Das Kontomodell für Deine finanzielle Freiheit – transparent, einfach, automatisiert

Das Kontomodell für Deine finanzielle Freiheit – transparent, einfach, automatisiert

Die eigenen Finanzen so richtig im Griff zu haben, ist die entscheidende Voraussetzung für den erfolgreichen, nachhaltigen Vermögensaufbau. Verkürzt gesagt: Weniger ausgeben, als man einnimmt! Dazu gehört sowohl ein klarer Blick auf Einnahmen und Ausgaben, eine möglichst einfache Struktur, als auch ein hoher Grad an Automatisierung. So kann vermieden werden, dass kurzfristige, zu tiefst menschliche Impulse die eingeschlagene Strategie über den Haufen werfen. Ein zentraler Hebel, um seine Finanzen im Griff zu haben, ist ein Kontomodell, das die genannten Zielsetzungen (transparent, einfach und automatisiert) unterstützt.

Jeder soll natürlich seine Finanzen so managen, wie er möchte – ich denke, dass es sich um eine sehr persönliche Angelegenheit handelt und es wohl auch sehr große Unterschiede je nach Persönlichkeit geben muss. Auch einige meiner Blogger-Kollegen haben zum Thema Kontomodell/-struktur schon Artikel geschrieben. Da hier sicher nicht ein Bild das richtige ist, wird auf meinefinanziellefreiheit.com auch bald ein Gastartikel zu diesem Thema erscheinen. So möchte ich unterschiedlichen Sichtweisen bei diesem Thema ausreichend Rechnung tragen. Jetzt wünsche ich aber erst einmal viel Spaß beim Lesen dieses Artikels, der das MFF-Kontomodell erläutert.

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Notfallfonds

Notfallfonds

Meine Leser wissen bereits, dass für mich finanzielle Freiheit eng mit persönlicher Freiheit verknüpft ist. Damit meine ich insbesondere auch die Freiheit von den Systemen der staatlichen Vorsorge und der politischen Willkür ihrer Veränderung. Wie ich im Blogbeitrag Warum überhaupt finanzielle Freiheit anstreben? beschrieben habe, soll finanzielle Freiheit auch Vorsorge vor unvorhersehbaren Schicksalsschlägen bedeuten.

Wenn Sie jetzt entgegnen, dass genau zu diesem Zweck ja Arbeitslosenversicherung, Mindestsicherung, Hartz IV & Co. vorgesehen sind, würde ich entgegnen, dass ich mich auf diese Systeme eben nicht verlassen würde wollen. Einerseits sind sie meist an enge Kriterien gebunden, beanspruchen zuerst etwa vorhandenes Vermögen und sind in der Tat meist „zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel“. Besonders das Kriterium, auf vorhandenes Vermögen zurück zu greifen, ist besonders kritisch – wenn Sie am Weg zur finanziellen Freiheit bereits Vermögen aufgebaut haben, würden die staatlichen Sicherungssysteme erst mal zugreifen, bevor sie helfen.

Welche Schicksalsschläge oder Notfälle sind gemeint?

Schicksalsschläge und Notfälle können in verschiedener Art und Ausprägung auftreten. Z.B. plötzlicher Jobverlust in Folge Insolvenz des Arbeitgebers, langer Krankenstand in Folge eines Sportunfalls, teure Getriebereparatur am eigenen Auto das zum Pendeln erforderlich ist, Sturmschaden am Dach des Eigenheims, etc. All diesen Ereignissen ist gemeinsam, dass sie a) unerwartet und nicht planbar sind, b) einen hohen negativen Einfluss auf unsere Finanzen haben und c) doch mit geringer Wahrscheinlichkeit eintreten.

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Was ist nun der Notfallfonds?

Meine Empfehlung ist, im Notfallfonds das Vier- bis Sechsfache ihrer monatlichen Ausgaben vorzuhalten. Die Anleitung zur Erhebung der monatlichen Ausgaben finden Sie in einem meiner vorherigen Blogbeiträge Mit solch einem Notfallfonds können Sie den schlimmsten Schicksalsschlägen sofort begegnen. Die sofortige Verfügbarkeit ist ein wesentlicher Aspekt, da sie auch reagieren und z.B. die Dachreparatur sofort durchführen können, auch wenn die Versicherung erst zwei Monate später zahlt.

Entgegen der an manch anderer Stelle vertretenen Meinung, gehe ich von den monatlichen Ausgaben und nicht vom Nettoeinkommen aus. Sinn und Zweck des Notfallfonds ist es nämlich die notwendigen Kostenabzudecken und nicht ggf. auch die übliche Sparquote aufrecht zu erhalten. Da der Notfallfonds stets verfügbar und risikoarm veranlagt sein sollte, sollte er dennoch möglichst klein gehalten sein, um nicht die Gesamtperformance Ihrer Vermögenswerte zu verwässern.

Woraus sollte er bestehen?

Das entscheidende am Notfallfonds ist die sofortige Verfügbarkeit, also Liquidität. Ich empfehle daher ausschließlich Bargeld oder Einlagen auf Spar-/Tagesgeldkonto für den Notfallfonds in Betracht zu ziehen. Diese Meinung teilen nicht alle Kollegen, einige gehen sogar so weit, und würden in Aktien investieren. Der Notfallfonds dient meiner Meinung nach der Absicherung und nicht der Erzielung von Rendite am Weg zur finanziellen Freiheit. So würde ich in diesem Fall auf Kapitalbindung unter allen Umständen verzichten wollen, bei Aktien besteht ja zudem ein deutliches Kursrisiko, wenn kurzfristig verkauft werden muss. Darüber hinaus soll der Notfallfonds ja auch ein Gefühl der Sicherheit geben, welches gerade bei volatilen Finanzinstrumenten nicht gegeben sein wird.

Gerne werden aber auch Gold und Silber als möglicher Notgroschen genannt. Diesem Gedanken schließe ich mich auch nicht an. Natürlich mag im Falle eines Krieges Gold als letztes verfügbares Zahlungsmittel sinnvoll sein, doch bei den oben genannten Notfällen werden Edelmetalle nicht wirklich helfen. Vielmehr wäre im Fall des Falles ein Rücktausch in Bargeld erforderlich, um die diversen unmittelbar erforderlichen Zahlungen zu leisten. Neben der Dauer und den Komplikationen des Tausches, bestehen deutliche Transaktionskosten (Agio/Disagio!), vom Kursrisiko gar nicht erst zu sprechen.

Besonders negative Ereignisse, die allerdings mit sehr niedriger Wahrscheinlichkeit eintreten, werden gemeinhin durch eine Versicherung abgedeckt. Dies kann in der Tat sinnvoll sein, man denke nur an die Versicherung des Eigenheims oder eine Krankenversicherung. Einerseits wäre ich vorsichtig mich hier umfassenden Berufsunfähigkeitsversicherungen auszuliefern, die nicht billig sind und monatliche Kosten verursachen. Andererseits ist der Notfallfonds aber auch kein Ersatz für die ein oder andere erforderliche Versicherung.


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Wie baut man den Notfallfonds auf?

Meine Empfehlung beim Aufbau des Notfallfonds ist, eine klare Reihenfolge zu befolgen:

  1. Zuerst (Konsum-)Schulden abbauen, siehe auch mein Artikel zu diesem Thema 
  2. Notfallfonds aufzubauen
  3. Sparen, Investieren, Vermögen aufbauen

Diese Reihenfolge der Befüllung kann natürlich auch mit den Prinzipien des automatisierten Sparens verfolgt werden.

Das bedeutet auch, dass Sie auf ihr Erspartes bzw. Ihre Investments als Quelle von passivem Einkommen nicht mehr zugreifen müssen, selbst wenn ein Notfall eintritt. Genau für diesen Fall wurde ja vorher der Notfallfonds eingerichtet. Dies ist eine wichtige, auch psychologische Hürde: Die Quelle des passiven Einkommens in Form des Investmentportfolios muss auch im Notfall nicht angefasst werden.

Wie habe ich das für mich persönlich gelöst?

Mein Notfallfonds in Höhe des ca. Dreifachen der monatlichen Kosten meiner Familie besteht aus zwei Teilen: Erstens einer Euro-Bargeldreserve (ca. ein Drittel des Notfallfonds), auf welche ich nicht zugreife/nur im Notfall zugreifen würde. Zweitens ein Sparguthaben auf einem Tagesgeldkonto (ca. zwei Drittel des Notfallfonds). Bis dato hatte ich eigentlich keine bedeutsamen Fälle, in denen ich auf den Notfallfonds zugreifen musst. Ich hoffe, dass das auch so bleibt! Es ist aber ein gutes Gefühl um diese Reserve zu wissen.

Haben Sie einen Notfallfonds?  Wie setzen Sie diesen ein? Ich freue mich über Ihre Rückmeldung in Form von Kommentaren zu diesem Artikel oder E-Mails an meinefinanziellefreiheit@gmail.com. Lesen Sie außerdem mehr, wie Sie selbstverantwortlich die Kontrolle über Ihre finanziellen Angelegenheiten erhalten/behalten.

Die finanzielle Grundausstattung

Die finanzielle Grundausstattung

Ein Leser meines Blogs (vielen Dank für den Hinweis!) fragte mich, welche Bankverbindung, Konten, Depots und sonstigen Tools er brauchen würde, um sich für den Weg zur finanziellen Freiheit zu rüsten. Was ist also die erforderliche finanzielle Grundausstattung?

Bloß keine Komplexität—Keep It Simple!

Am Weg zur finanziellen Freiheit ist es essentiell, einerseits Kontrolle über Ihre Finanzen zu behalten und andererseits keine unnötige Komplexität aufzubauen, also: Keep It Simple! Ich rate daher dringend von Systemen, ab die eine Menge an Buchhaltung erfordern. Mein Blog-Kollege empfiehlt einen Finanztag: Wenngleich ich das strukturierte Vorgehen mit einer Checkliste für sinnvoll halte, erscheint der Aufwand doch beträchtlich. Komplexität und hoher Aufwand führen letztlich nur dazu, dass man die Lust am Beschreiten des Wegs zur finanziellen Freiheit verlieren wird. Daran soll es aber nicht scheitern, daher nochmal: Keep It Simple! Charmanter finde ich automatisierte Vorgehensweisen, wie ja auch schon beim automatisierten Sparen.

Was Sie wirklich brauchen

Wenn Sie den Grundsatz: Keep It Simple! nun wirklich radikal befolgen, sind für die finanzielle Grundausstattung tatsächlich nur 3 Elemente erforderlich, und zwar:

  1. Girokonto
  2. Sparkonto/Tagesgeld-Konto
  3. Online-Broker-Depot und Konto

1. Girokonto

Das Girokonto ist die Homebase für alle finanziellen Belange und fixer Bestandteil der finanziellen Grundausstattung. Über das Girokonto wird sämtlicher Zahlungsverkehr, insb. der Gehaltseingang, alle laufenden Ausgaben, wie Miete, Versicherung, etc. und die Zahlungen des automatisierten Sparens durchgeführt. Wie sich leicht erkennen lässt, ist das Girokonto in der Tat das Rückgrat der finanziellen Grundausstattung.

Auf Grund der Wichtigkeit des Kontos, möge der Grundsatz „drum prüfe wer sich ewig bindet“ gelten. Die große Anzahl von Transaktionen, die u.a. automatisiert über Dauer- und Lastschriftaufträge durchgeführt werden aber auch emotionale Faktoren bauen große Hürden beim Wechsel des Girokontos auf. Dies wissen Banken durch geschicktes Pricing natürlich zu schätzen. Daher rate ich dringend zu einem Markt- und Preisvergleich, wie er in Österreich von der Arbeiterkammer oder in Deutschland von der Stiftung Warentest angeboten wird.

Ich selbst verwende das Easy Konto der Easybank, das ich auch uneingeschränkt empfehlen würde. Es handelt sich um ein vollkommen kostenloses Konto inkl. kostenloser Bankomatkarte und Kreditkarte. Wenn ich höre, dass für das gleiche Leistungspaket von Filialbanken oft €200 und mehr pro Jahr verrechnet werden, finde ich das verstörend. Bei der Auswahl des Girokontos würde ich insbesondere auf folgende Merkmale Wert legen: i) keine laufenden Gebühren, ii) keine versteckten Gebühren (für Bankomatkarte, Kontoabschluss, ohne Mindestumsatz, etc.) und iii) idealerweise eine Verzinsung des Guthabens, auch wenn diese im derzeitigen Zinsumfeld marginal ausfallen wird. Alternativen zur Easybank sind sicher ING Diba oder auch Number 27.

Diese sehr einfache Aufstellung mit einem einzigen Girokonto gilt insb. für Personen, die in einem unselbständigen Beschäftigungsverhältnis stehen. Freiberuflern rate ich, die finanziellen Belange der Firma und die privaten Belange strikt zu trennen. Mein Kollege Jens Jäger hat einen für Freiberufler interessanten Leitfaden geschrieben.

2. Sparkonto / Tagesgeld-Konto

Das zweite ganz essentielle Konto am Weg zur finanziellen Freiheit ist ein Sparkonto, auch Tagesgeld-Konto genannt. Das Sparkonto (nomen est omen) dient der Trennung der Ersparnisse vom laufenden Zahlungsverkehr. Das Verhältnis zwischen Girokonto und Sparkonto sollte in aller Regel eine Einbahnstraße sein, so dass ausschließlich Geld vom Girokonto auf das Sparkonto übertragen wird. In meiner persönlich geübten Praxis erfolgen Überweisungen an das Sparkonto auf Grund des automatisierten Sparens und zudem wenn am Monatsende noch überschüssiges Geld am Girokonto vorhanden ist.

Die klare Trennung des Sparkontos muss mE nicht so weit gehen, dass es bei einem anderen Geldinstitut ist. Dies ist jedoch eine Geschmacksfrage: Einerseits bleibt die Komplexität der finanziellen Grundausstattung gering wenn das Sparkonto bei derselben Bank wie auch das Girokonto ist. Andererseits ist die Trennungswirkung größer, wenn es sich um eine andere Bank handelt. Dadurch wird die Versuchung geringer auf das Sparkonto kurzfristig zurückzugreifen. Ich selbst habe mein Sparkonto, wie auch das Girokonto bei der Easybank, wodurch ich zusätzlich den Vorteil habe, dass in Sekundenschnelle zwischen den Konten Geld verschoben werden kann.

Allerdings habe ich mich entschlossen mehrere Sparkonten zu eröffnen. Dadurch ist es möglich, verschiedene Sparzwecke, z.B. allgemeines Sparkonto und Notfallreserve, Rücklage für Wohnen/Umbau/Einrichtung, Sparen für meine Kinder, etc. zu trennen. Da alles in einer Internetbanking-Maske ersichtlich ist, behalte ich sehr einfach den Überblick über alle Sparkonten.

3. Online-Broker-Depot

Das dritte Element der finanziellen Grundausstattung ist ein Online-Broker-Depot. Sobald sich am Sparkonto nämlich mehr als die Notfallreserve angesammelt hat, können Sie daran denken den ersten passiven Einkommensstrom auf dem Broker-Depot zu erschaffen. Wie ich noch in nachfolgenden Blogbeiträgen ausführen werde, empfehle ich in Abhängigkeit Ihres Veranlagungshorizont und Ihrer Risikotoleranz ein Portfolio aus ETF Investments, das Ihnen laufende Erträge in Form von Zinsen und Dividenden zufließen lässt.

Warum betonte ich Online-Broker? Natürlich bieten auch Filialbanken Depot-Dienstleitungen an. Diese weisen aus meiner Sicht nämlich zwei deutliche Nachteile auf. Erstens sind diese typischerweise wesentlich teurer als die Angebote der Online-Broker und zwar sowohl hinsichtlich Depotgebühr als auch hinsichtlich der Transaktionsgebühren bei einzelnen Kauf-/ Verkaufstransaktionen. Andererseits bemühen sich die Filialbanken durch Beratung im Wertpapiergeschäft zu punkten. Dass es dabei zu Produktempfehlungen von Fonds der eigenen Kapitalanlagegesellschaft kommt, mag nicht überraschen, da so ein Provisionsfluss sichergestellt wird. Daher rate ich zu Anbietern wie Hello Bank, Easybank oder Comdirect. Leider ist bei diesen Anbietern meist ein zusätzliches, manchmal kostenpflichtiges Verrechnungskonto, über das sämtliche Zahlungen (Kauf, Verkauf, Dividenden, Coupons) abgewickelt werden müssen, erforderlich. Ich selbst nutze die Depotfunktion der Easybank und kann so vermeiden, dass ein weiteres Verrechnungskonto erforderlich ist.

Nach diesem Dreiklang von Girokonto, Sparkonto und Broker-Depot/Konto, der dem Keep It Simple!-Prinzip gerecht wird, möchte ich noch darauf hinweisen, was sie im Umkehrschluss gar nicht brauchen.

Bankberater—Informieren Sie sich selbst, bilden Sie sich selbst Ihre Meinung und treffen Sie eigenverantwortliche Entscheidungen am Weg zu Ihrer finanziellen Freiheit! Sie sind kein Finanzexperte? Ihr Bankberater fürchte ich auch nicht! Er ist vielmehr darauf geschult, Ihnen Produkte aus der Produktpalette der Kapitalanlagegesellschaft des Hauses anzubieten und dabei Verkaufsprovisionen zu generieren. Hinterfragen Sie einfach, wie die Kosten für die schicke Filiale, Beratungsgespräch, etc. gedeckt werden. Ihre Vermutung, dass Sie dafür zahlen ist richtig 😉 Außerdem bin ich davon überzeugt, dass Sie bei eigener Recherche und Information bessere Investmententscheidungen treffen werden.

Viele Bankverbindungen—Zuvor habe ich eine bewusst simple finanzielle Grundausstattung beschrieben. Haben Sie im Lauf der Jahre eine Fülle von Bankverbindungen angesammelt? Mehrere Sparkonten bei verschiedener Bank, das alte Studentenkonto über das noch immer Zahlungsverkehr läuft, zwei Depots, ein Sparplan, etc. Wenn dem so ist, haben Sie eine Menge unnötiger Komplexität angesammelt und die Verwaltung Ihrer finanziellen Angelegenheiten deutlich erschwert. Es gilt Keep It Simple! Schließen Sie überzählige Bankverbindungen und konzentrieren Sie alles auf die drei oben beschriebenen Elemente.

Budgetprogramme, Apps & Co—Sie wollen am Weg zur finanziellen Freiheit digital aufrüsten? Ein Budgetprogramm, eine App zur Überwachung Ihrer Investments, etc.? Nach meiner Erfahrung ist dies nicht erforderlich und erzeugt erneut Komplexität. Vielmehr brauchen Sie ein einfaches Excel in dem Sie Ihr Budget aufstellen, Ihr Sparverhalten ist ja schon auf Autopilot [Link zu Artikel] und darüber hinaus können Sie in diesem Excel auf periodisch (quartalsweise oder jährlich) Ihre Vermögensentwicklung vermerken. Und das war’s auch schon!

Die Frage „Brauche ich ein Sparschwein?“ hebe ich mir für einen später folgenden Blogeintrag auf 😉

Sie sind anderer Meinung oder haben Ergänzungen? Hinterlassen Sie gern einen Kommentar oder melden Sie sich direkt unter meinefinanziellefreiheit@gmail.com bei mir.

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Die Anlagepyramide: Konzept, Stärken und Schwächen

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Wie im oben gezeigten Bild mag man sich eine „Anlagepyramide“ vorstellen, als einen pyramidenförmigen Stapel aus Geld. Richtigerweise handelt es sich dabei aber um ein recht einfaches Bild, um verschiedene Spar- und Anlageformen zu klassifizieren. Ein sinnvolles Grundverständnis über mögliche Anlageformen, ist essentiell auf dem Weg zur finanziellen Freiheit. Deshalb möchte ich auf das Konzept sowie Stärken und Schwächen der Anlagepyramide eingehen.

Anders als das symbolische Bild oben, gibt die „richtige“ Anlagepyramide allerdings einen Überblick über alle Asset-Klassen, also jene Instrumente, in die der Privatinvestor investieren kann. Die Logik der Anordnung ist einfach und folgt dem Grundprinzip, dass weniger ertragreiche Assets unten in der Pyramide stehen, während Assets mit höherem Erträge an der Spitze der Pyramide erzielt werden können. Da von einer Korrelation von Ertrag und Risiko auszugehen ist, wird häufig auch gesagt, dass unten „sichere“ und an der Spitze der Pyramide riskante Anlageformen zu finden sind.

Anlagepyramide by LH

Die konkreten Stufen der Pryamide sind:

  1. Girokonto, Festgeld-/Sparkonto
  2. Anleihen/-fonds
  3. Aktien/-fonds
  4. Immobilien, Private Equity, Venture Capital & Co.
  5. Derivate, also Optionsscheine, Futures

Die Vorteile der Anlagepyramide liegen auf der Hand

  • Visualisierung der Asset Klassen – so kann auch dem Otto-Normalverbraucher nahe gebracht werden, welches Spektrum an Instrumenten zur Verfügung steht. Dies ist um ein Mindestmaß an finanzieller Bildung zu vermitteln durchaus wünschenswert.
  • Vermittlung eines Grundverständnisses von Ertrag/Risiko – es ist jedenfalls hilfreich, das grundlegend bestehende Verhältnis von Ertrag und Risiko zu veranschaulichen. So kann Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass höherer Ertrag nicht „gratis“ ist, wodurch grobe Fehleinschätzungen verhindert werden können
  • Finanzielle Grundbedürfnisse werden aufgezeigt – die Basis der Pyramide ist mE ein Muss für jeden an einem geordneten Geldleben Interessierten. Dazu gehören eben auch ein attraktives Tagesgeld-/Sparkonto

Allerdings hat die Anlagepyramide auch einige gravierende Nachteile/lädt sie zu Fehlinterpretationen ein

  • Eindruck dass mengenmäßig mehr sichere als riskante Assets empfohlen werden – dies hängt allerdings ganz klar von den Zielen der Veranlagung ab. Wenn langfristiger (10 Jahre und mehr) Vermögensaufbau gewünscht ist, darf die Anlagestrategie nicht auf der Basis der Pyramide aufgebaut sein.
  • Schrittweises „Hocharbeiten“ in der Pyramide – Es könnte der mE falsche Schluss gezogen werden, dass man sein Vermögen von unten nach oben veranlagen soll, also erst wenn Stufe 2 absolviert ist auch Stufe 3 folgen darf, etc. Dies mag zwar vor einem Erfahrungshintergrund hilfreich sein, muss aber wiederum nicht der Anlagestrategie folgen
  • Risiko und Ertrag sind nicht 1:1 miteinander verbunden – ein Argument für Fortgeschrittene: Portfolio-Effekte werden dazu führen, dass diversifizierte Portfolien uU ein geringeres Risiko bei gleichem Ertrag haben – dazu mehr in einem späteren Blog-Post.

In Summe handelt es sich bei der Anlagepyramide um ein brauchbares Vehikel, das vereinfacht einen Überblick über die Asset-Klassen gibt. Ein nachhaltige Anlagestrategie kann man meines Erachtens allerdings daraus nicht ableiten. Umso mehr war ich schockiert, als ich bei einem Bankberater eine Anlagepyramide am Schreibtisch stehen sah. Dieser Berater verwendet die Anlagepyramide offenbar tatsächlich zur Beratung seiner Kunden – derartige Beratung können Sie künftig kritisch hinterfragen und allenfalls ganz darauf verzichten. Abonnieren Sie lieber meinen Blog 😉

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