lebenslange Beziehungen pflegen – zwischenmenschliche Beziehungen pflegen, Namen merken, Geburtstage und sonstige wichtige Ereignisse bedenken
  6. Einen gemäßigten Lebensstil führen – jeglichen Exzess vermeiden und ausgeglichen leben
  7. Aufgaben täglich erledigen, eine “Do It Now”-Mentalität verfolgen – den Satz “was du heute kannst besorgen, verschiebe ruhig auf morgen” aus dem Gedächtnis streichen, wichtige Dinge sofort in Angriff nehmen
  8. Reich denken – positive Denkmuster verfolgen, diese immer wieder bekräftigen
  9. 10% des Brutto-Einkommens sparen – ich verfolge wie schon zuvor beschrieben einen aggressiveren Ansatz, nämlich anfänglich zumindest 20% des Netto-Einkommens zu sparen — siehe Blogbeiträge Automatisiertes Sparen und Wie man mit dem Sparen beginnt)
  10. Gedanken und Emotionen unter Kontrolle halten – insbesondere negative Gedanken (Neid, Zynismus, etc.) aus bestehenden Denkmustern entfernen, positive Gedanken fördern

Ich verfolgte bereits vor der Lektüre des Buches eine Reihe dieser Gewohnheiten und habe das Buch zum Anlass genommen, weitere Gewohnheiten zu etablieren. Insgesamt fand ich das Buch einen sehr guten Denkanstoß und eine gute Unterstützung am Weg in Richtung finanzielle Freiheit.

Welche Gewohnheiten helfen Ihnen am Weg zur finanziellen Freiheit? Wie finden Sie das Buch Rich Habits? Freue mich von Ihnen zu hören, sei es durch einen Kommentar oder über eine Nachricht unter meinefinanziellefreiheit@gmail.com!

Ausgaben-Benchmarking

Ausgaben-Benchmarking

Mein jüngst erschienener Artikel “Leitfaden Ausgabencheck” gibt Ihnen eine Anleitung an die Hand, wie Sie mit einem Kassabuchs ihren monatlichen Ausgaben optimieren können. Der dort beschriebene Ansatz ist individuell und geht auf Ihre persönliche Situation ein, vorgegebene Excel-Modelle odgl. sind nicht zu verwenden.

Die jüngst erschienene Studie “Branchenradar Ausgaben & Sparen Privater Haushalte in Österreich 2016” der Firma Kreutzer Fischer & Partner erlaubt den Ausgabencheck in zwei Richtungen weiter zu verbessern:

1. Standardisierte Kategorien

Die genannte Studie verwendet standardisierte Ausgabenkategorien, die auch für Ihren Ausgabencheck verwendet werden können, nämlich:

  • Bauen & Wohnen
  • Freizeit & Urlaub
  • Institutionalisierter Einkauf
  • Mobilität
  • Persönliche Gebrauchsgegenstände
  • Kredit- und Darlehensrückzahlungen / sonstiger Finanzaufwand
  • Gesundheit & Pflege
  • Kommunikation & Medienkonsum
  • Bildung & Kinderbetreuung außer Haus
  • Sonstige Ausgaben

Durch die Beschränkung auf diese wenigen, standardisierten Ausgabenkategorien, gelingt es den Ausgaben-Check und darauf aufbauende Analysen übersichtlich und einfach zu halten. Gleichzeitig ist diese Liste an Ausgabenkategorien eine Erinnerung an Vollständigkeit in den Ausgaben, ggf. laufen ja einige Zahlungen über ein anderes Konto oder wird der Dienstwagen zum Teil von der Firma bezahlt und daher direkt vom Gehalt abgezogen?

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2. Benchmarking der Ausgaben entlang der standardisierten Kategorien

Die zweite Möglichkeit, die sich aus der genannten Studie ergibt, ist besonders interessant. Es ist durch die Erhebungen nämlich möglich Ihre Ausgaben mit den Ausgaben der Gesamtbevölkerung zu vergleichen. Ich weiß zwar nicht, ob die Studienautoren diese Verwendung beabsichtigt haben, doch ist sie für die Zwecke eines Ausgabenchecks bestens geeignet.

Folgende Vergleichswerte – jeweils in Prozent bezogen auf die Gesamtausgaben – sind in der Studie genannt:

Ausgabenkategorien

Durch dieses Benchmarking können Sie nämlich wunderbar für sich feststellen, ob Sie in der jeweiligen Ausgabenkategorie mehr, gleich viel oder weniger als der landesweite Durchschnitt ausgeben. Insbesondere aus der Beobachtung, dass Sie in der einen oder anderen Kategorie mehr als der Durchschnitt ausgeben, ergibt möglicherweise weitere Einsparmöglichkeiten auf.

In diesem Sinne wünsche ich viel Erfolg beim Ausgabencheck und Identifizieren von Einsparmöglichkeiten!

Lesen Sie gern bei folgenden Artikeln weiter, die Ihnen helfen werden, Kontrolle über Ihre Finanzen herzustellen und mit dem Sparen zu beginnen:

Leitfaden Ausgabencheck

Kassasturz, Verschuldung und Überschuldung

Wie man mit dem Sparen beginnt

Automatisiertes Sparen

 

 

Passive Einkommensquellen

Passive Einkommensquellen

Jüngst habe ich in den Statistiken meines Blogs nachgesehen, welche Menüseite nach den diversen Einzelartikeln am populärsten ist. Es hat mich doch überrascht, dass es die Menüseite “passive Einkommensquellen” war – überrascht deshalb, weil sich noch kein Inhalt auf dieser Menüseite befand. Das wird sich mit diesem Artikel ändern.

Wie unterscheiden sich aktive von passiven Einkommensquellen?

Für die Betrachtung in meinem Blog unterscheide ich zwischen aktiven und passiven Einkommensquellen. Sie unterscheiden sich durch die Treiber, welche die Erwirtschaftung des Einkommens begründen. Bei aktiven Einkommensquellen liegen die Treiber a) Zeiteinheit und b) Einkommen je Zeiteinheit hinter dem erzielten Gesamteinkommen, es gilt die Formel:

Gesamteinkommen = Zeiteinheit x Einkommen je Zeiteinheit

So erhält z.B. ein Angestellter für seine 40 wöchentlichen Arbeitsstunden ein monatliches Gehalt, oder die Nachbarstochter einen Eurobetrag je Stunde fürs Babysitten.

Passive Einkommensquellen, andererseits, lösen sich von dieser stundenbasierten Logik und hängen an anderen Treibern der Einkommenserzielung. Bei zinsbasierten Einkommensquellen (Zinsen, Dividenden, Mieten), errechnet sich das Einkommen nach folgender Formel:

Einkommen = eingesetztes Kapital x Rendite/Zinssatz

So erhält z.B. der Investor bei einem Investment von € 1000,- in eine Anleihe mit einer Rendite von 3% p.a. ein jährliches Einkommen von €30,- bzw. der Investor von € 1000,- in Aktien mit einer Dividendenrendite von 2% ein jährliches Einkommen von € 20,-. Der Investor in eine Vorsorgewohnung, die zu einer Bruttorendite von 4% p.a. vermietet ist, erhält diesen Wert auf das eingesetzte Kapital (=Kaufpreis) für die Vorsorgewohnung. Alle diese Beispiele zeigen das Brutto-Einkommen vor Steuern oder sonstigen Kosten, z.B. für die Instandhaltung der Wohnung oder die Tilgung eines Kredits um den Ankauf der Wohnung zu finanzieren.

Darüber hinaus gibt es weitere passive Einkommensquellen, die sich aus Geschäfts-Systemen ergeben und ein Einkommen aus der Nutzung des Systems erzielen lassen. Bei systembasierten Einkommensquellen, errechnet sich das Einkommen nach folgender Formel:

Einkommen = Anzahl Nutzer x Nutzungegebühr je Nutzer

Systembasierte Einkommensquellen können sehr vielfältig sein, daher seien auch eine Reihe von Beispielen genannt. Der Autor eines Buches/E-Books erhält eine Tantieme für den Verkauf jedes Buches. Der Programmierer einer Software, erhält für den Verkauf jeder Lizenz eine jährliche oder auf die Gesamtnutzungsdauer ausgelegte Lizenzgebühr. Der Ersteller einer Website erhält für jeden Click auf die Bannerwerbung ein Entgelt von Google Adsense. Gerne verweise ich auch auf eine recht umfangreiche Liste von 33 passiven Einkommensideen meines Blogger-Kollegen.


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Aktive Einkommensquellen haben gegenüber passiven Einkommensquellen zwei wesentliche Schwächen

Natürlich sind auch aktive Einkommensquellen interessant, insb. wenn sie zur Steigerung des monatlichen Einkommens dienen. Darauf bauen insb. auch meine Gedanken zum automatisierten Sparen auf, durch welche Einkommenssteigerungen der Sparquote zugeführt werden. Aktive Einkommensquellen weisen allerdings zwei wesentliche Schwächen auf, da sie an Hand der oben dargestellten Formel (Gesamteinkommen= Zeiteinheit x Einkommen je Zeiteinheit) nur begrenzt maximiert werden können. Erstens kann die Anzahl der mit Arbeit ausgefüllten Arbeitsstunden nur begrenzt erhöht werden. Vielleicht haben Sie aber auch einfach keine Lust mit einem weiteren Job ihre Freizeit oder Zeit mit der Familie aufzugeben 😉 Zweitens ist auch das Einkommen je Zeiteinheit in gewisser Weise nach oben begrenzt. Natürlich wird der rechnerische Stundenlohn der Führungskraft höher sein als jener des einfachen Mitarbeiters. Andererseits werden durch die kontinentaleuropäischen, progressiven Steuersysteme auf Arbeit Steigerungen von aktiven Einkommen explizit bestraft.

Passive Einkommensquellen auf der anderen Seite, zeichnen sich durch zwei erfreuliche Charakteristika aus: Sie sind nämlich von der Arbeitsleistung in Stunden unabhängig und sind durch den Multiplikator Rendite (bei zinsbasierten, passiven Einkommensquellen) bzw. Nutzungsgebühr (bei systembasierten, passiven Einkommensquellen) stark skalierbar.

Unabhängigkeit von Arbeitsleistung

Hier ist eine kleine, aber wichtige Unterscheidung vorzunehmen. Passive Einkommensquellen entstehen nicht durch Zufall oder gänzlich ohne Arbeit, vielleicht abgesehen vom Fall der glücklichen Erbschaft oder des Lottogewinns… Vielmehr muss in den Aufbau eines Kapitalstocks viel Mühe gesteckt werden bzw. das System, das Einkommen generieren soll, erst geschaffen werden. Es muss also das Buch geschrieben, die Software programmiert bzw. die Website erstellt werden. Es gilt also auch hier, dass der Weg zur finanziellen Freiheit nicht ohne weitere Anstrengung erfolgen kann, wie ich schon in einem meiner vorherigen Artikel ausgeführt hatte.

Vielmehr ist aber die Erwirtschaftung des passiven Einkommens dann unabhängig von der (stundenbasierten) Arbeitsleistung. Richtigerweise mag noch ein geringer Verwaltungs- bzw. Überwachungsaufwand bestehen, doch ist auch die Höhe des passive Einkommen davon unabhängig. Z.B. will ein Aktienportfolio laufend überwacht und optimiert werden, doch ist dieser Aufwand iW gleich, ob es sich um ein € 100.000 oder € 1 Mio. handelt.

Im Umkehrschluss würde ich aber vor allen Einkommensquellen warnen, wo sich aktive Geschäftssysteme als vermeintlich passive Einkommensquellen tarnen. Ein Beispiel könnte die Selbständigkeit als Franchise-Nehmer sein. Ihr Einkommen wird wiederum wesentlich von ihrer stundenbasierten Arbeitsleistung abhängen, auch wenn es sich ja vermeintlich um eine unternehmerische Tätigkeit handelt.

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Skalierbarkeit

Die Skalierbarkeit ist der zweite wesentliche Vorteil der passiven Einkommensquellen und in der Tat ein ganz entscheidender Schlüssel zur finanziellen Freiheit. Denn sowohl das Einkommen aus zinsbasierten, als auch aus systembasierten Einkommensquellen kennt nach oben kaum Grenzen. Ein Investment-Portfolio kann aus ein paar Tausend oder mehreren Millionen Euro bestehen. Eine Website kann von einigen Tausend oder zig Millionen Besuchern genutzt werden. Entsprechend kennt auch das passive Einkommen aus diesen Quellen daraus keine Grenzen. Ich will hier keine illusorischen Gedanken aufzeigen, denn selbst durch die gewählte Zielgruppe, die Akzeptanz der Nutzer udgl. werden sich gewissen Grenzen ergeben. Es ist allerdings ganz realistisch möglich, mit einem Investmentportfolio von € 10 Mio. ein jährliches, passives Einkommen von € 400.000 zu erwirtschaften. Dies ist aus einer aktiven Einkommensquelle nur schwer vorstellbar.

Fazit

Am Weg zur finanziellen Freiheit starten die meisten von uns – so wie ich auch – mit einer aktiven Einkommensquelle, unserem “Brotberuf”. Da diese aktive Einkommensquelle nur beschränkt steigerbar ist, müssen weitere, passive Einkommensquellen ergänzt werden. Diese passiven Einkommensquellen werden zwar nicht ohne Anstrengung ergänzt werden können, doch werden sie helfen schrittweise in Richtung finanzielle Freiheit zu gehen.

Ich werde in nächster Zeit weitere Artikel zu passive Einkommensquellen veröffentlichen. Folgen Sie daher meinem Blog und lesen Sie mehr! Zudem freue ich mich immer über Kommentare.

Interview mit Monika von Klunkerchen

Interview mit Monika von Klunkerchen

Finanzielle Freiheit: Was ist der Inhalt Deines Blogs? Welche Perspektive bringst Du ein, zumal ihr Euren Blog ja zu viert schreibt?

Monika: Unser Blog Klunkerchen richtet sich in erster Linie an Frauen. Unsere Coach Gisela Enders leitet immer mal wieder sogenannte Geldgespräche, eine Runde von Frauen, die sich über das Thema Geld austauschen wollen. So haben wir drei anderen uns kennengelernt. Wir haben uns eine ganze Zeit zu allen möglichen Geldthemen ausgetauscht und dabei bemerkt, dass es in unserem sonstigen Umfeld nicht viele Frauen gibt, die Geld irgendwie spannend finden. So entstand dann der Gedanke, einen Blog zu schreiben. Mit unseren unterschiedlichen Perspektiven und den daraus resultierenden Erfahrungen. Klar, ich schreibe als relativ reiche Frau über meine Gedanken zur finanziellen Freiheit. Nicht nur, wie ich dazu gekommen bin, sondern auch, wie es ist, finanziell frei zu sein. Das wird von allen so wahnsinnig bewundert, nur ich finde, es gibt da auch viele Aspekte, die sehr gut durchdacht werden wollen und die sich im übrigen nicht immer nur gut anfühlen.

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Finanzielle Freiheit: Was unterscheidet Euren Blog von all den anderen Blogs über finanzielle Freiheit? Warum sollen unsere Leser immer wieder zu Euch kommen?

Monika: Unser Blog unterscheidet sich in zwei Dingen. Einmal, wir richten uns an Frauen. Natürlich dürfen ihn auch Andere besuchen. Wir können das ja auch gar nicht einschränken. Aber unser Blickwinkel sind Frauen. Und ich kann aus meiner weiblichen Perspektive sagen, dass viele Finanzblogs einen männlichen Blickwinkel haben. Wir sind ein bisschen anders. Wir schreiben wie es uns geht, wo wir Zweifel haben, wie wir Lösungen finden, die auch mal etwas unkonventionell sind. Wir machen uns viele Gedanken zu den Emotionen hinter dem Geld. Das wird natürlich auch durch unsere Coach angeregt.

Außerdem schreiben in unserem Blog mehrere Frauen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Sabine ist eine Grafikerin, die versucht, mit wenigem Geld Rücklagen aufzubauen und damit sicherer durch´s Leben gehen zu können. Miriam ist die Älteste unter uns, sie hat lange ihrem Partner die Finanzen überlassen und stand nach der Trennung dumm da. Nun schaut sie, wie sie die eigene finanzielle Verantwortung übernehmen kann. Dann bin da noch ich, die einmal sich über Geldanlagen und gute Investitionen Gedanken macht und über Aspekte der finanziellen Freiheit schreibt. Ja und Gisela trägt auch manchmal Texte bei, zu Glaubenssätzen und Selbstcoachingstrategien.

Im Augenblick schreiben wir den Blog viel für uns selbst. Die Identifizierung von Themen und die Texte helfen, eigene Gedanken zu klären und zu strukturieren. Ob das für unsere Besucherinnen spannend genug ist, um den Blog immer wieder zu besuchen, müssen diese selbst entscheiden.

Finanzielle Freiheit: Was ist Dein liebster Beitrag auf Eurem Blog und warum? Ist das auch jener Beitrag, der den meisten traffic bekommt?

Monika: Sehr gut hat mir der Beitrag von Gisela zum Thema „Alle reichen Menschen sind Verbrecher“ gefallen. Einfach, weil sie ein eher selbstverständliches Gespräch auf tiefgründige, dahinterliegende Glaubenssätze auseinandernimmt. Von meinen eigenen Texte finde ich „Die Nachteile der finanziellen Freiheit“ gut. Hier schildere ich, dass es eben nicht nur toll ist, über genug Geld zu verfügen, um nicht mehr arbeiten zu müssen. Der meiste Traffic hatte der Text „Mit 50 finanziell frei, geht das?“  Das überrascht ja auch nicht, davon träumen im Netz ja ganz viele Menschen.


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Finanzielle Freiheit: Was bedeutet finanzielle Freiheit für Dich ganz persönlich? Du hast die finanzielle Freiheit ja schon erreicht, wie hat sich Dein Leben durch das Überschreiten der “magischen Schwelle” verändert?

Monika: Ich definiere mich als finanziell frei, weil ich genug Geld habe, um mit den Kapitaleinnahmen (Miete und Dividenden) die Lebenshaltungskosten für meinen Mann und mich zu bestreiten. Konkret bedeutet das für mich, dass mein Mann nur noch sehr selten einer Erwerbsarbeit nachgeht und ich das auch nur noch tue, wenn ich Lust dazu habe. Ich muss allerdings zugeben, dass ich diese Lust durchaus häufig verspüre. Mit 48 fühlt sich Frührente irgendwie noch viel zu früh an. Ich strenge gerne meinen Kopf an und ich mag es auch, wenn andere Menschen meine gedanklichen Leistungen wertschätzen. Oft wird diese Wertschätzung in Geld ausgedrückt. Faktisch arbeite ich also auch noch. Wenn auch nicht ganz so stringent wie früher. Die unterbewusste Existenzangst ist weg und das entspannt schon sehr. Um nicht zu sagen, dass ist eigentlich die allerwichtigste und schönste Änderung, seit ich finanziell frei bin. Als ich vor drei Jahren den letzten großen Kredit für mein Mietshaus tilgen konnte und ich damit die Mieteinnahmen nicht mehr an die Bank überweisen musste, habe ich erstmal gestaunt. Und wusste nicht so recht, wie ich mein Arbeitsleben jetzt gestalten sollte. Ich war zu dem Zeitpunkt schon als Beraterin freiberuflich tätig. Und hatte damals einige große Kunden, mit denen ich in erster Linie wegen des Geldes zusammengearbeitet habe. Das musste ich mir allerdings erstmal eingestehen. Und dann hat es noch knapp zwei Jahre gebraucht, bis ich alle Aufträge so abgearbeitet hatte, dass ich mich auch gut trennen konnte. Dieser Prozess war sehr neu. Ich war vorher eine typische Selbständige, die bei allen Anfragen geschaut hat, wie diese möglichst gut bearbeitet werden können. Sehr gut erinnere ich mich an ein Gespräch mit einem Auftraggeber, der mich gerne für ein Projekt gewinnen wollte. Er hat mir richtig viel Geld geboten und er war, glaube ich, mit der Erwartungshaltung im Gespräch, dass ich auf jeden Fall zusagen werde. Er hat ziemlich bescheiden reagiert, als ich irgendwann gesagt habe, dass ich an seinem Auftrag kein Interesse hätte. Und für mich war das auch neu.

Mittlerweile bin ich etwas besser in meinem neuen Leben angekommen, aber ich begreife es immer noch als einen Prozess, der sich immer wieder ändern kann. Was ich auf jeden Fall sagen kann, ist das es keinen so dramatischen Wandel gab. Wir sind nicht in die Südsee gezogen, ich habe nicht abrupt aufgehört zu arbeiten und in meinem Umfeld haben kaum Menschen bemerkt, dass sich was verändert hat. Letzteres ist auch heute noch so. Es können nicht viele Menschen damit umgehen, dass andere Menschen ihr Geld geschickt angelegt haben. Und dann kommt es schnell zu dummen Bemerkungen oder Neidgesprächen. Um das zu vermeiden, schweige ich lieber.

Finanzielle Freiheit: Welche passiven Einkommensquellen findest Du besonders interessant?

Monika: Mieteinnahmen, denn das sind die Einnahmen, von denen ich am sichersten jeden Monat leben kann. Spannend finde ich meine Bucheinnahmen. Ich habe vor etwa einem Jahr meinen Weg zur finanziellen Freiheit in einem Buch aufgeschrieben. Natürlich sind die Einkünfte viel geringer, aber ich freu mich immer, wenn ich ein Buch verkaufe. Da steht dann die Wertschätzung oder die Freude, dass jemand mein Buch gekauft hat, im Vordergrund. Aber richtig reich werden, werde ich mit dem Buch sicherlich nicht.

Finanzielle Freiheit: Was ist der wertvollste finanzielle Tipp, den Du unseren Lesern mitgeben würdest? 

Monika: Sich immer wieder selbst zu informieren und keinen Ratschlägen zu trauen, bei denen man selbst nicht versteht, um was es geht.

Finanzielle Freiheit: Vielen Dank für das interessante Interview!