Ausgaben-Benchmarking

Ausgaben-Benchmarking

Mein jüngst erschienener Artikel „Leitfaden Ausgabencheck“ gibt Ihnen eine Anleitung an die Hand, wie Sie mit einem Kassabuchs ihren monatlichen Ausgaben optimieren können. Der dort beschriebene Ansatz ist individuell und geht auf Ihre persönliche Situation ein, vorgegebene Excel-Modelle odgl. sind nicht zu verwenden.

Die jüngst erschienene Studie „Branchenradar Ausgaben & Sparen Privater Haushalte in Österreich 2016“ der Firma Kreutzer Fischer & Partner erlaubt den Ausgabencheck in zwei Richtungen weiter zu verbessern:

1. Standardisierte Kategorien

Die genannte Studie verwendet standardisierte Ausgabenkategorien, die auch für Ihren Ausgabencheck verwendet werden können, nämlich:

  • Bauen & Wohnen
  • Freizeit & Urlaub
  • Institutionalisierter Einkauf
  • Mobilität
  • Persönliche Gebrauchsgegenstände
  • Kredit- und Darlehensrückzahlungen / sonstiger Finanzaufwand
  • Gesundheit & Pflege
  • Kommunikation & Medienkonsum
  • Bildung & Kinderbetreuung außer Haus
  • Sonstige Ausgaben

Durch die Beschränkung auf diese wenigen, standardisierten Ausgabenkategorien, gelingt es den Ausgaben-Check und darauf aufbauende Analysen übersichtlich und einfach zu halten. Gleichzeitig ist diese Liste an Ausgabenkategorien eine Erinnerung an Vollständigkeit in den Ausgaben, ggf. laufen ja einige Zahlungen über ein anderes Konto oder wird der Dienstwagen zum Teil von der Firma bezahlt und daher direkt vom Gehalt abgezogen?

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2. Benchmarking der Ausgaben entlang der standardisierten Kategorien

Die zweite Möglichkeit, die sich aus der genannten Studie ergibt, ist besonders interessant. Es ist durch die Erhebungen nämlich möglich Ihre Ausgaben mit den Ausgaben der Gesamtbevölkerung zu vergleichen. Ich weiß zwar nicht, ob die Studienautoren diese Verwendung beabsichtigt haben, doch ist sie für die Zwecke eines Ausgabenchecks bestens geeignet.

Folgende Vergleichswerte – jeweils in Prozent bezogen auf die Gesamtausgaben – sind in der Studie genannt:

Ausgabenkategorien

Durch dieses Benchmarking können Sie nämlich wunderbar für sich feststellen, ob Sie in der jeweiligen Ausgabenkategorie mehr, gleich viel oder weniger als der landesweite Durchschnitt ausgeben. Insbesondere aus der Beobachtung, dass Sie in der einen oder anderen Kategorie mehr als der Durchschnitt ausgeben, ergibt möglicherweise weitere Einsparmöglichkeiten auf.

In diesem Sinne wünsche ich viel Erfolg beim Ausgabencheck und Identifizieren von Einsparmöglichkeiten!

Lesen Sie gern bei folgenden Artikeln weiter, die Ihnen helfen werden, Kontrolle über Ihre Finanzen herzustellen und mit dem Sparen zu beginnen:

Leitfaden Ausgabencheck

Kassasturz, Verschuldung und Überschuldung

Wie man mit dem Sparen beginnt

Automatisiertes Sparen

 

 

Passive Einkommensquellen

Passive Einkommensquellen

Jüngst habe ich in den Statistiken meines Blogs nachgesehen, welche Menüseite nach den diversen Einzelartikeln am populärsten ist. Es hat mich doch überrascht, dass es die Menüseite „passive Einkommensquellen“ war – überrascht deshalb, weil sich noch kein Inhalt auf dieser Menüseite befand. Das wird sich mit diesem Artikel ändern.

Wie unterscheiden sich aktive von passiven Einkommensquellen?

Für die Betrachtung in meinem Blog unterscheide ich zwischen aktiven und passiven Einkommensquellen. Sie unterscheiden sich durch die Treiber, welche die Erwirtschaftung des Einkommens begründen. Bei aktiven Einkommensquellen liegen die Treiber a) Zeiteinheit und b) Einkommen je Zeiteinheit hinter dem erzielten Gesamteinkommen, es gilt die Formel:

Gesamteinkommen = Zeiteinheit x Einkommen je Zeiteinheit

So erhält z.B. ein Angestellter für seine 40 wöchentlichen Arbeitsstunden ein monatliches Gehalt, oder die Nachbarstochter einen Eurobetrag je Stunde fürs Babysitten.

Passive Einkommensquellen, andererseits, lösen sich von dieser stundenbasierten Logik und hängen an anderen Treibern der Einkommenserzielung. Bei zinsbasierten Einkommensquellen (Zinsen, Dividenden, Mieten), errechnet sich das Einkommen nach folgender Formel:

Einkommen = eingesetztes Kapital x Rendite/Zinssatz

So erhält z.B. der Investor bei einem Investment von € 1000,- in eine Anleihe mit einer Rendite von 3% p.a. ein jährliches Einkommen von €30,- bzw. der Investor von € 1000,- in Aktien mit einer Dividendenrendite von 2% ein jährliches Einkommen von € 20,-. Der Investor in eine Vorsorgewohnung, die zu einer Bruttorendite von 4% p.a. vermietet ist, erhält diesen Wert auf das eingesetzte Kapital (=Kaufpreis) für die Vorsorgewohnung. Alle diese Beispiele zeigen das Brutto-Einkommen vor Steuern oder sonstigen Kosten, z.B. für die Instandhaltung der Wohnung oder die Tilgung eines Kredits um den Ankauf der Wohnung zu finanzieren.

Darüber hinaus gibt es weitere passive Einkommensquellen, die sich aus Geschäfts-Systemen ergeben und ein Einkommen aus der Nutzung des Systems erzielen lassen. Bei systembasierten Einkommensquellen, errechnet sich das Einkommen nach folgender Formel:

Einkommen = Anzahl Nutzer x Nutzungegebühr je Nutzer

Systembasierte Einkommensquellen können sehr vielfältig sein, daher seien auch eine Reihe von Beispielen genannt. Der Autor eines Buches/E-Books erhält eine Tantieme für den Verkauf jedes Buches. Der Programmierer einer Software, erhält für den Verkauf jeder Lizenz eine jährliche oder auf die Gesamtnutzungsdauer ausgelegte Lizenzgebühr. Der Ersteller einer Website erhält für jeden Click auf die Bannerwerbung ein Entgelt von Google Adsense. Gerne verweise ich auch auf eine recht umfangreiche Liste von 33 passiven Einkommensideen meines Blogger-Kollegen.


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Aktive Einkommensquellen haben gegenüber passiven Einkommensquellen zwei wesentliche Schwächen

Natürlich sind auch aktive Einkommensquellen interessant, insb. wenn sie zur Steigerung des monatlichen Einkommens dienen. Darauf bauen insb. auch meine Gedanken zum automatisierten Sparen auf, durch welche Einkommenssteigerungen der Sparquote zugeführt werden. Aktive Einkommensquellen weisen allerdings zwei wesentliche Schwächen auf, da sie an Hand der oben dargestellten Formel (Gesamteinkommen= Zeiteinheit x Einkommen je Zeiteinheit) nur begrenzt maximiert werden können. Erstens kann die Anzahl der mit Arbeit ausgefüllten Arbeitsstunden nur begrenzt erhöht werden. Vielleicht haben Sie aber auch einfach keine Lust mit einem weiteren Job ihre Freizeit oder Zeit mit der Familie aufzugeben ;-) Zweitens ist auch das Einkommen je Zeiteinheit in gewisser Weise nach oben begrenzt. Natürlich wird der rechnerische Stundenlohn der Führungskraft höher sein als jener des einfachen Mitarbeiters. Andererseits werden durch die kontinentaleuropäischen, progressiven Steuersysteme auf Arbeit Steigerungen von aktiven Einkommen explizit bestraft.

Passive Einkommensquellen auf der anderen Seite, zeichnen sich durch zwei erfreuliche Charakteristika aus: Sie sind nämlich von der Arbeitsleistung in Stunden unabhängig und sind durch den Multiplikator Rendite (bei zinsbasierten, passiven Einkommensquellen) bzw. Nutzungsgebühr (bei systembasierten, passiven Einkommensquellen) stark skalierbar.

Unabhängigkeit von Arbeitsleistung

Hier ist eine kleine, aber wichtige Unterscheidung vorzunehmen. Passive Einkommensquellen entstehen nicht durch Zufall oder gänzlich ohne Arbeit, vielleicht abgesehen vom Fall der glücklichen Erbschaft oder des Lottogewinns… Vielmehr muss in den Aufbau eines Kapitalstocks viel Mühe gesteckt werden bzw. das System, das Einkommen generieren soll, erst geschaffen werden. Es muss also das Buch geschrieben, die Software programmiert bzw. die Website erstellt werden. Es gilt also auch hier, dass der Weg zur finanziellen Freiheit nicht ohne weitere Anstrengung erfolgen kann, wie ich schon in einem meiner vorherigen Artikel ausgeführt hatte.

Vielmehr ist aber die Erwirtschaftung des passiven Einkommens dann unabhängig von der (stundenbasierten) Arbeitsleistung. Richtigerweise mag noch ein geringer Verwaltungs- bzw. Überwachungsaufwand bestehen, doch ist auch die Höhe des passive Einkommen davon unabhängig. Z.B. will ein Aktienportfolio laufend überwacht und optimiert werden, doch ist dieser Aufwand iW gleich, ob es sich um ein € 100.000 oder € 1 Mio. handelt.

Im Umkehrschluss würde ich aber vor allen Einkommensquellen warnen, wo sich aktive Geschäftssysteme als vermeintlich passive Einkommensquellen tarnen. Ein Beispiel könnte die Selbständigkeit als Franchise-Nehmer sein. Ihr Einkommen wird wiederum wesentlich von ihrer stundenbasierten Arbeitsleistung abhängen, auch wenn es sich ja vermeintlich um eine unternehmerische Tätigkeit handelt.

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Skalierbarkeit

Die Skalierbarkeit ist der zweite wesentliche Vorteil der passiven Einkommensquellen und in der Tat ein ganz entscheidender Schlüssel zur finanziellen Freiheit. Denn sowohl das Einkommen aus zinsbasierten, als auch aus systembasierten Einkommensquellen kennt nach oben kaum Grenzen. Ein Investment-Portfolio kann aus ein paar Tausend oder mehreren Millionen Euro bestehen. Eine Website kann von einigen Tausend oder zig Millionen Besuchern genutzt werden. Entsprechend kennt auch das passive Einkommen aus diesen Quellen daraus keine Grenzen. Ich will hier keine illusorischen Gedanken aufzeigen, denn selbst durch die gewählte Zielgruppe, die Akzeptanz der Nutzer udgl. werden sich gewissen Grenzen ergeben. Es ist allerdings ganz realistisch möglich, mit einem Investmentportfolio von € 10 Mio. ein jährliches, passives Einkommen von € 400.000 zu erwirtschaften. Dies ist aus einer aktiven Einkommensquelle nur schwer vorstellbar.

Fazit

Am Weg zur finanziellen Freiheit starten die meisten von uns – so wie ich auch – mit einer aktiven Einkommensquelle, unserem „Brotberuf“. Da diese aktive Einkommensquelle nur beschränkt steigerbar ist, müssen weitere, passive Einkommensquellen ergänzt werden. Diese passiven Einkommensquellen werden zwar nicht ohne Anstrengung ergänzt werden können, doch werden sie helfen schrittweise in Richtung finanzielle Freiheit zu gehen.

Ich werde in nächster Zeit weitere Artikel zu passive Einkommensquellen veröffentlichen. Folgen Sie daher meinem Blog und lesen Sie mehr! Zudem freue ich mich immer über Kommentare.

Interview mit Monika von Klunkerchen

Interview mit Monika von Klunkerchen

Finanzielle Freiheit: Was ist der Inhalt Deines Blogs? Welche Perspektive bringst Du ein, zumal ihr Euren Blog ja zu viert schreibt?

Monika: Unser Blog Klunkerchen richtet sich in erster Linie an Frauen. Unsere Coach Gisela Enders leitet immer mal wieder sogenannte Geldgespräche, eine Runde von Frauen, die sich über das Thema Geld austauschen wollen. So haben wir drei anderen uns kennengelernt. Wir haben uns eine ganze Zeit zu allen möglichen Geldthemen ausgetauscht und dabei bemerkt, dass es in unserem sonstigen Umfeld nicht viele Frauen gibt, die Geld irgendwie spannend finden. So entstand dann der Gedanke, einen Blog zu schreiben. Mit unseren unterschiedlichen Perspektiven und den daraus resultierenden Erfahrungen. Klar, ich schreibe als relativ reiche Frau über meine Gedanken zur finanziellen Freiheit. Nicht nur, wie ich dazu gekommen bin, sondern auch, wie es ist, finanziell frei zu sein. Das wird von allen so wahnsinnig bewundert, nur ich finde, es gibt da auch viele Aspekte, die sehr gut durchdacht werden wollen und die sich im übrigen nicht immer nur gut anfühlen.

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Finanzielle Freiheit: Was unterscheidet Euren Blog von all den anderen Blogs über finanzielle Freiheit? Warum sollen unsere Leser immer wieder zu Euch kommen?

Monika: Unser Blog unterscheidet sich in zwei Dingen. Einmal, wir richten uns an Frauen. Natürlich dürfen ihn auch Andere besuchen. Wir können das ja auch gar nicht einschränken. Aber unser Blickwinkel sind Frauen. Und ich kann aus meiner weiblichen Perspektive sagen, dass viele Finanzblogs einen männlichen Blickwinkel haben. Wir sind ein bisschen anders. Wir schreiben wie es uns geht, wo wir Zweifel haben, wie wir Lösungen finden, die auch mal etwas unkonventionell sind. Wir machen uns viele Gedanken zu den Emotionen hinter dem Geld. Das wird natürlich auch durch unsere Coach angeregt.

Außerdem schreiben in unserem Blog mehrere Frauen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Sabine ist eine Grafikerin, die versucht, mit wenigem Geld Rücklagen aufzubauen und damit sicherer durch´s Leben gehen zu können. Miriam ist die Älteste unter uns, sie hat lange ihrem Partner die Finanzen überlassen und stand nach der Trennung dumm da. Nun schaut sie, wie sie die eigene finanzielle Verantwortung übernehmen kann. Dann bin da noch ich, die einmal sich über Geldanlagen und gute Investitionen Gedanken macht und über Aspekte der finanziellen Freiheit schreibt. Ja und Gisela trägt auch manchmal Texte bei, zu Glaubenssätzen und Selbstcoachingstrategien.

Im Augenblick schreiben wir den Blog viel für uns selbst. Die Identifizierung von Themen und die Texte helfen, eigene Gedanken zu klären und zu strukturieren. Ob das für unsere Besucherinnen spannend genug ist, um den Blog immer wieder zu besuchen, müssen diese selbst entscheiden.

Finanzielle Freiheit: Was ist Dein liebster Beitrag auf Eurem Blog und warum? Ist das auch jener Beitrag, der den meisten traffic bekommt?

Monika: Sehr gut hat mir der Beitrag von Gisela zum Thema „Alle reichen Menschen sind Verbrecher“ gefallen. Einfach, weil sie ein eher selbstverständliches Gespräch auf tiefgründige, dahinterliegende Glaubenssätze auseinandernimmt. Von meinen eigenen Texte finde ich „Die Nachteile der finanziellen Freiheit“ gut. Hier schildere ich, dass es eben nicht nur toll ist, über genug Geld zu verfügen, um nicht mehr arbeiten zu müssen. Der meiste Traffic hatte der Text „Mit 50 finanziell frei, geht das?“  Das überrascht ja auch nicht, davon träumen im Netz ja ganz viele Menschen.


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Finanzielle Freiheit: Was bedeutet finanzielle Freiheit für Dich ganz persönlich? Du hast die finanzielle Freiheit ja schon erreicht, wie hat sich Dein Leben durch das Überschreiten der „magischen Schwelle“ verändert?

Monika: Ich definiere mich als finanziell frei, weil ich genug Geld habe, um mit den Kapitaleinnahmen (Miete und Dividenden) die Lebenshaltungskosten für meinen Mann und mich zu bestreiten. Konkret bedeutet das für mich, dass mein Mann nur noch sehr selten einer Erwerbsarbeit nachgeht und ich das auch nur noch tue, wenn ich Lust dazu habe. Ich muss allerdings zugeben, dass ich diese Lust durchaus häufig verspüre. Mit 48 fühlt sich Frührente irgendwie noch viel zu früh an. Ich strenge gerne meinen Kopf an und ich mag es auch, wenn andere Menschen meine gedanklichen Leistungen wertschätzen. Oft wird diese Wertschätzung in Geld ausgedrückt. Faktisch arbeite ich also auch noch. Wenn auch nicht ganz so stringent wie früher. Die unterbewusste Existenzangst ist weg und das entspannt schon sehr. Um nicht zu sagen, dass ist eigentlich die allerwichtigste und schönste Änderung, seit ich finanziell frei bin. Als ich vor drei Jahren den letzten großen Kredit für mein Mietshaus tilgen konnte und ich damit die Mieteinnahmen nicht mehr an die Bank überweisen musste, habe ich erstmal gestaunt. Und wusste nicht so recht, wie ich mein Arbeitsleben jetzt gestalten sollte. Ich war zu dem Zeitpunkt schon als Beraterin freiberuflich tätig. Und hatte damals einige große Kunden, mit denen ich in erster Linie wegen des Geldes zusammengearbeitet habe. Das musste ich mir allerdings erstmal eingestehen. Und dann hat es noch knapp zwei Jahre gebraucht, bis ich alle Aufträge so abgearbeitet hatte, dass ich mich auch gut trennen konnte. Dieser Prozess war sehr neu. Ich war vorher eine typische Selbständige, die bei allen Anfragen geschaut hat, wie diese möglichst gut bearbeitet werden können. Sehr gut erinnere ich mich an ein Gespräch mit einem Auftraggeber, der mich gerne für ein Projekt gewinnen wollte. Er hat mir richtig viel Geld geboten und er war, glaube ich, mit der Erwartungshaltung im Gespräch, dass ich auf jeden Fall zusagen werde. Er hat ziemlich bescheiden reagiert, als ich irgendwann gesagt habe, dass ich an seinem Auftrag kein Interesse hätte. Und für mich war das auch neu.

Mittlerweile bin ich etwas besser in meinem neuen Leben angekommen, aber ich begreife es immer noch als einen Prozess, der sich immer wieder ändern kann. Was ich auf jeden Fall sagen kann, ist das es keinen so dramatischen Wandel gab. Wir sind nicht in die Südsee gezogen, ich habe nicht abrupt aufgehört zu arbeiten und in meinem Umfeld haben kaum Menschen bemerkt, dass sich was verändert hat. Letzteres ist auch heute noch so. Es können nicht viele Menschen damit umgehen, dass andere Menschen ihr Geld geschickt angelegt haben. Und dann kommt es schnell zu dummen Bemerkungen oder Neidgesprächen. Um das zu vermeiden, schweige ich lieber.

Finanzielle Freiheit: Welche passiven Einkommensquellen findest Du besonders interessant?

Monika: Mieteinnahmen, denn das sind die Einnahmen, von denen ich am sichersten jeden Monat leben kann. Spannend finde ich meine Bucheinnahmen. Ich habe vor etwa einem Jahr meinen Weg zur finanziellen Freiheit in einem Buch aufgeschrieben. Natürlich sind die Einkünfte viel geringer, aber ich freu mich immer, wenn ich ein Buch verkaufe. Da steht dann die Wertschätzung oder die Freude, dass jemand mein Buch gekauft hat, im Vordergrund. Aber richtig reich werden, werde ich mit dem Buch sicherlich nicht.

Finanzielle Freiheit: Was ist der wertvollste finanzielle Tipp, den Du unseren Lesern mitgeben würdest? 

Monika: Sich immer wieder selbst zu informieren und keinen Ratschlägen zu trauen, bei denen man selbst nicht versteht, um was es geht.

Finanzielle Freiheit: Vielen Dank für das interessante Interview!

Leitfaden Ausgabencheck

Leitfaden Ausgabencheck

Bereits in meinem vorherigen Beitrag habe ich erste Ansätze für die Optimierung von Ausgaben aufgezeigt. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen einen konkreten Leitfaden an die Hand geben mit dem sie einen Ausgabencheck durchführen können. Dabei möchte ich vor allem eine Methodik aufzeigen, die es ermöglicht konkrete Einsparungen zu realisieren. Zu diesem Zweck möchte ich auch zwei grundlegende Konzepte einführen:

Diskretionäre vs. nicht-diskretionäre Ausgaben

Unter diskretionären Ausgaben versteht man jene Ausgaben, die durch eine reine Willensentscheidung vermieden werden können. In anderen Worten, ein Verzicht auf diese Ausgaben führt zu keinen unmittelbaren Konsequenzen. Beispiele können die Ausgaben für Zeitschriften, Zigaretten, auswärts Essen, Drinks, etc. sein, ebenso wie de facto alle Impulskäufe. In einer weiter gefassten Definition wird oft auch auf das frei verfügbare Einkommen verwiesen. Dies würde ich aber insofern einschränken, als ich jede Ausgabenoptimierung auf Basis der tatsächlichen Ausgaben durchführen würde und nicht auf Basis des verfügbaren Einkommens.

Nicht-diskretionäre Ausgaben sind jene, bei denen signifikante Konsequenzen im Fall des Streichens entstehen würden. z.B. wäre es nicht ohne Weiteres machbar die Kosten für Miete, Strom und Gas zu streichen. Wichtig ist, dass aber selbst bei diesen Kosten eine Volumens-Optimierung (kleinere Wohnung, weniger Strom verbrauchen, etc.) denkbar ist. Eine Preisoptimierung ist zudem meist möglich. Sie können sich also getrost von der Aussage, dass man sog. Fixkosten nicht optimieren kann, lösen!

Optimierung des Volumens vs. Optimierung des Preises

Sie können eine Reduktion Ihrer Ausgaben auf zwei Wegen erreichen. Entweder es gelingt ihnen das Volumen zu reduzieren (z.B. diskretionäre Ausgaben gänzlich streiche, weniger kWh Strom verbrauchen, weniger km mit dem Auto zurücklegen) oder es gelingt ihnen den Preis zu optimieren (z.B. einen günstigeren Stromanbieter finden, bei einer Billigtankstelle günstigeren Treibstoff tanken, etc.). Leider können beide Hebel nicht immer gleichzeitig in Gang gesetzt werden: Denn wenn das Volumen reduziert wird, wird es ihnen oft nicht gelingen Mengenrabatte zu verhandeln. Typischerweise werden Preisoptimierungen als wenig schmerzhaft sein, und sind als solche Quick-Wins. Dies deshalb, weil es zu keiner Reduktion des Leistungsniveaus kommt. Nichtsdestotrotz ist mit Preisreduktionen idR ein nicht unerheblicher Recherche und Aufwand für Vertragswechsel udgl. verbunden. Volumens-Optimierungen werden oft als Verzicht angesehen, doch kann manches Volumen ganz schmerzfrei gestrichen werden, da wir keinen Nutzen aus der Ausgabe ziehen (z.B. Abmieten der nie verwendeten Werkstatt, etc.)

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Wie wird es nun konkret gemacht?

Nun aber zum konkreten Vorgehen für einen Check ihrer monatlichen Ausgaben! Sie können auch auf den Erfahrungen zur Identifikation Ihrer persönlichen, finanziellen Freiheit oder dem Kassasturz aufbauen. Folgende Schritte würde ich empfehlen:

1) Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre monatlichen Ausgaben – dies auf Basis eines Kassabuchs (für Bar-Ausgaben) sowie von Kontoauszügen und Kreditkartenabrechnungen

2) Clustern Sie diese Ausgaben nach diskretionären und nicht-diskretionären Ausgaben

3) Überlegen Sie bei allen disketionären Ausgaben, welche Sie streichen können—ich rate dabei mit den leicht zu streichenden Ausgaben (z.B. die nicht genutzte Fitnesscenter-Mitgliedschaft) zu beginnen und ihre Schmerzgrenze auszuloten (z.B. ist 8x Essen im Restaurant/Monat tatsächlich erforderlich?)

4) Prüfen Sie bei den verbleibenden diskretionären Ausgaben, so solche auf ihrer Liste als „Must Have“ überbleiben und suchen Sie nach Preishebeln. Z.B. möchten Sie weiterhin ins Fitnesscenter gehen, doch reicht vielleicht der Billiganbieter? Sie möchten weiterhin zumindest 3x pro Monat auswärts essen, aber reicht ein günstigeres Restaurant statt des Sternerestaurants auch aus?

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5) Setzen Sie sich ein deutlich reduziertes Budget für ihre diskretionären Ausgaben. Notieren Sie dieses Budget-Ziel schriftlich und prüfen Sie regelmäßig, ob Sie es einhalten. Allein die Transparenz und laufende Befassung damit wird dazu fürhen, dass Sie sorgfältiger mit Ihren Ausgaben umgehen.

6) Prüfen Sie nun die nicht-diskretionären Ausgaben – hier rate ich dringend an, die Frage zu stellen, ob genau diese Höhe der Ausgabe nicht-diskretionär ist. Ein unmittelbarer Wohnbedarf ist unbestritten, doch muss dieser mit der derzeitigen DG-Wohnung in Innenstadtlage gestillt werden? So entpuppt sich oft manche nicht-diskretionäre Ausgabe als halb-diskrtionär und damit auch über die zuvor genannten Punkte optimierbar.

7) Optimieren Sie ihre nicht-diskretionären Ausgaben durch klar definierte Initiativen – hier legen Sie fest was sie konkret verändern wollen, um diese nicht-diskretionären Kosten zu senken. Machen sie eine Liste mit 5-10 Punkten, wo sie diese Initiativen sammeln. Beispiele können sein: Recherche und Vertragswechsel zu einem günstigeren Stromanbieter, Umzug in eine kleinere Wohnung in günstigerer Wohnlage, etc.

8) Führen Sie weiterhin ihr Kassenbuch und prüfen Sie ihren Erfolg. Machen Sie ihre Anstrengungen in Ihrem Freundeskreis publik und erzeugen Sie so sozialen Druck auf sich selbst

Ein letzter Hinweis, es gibt zahlreiche Software-Lösungen, die Ihnen bei der Analyse Ihrer Ausgaben helfen können. Ich denke aber, dass es Ihnen im ersten Schritt schon per Excel oder Papier und Bleistift gelingen wird, erste Erfolge zu erzielen. So sparen Sie auch die Kosten für die Software-Lösung, die möglicherweise mit einem Abo angeboten wird😉

Jetzt wünsche ich viel Erfolg beim Sparen und damit dem Generieren von Ersparnissen auf dem Weg zur finanziellen Freiheit! Ich freue mich über Kommentare oder Rückmeldungen per E-Mail an meinefinanziellefreiheit@gmail.com

Weitere Hinweise zum Thema Kontrolle über Ihre Finanzen und Sparen finden Sie unter:

Automatisiertes Sparen

Kleingeldsparen

Wie man mit dem Sparen beginnt

Die finanzielle Grundausstattung

Kassasturz, Verschuldung und Überschuldung

 

Wie man mit dem Sparen beginnt

Wie man mit dem Sparen beginnt

Nachdem ich in einem meiner letzten Blogbeiträge empfohlen hatte, 20% des monatlichen Netto-Einkommens zu sparen, stellt sich die Frage, woher diese 20% zu nehmen sind. Die Sparquote in Österreich beträgt derzeit 6,9% und ist in den letzten Jahren deutlich gesunken (siehe Aritkel auf derstandard.at). Die 20% sind also ein durchaus sportlicher Antritt, wenn die Gesamtbevölkerung nur knapp ein Drittel davon erreicht. Mit folgenden drei Ansätzen kann es aber doch gelingen:

Am Anfang des Monats 20% zur Seite legen

Meine dringende Empfehlung ist, die genannten 20% am Anfang des Monats bei Seite zu legen. So können sie eine psychologische Verknappung des verfügbaren Einkommens bewirken. Das bedeutet, dass Sie von Beginn an den Eindruck haben ein geringeres verfügbares Budget zu haben. Somit werden sich Ihre Ausgaben eher im Rahmen des Budgets halten, als am Ende des Monats zu hoffen, dass noch etwas übrig ist.

Dies setzt voraus, dass sie laufend Ihren Kontostand verfolgen und so ein Bewusstsein für das verbleibende Einkommen haben. Einige Banken bieten auch SMS oder E-Mail Erinnerungen, falls ein bestimmter Kontostand unterschritten wird. Dies ist ein höchst nützliches Feature bei einem bewussten Management Ihrer Finanzen.

Ausgabenstopp – nach unnötigen Ausgaben suchen

Hier kann ich nur empfehlen die bestehenden Ausgaben einmal gründlich durchzugehen und jeweils zu fragen, ob genau diese Ausgabe noch so erforderlich ist. Besonders kritisch sehe ich hier Abos und sonstig wiederkehrende Zahlungen, z.B.

  • Fitness Center Mitgliedschaft, obwohl sie seit Monaten nicht im Fitnesscenter waren
  • Kabelfernsehen oder Premium TV Mitgliedschaft, obwohl sie nicht genutzt wird
  • Zeitungsabo, obwohl sie ohnedies nur mehr die gratis Online-Ausgabe lesen
  • iPhone App, die monatlich €1,99 kostet obwohl sie nicht mehr genutzt wird

All diese Kosten können ersatzlos gestrichen werden. Probieren Sie es aus, es wird Ihnen gar nicht schwer fallen ohne diese Ausgaben aus zu kommen. Die Preisgestaltung diverser Anbieter nutzt nämlich ganz bewusst aus, dass der Mensch zum Vergessen neigt. Die wiederkehrende Zahlung besteht allerdings fort…Nützen Sie dieses Phänomen in die andere Richtung: Vergessen Sie, dass sie die Ausgabe überhaupt nicht brauchen!

Ausgabenoptimierung

Diesen Punkt kann ich gar nicht zu stark betonen. Es muss gar nicht sein, dass Sie von einem Tag zum nächsten zum Pfennigfuchs werden. Aber denken Sie über die Optimierung vieler großer Kostenblöcke nach

  • Kredit/Finanzierung Ihres Hauses – Kann im aktuellen niedrigen Zins-Umfeld günstig refinanziert werden?
  • Energiekosten – Kann ein Anbieterwechsel Einsparungen bringen? Lesen Sie mehr auf www.e-control.at und vergleichen Sie Preise
  • Versicherungen – Lassen Sie doch einmal Ihre bestehenden Versicherungsverträge von einem Versicherungsmakler überprüfen! Sind sie gar über oder gegen bestimmte Risiken doppelt versichert?
  • Handy – Sind Sie mit Ihrem Handytarif jetzt schon 5 Jahre glücklich? Vergleichen Sie die Preise, die in den letzten Jahren stark zurückgegangen sind. Denken Sie über ein Paket für die ganze Familie nach!
  • Girokonto – Zahlen Sie noch immer für Ihre Girokonto? Hier kann ich auch auf meinen vorherigen Blogbeitrag zur finanziellen Grundausstattung verweisen.

Aus eigener Erfahrung und der Beobachtung bei Freunden, kann ich Ihnen versichern, dass deutliches Optimierungspotenzial esteht.

Unter Kombination aller drei Maßnahmen, bin ich sicher, dass Sie es schaffen, die angestrebten 20% zur Seite zu legen. Wie im Artikel zum automatisierten Sparen empfohlen, rate ich diese 20% des Nettoeinkommens direkt (am besten via Dauerauftrag) an ein Sparkonto zu überweisen, das sie nicht mehr für Konsumzwecke anfassen.

Ich freue mich über Ihr Feedback, hier besonders über Anregungen für weitere Sparmöglichkeiten, hinterlassen Sie einen Kommentar, so kommen diese Anregungen allen Lesern zu Gute!

Lesen Sie hier mehr zum Thema Sparen:

Finanziell frei mit Durchschnittseinkommen und Sparsamkeit? Leider, nein!

Automatisiertes Sparen

Kleingeldsparen

Kassasturz, Verschuldung und Überschuldung

Kassasturz, Verschuldung und Überschuldung

Dieser Blog will ja helfen, Wege zur persönlichen finanziellen Freiheit aufzuzeigen. Ihr individueller Startpunkt kann ganz entscheidend für den Beginn dieses Weges sein. Wenn Sie nämlich den Weg mit Schulden starten, kann dies nicht nur hinderlich, sondern im schlimmsten Fall sogar unmöglich sein. Dieser Blogbeitrag wird einige einfache Hinweise liefern, wie Sie solch eine Situation identifizieren und pragmatische Schritte zur Tilgung Ihrer Schulden ergreifen können. Damit wird ihr persönlicher Weg zur finanziellen Freiheit auch in dieser Sondersituation frei geräumt!

Kassasturz – Ihre individuelle Standortbestimmung

Ein Kassasturz ist meines Erachtens am Beginn des Wegs zur finanziellen Freiheit essentiell. Für diese Standortbestimmung müssen zwei wesentliche Fragen beantwortet werden, nämlich die Frage nach Ihrem Nettovermögen – Ihre Bilanz – und die Frage nach der monatlichen finanziellen Belastung – Ihre Gewinn-und-Verlustrechnung bzw. Einnahmen-/Ausgabenrechnung.

Für die Bestimmung des Nettovermögens listen Sie sämtliche finanzielle Vermögensgegenstände, wie Bargeld, Guthaben auf Sparkonten, Wertpapiere udlg. aber auch sämtliche Schulden, gegenüber Banken, dem Finanzamt, Freunden, Familie, etc. auf. Es bietet sich an, diese Aufstellung zu einem Stichtag per Jahresende oder zumindest per Quartalsende zu machen, wenn nämlich entsprechende Kontoabschlüsse vorliegen. Wichtig ist, hier auf Vollständigkeit zu achten und insbesondere bei der Auflistung der Schulden ehrlich mit sich selbst zu sein.

Wenn ihr Nettovermögen insgesamt negativ ist, ist dieser Blogbeitrag in der Tat für Sie hoch relevant! Dann muss Ihr erster Schritt in Richtung persönliche Freiheit nämlich in der Tat die Schuldentilgung sein. Dennoch weise ich darauf hin, dass Schulden nicht gleich Schulden sind – mehr dazu weiter unten.

Die zweite Komponente des Kassasturzes ist die Betrachtung Ihrer monatlichen Einnahmen und Ausgaben: Auch hier ist Vollständigkeit wichtig, es müssen also sämtliche Zahlungen sowohl vom Girokonto als auch bar vollständig erfasst werden. Zudem müssen nicht monatlich anfallende Einnahmen und Ausgaben (z.B. Boni oder Versicherungsprämien) auf eine Monatsbetrachtung umgelegt werden, um ein realistisches Bild zu erhalten. In diese Monatsbetrachtung müssen auch die Einkünfte aus passiven Einkommensquellen aber auch die Kosten für Zinsen aus Schulden integriert werden.

Wenn diese monatliche Betrachtung einen negativen Betrag ergibt, geben Sie mehr aus als Sie einnehmen und sind auf sicherem Weg einen Schuldenberg anzuhäufen. In diesem Fall würde ich eine kritische Analyse der Ausgaben als allerersten Schritt empfehlen. Ggf. ergibt sich bereits dadurch Einsparpotenzial, das rasch realisiert werden kann. Wenn sich ein positiver Saldo ergibt, ist das ein erster Hinweis auf eine positive Sparquote. Ich rate allerdings dazu diese Sparquote nicht zu stark zu betonen bzw. nach ihr zu leben, sondern eher eine Automatisierung von Verhaltensmustern beim Sparen zu entwickeln – siehe meinen Blogbeitrag zum Automatisierten Sparen.

Schulden sind nicht gleich Schulden

Diese Feststellung mag Sie überraschen. Dennoch ist die Unterscheidung zwischen Konsumschulden und Schulden zur Schaffung von Wohnraum oder zur Unternehmensfinanzierung entscheidend. Nur Konsumschulden sind als besonders bedenklich einzustufen, da der vermeintlichen Investition keine Gegenposition gegenübersteht. Bei einer Wohnbaufinanzierung stehen die finanzierte Eigentumswohnung bzw. das finanzierte Haus sowie der Wert der Nutzung den Schulden gegenüber. Wenn Sie in Ihr Unternehmen investiert haben, steht den Schulden ein operativer Betrieb, bzw. Produktionsmittel oder Warenlager gegenüber, die der Erwirtschaftung von Erträgen dienen. Wenn Sie allerdings in den Kauf einer TV- und Stereoanlage oder Urlaub „investiert“ haben, gibt es keine „Gegenposition“. Die TV- und Stereoanlage verliert rasch an Wert, der Urlaub ist zu Ende, während die Schulden weiter bestehen bleiben.

Konsumschulden zeichnen sich zudem auch dadurch aus, dass es sich um unbesicherte Kredite handelt. Dem finanzierenden Geldinstitut stehen keine Sicherheiten, wie bei einer Wohnbaufinanzierung (z.B. Hypothek auf das Grundstück) oder Unternehmensfinanzierung (z.B. Besicherung durch Pfandrecht an Maschinen oder Warenlagern, Bürgschaft eines Geschäftspartners) zur Verfügung. Der Konsumkredit ist für die Bank deutlich riskanter und daher höher verzinst. Das bedeutet für Sie als Schuldner, dass höhere Zinsen zu zahlen sind und die Tilgung der Kreditschuld länger dauern wird.

Auch die Nutzung des Überziehungsrahmens / Dispokredits Ihres Girokontos ist nichts anderes als eine unbesicherte Konsumschuld, die daher als sehr kritisch anzusehen ist. Gerne wird in Europa auf das Verhalten Amerikanischer Konsumenten herabgeblickt, die Konsum über Kreditkartenschulden finanziert haben. Die wiederkehrende Nutzung von Überziehungsrahmen / Dispokredit ist im Kern nicht sinnvoller und genauso hoch verzinst!

Was tun gegen die Schulden?

Insbesondere den Konsumschulden soll nun als erstes der Kampf angesagt werden! Im zweiten Schritt können auch Wohnbaufinanzierungen und Unternehmenskredite getilgt werden. Wenn Sie nun in Ihrer Vermögensaufstellung mehrere (Konsum-)Schulden-Positionen aufgelistet haben, empfehle ich folgende vier Schritte, um diese zu bekämpfen:

1) Reihen Sie diese Schulden in absteigender Reihenfolge des Zinssatzes, und zwar jene mit dem höchsten Zinssatz als erste und jene mit dem niedrigsten Zinssatz als letzte

2) Ihre Zielsetzung ist, in den kommenden Monaten diese Schulden in genau dieser Reihenfolge zu tilgen!

3) Prüfen Sie die Möglichkeit besonders hoch verzinste Schulden umzuschulden bzw. mehrere Kleinpositionen zu konsolidieren, z.B. durch Umschuldung und Refinanzierung ggf. sogar über einen besicherten Kredit bei Ihrer Bank oder über eine p2p Plattform wie Lendico Nur um ganz klar zu sein, Sinn der Umschuldung ist den Zinssatz zu senken und so die Tilgung der Schulden beschleunigen zu können, nicht aber um weitere Schulden aufzunehmen!

4) Prüfen Sie künftig monatlich den Stand Ihrer Schulden und überwachen Sie Ihren Fortschritt. Sie werden schon bald deutliche Fortschritte sehen, denn die Tilgung der Schulden reduziert auch die laufende Zinsbelastung. Dadurch setzen Sie einen positiven Mechanismus in Gang, der zu einem raschen Abbau der Schulden beitragen wird und nach dem Abbau der Schulden die Grundlage für den Vermögensaufbau bilden wird.

Einer meiner Mitstreiter hat in diesem Artikel, dieses System verfeinert und als Schulden-Schneeballprinzip („Debt Snowball“) beschrieben. Ich finde die Methodik sehr anschaulich und empfehle die Lektüre.

Ein wichtiger Hinweis zum Abschluss: Wenn Ihr Kassasturz einen negativen Vermögenssaldo (insb. aus Konsumschulden) aufweist und ihre monatliche Einnahmen-/Ausgabenrechnung mit einen hohen Anteil an Kreditzinsen/Tilgungen auch negativ ist, ist das ein Anzeichen für Überschuldung. Ich war selbst nie in einer Überschuldungssituation, nehme mir daher auch nicht heraus, Experte auf diesem Gebiet zu sein. Ich würde in solch einer Situation eher empfehlen mit einer Schuldnerberatung zu sprechen und ggf. auch einen Privatkonkurs in Betracht zu ziehen.

Ich hoffe sehr, dass Sie mit den oben genannten vier Schritten rasch schuldenfrei werden und somit bald auf dem Weg zur finanziellen Freiheit sind. Viel Erfolg! Lesen Sie in folgenden Blogbeiträgen mehr zum Thema finanzielle Freiheit und wie diese Weg nach Abbau der Schulden weitergeht:

Was bedeutet finanzielle Freiheit?

Warum überhaupt finanzielle Freiheit anstreben?

Finanziell frei mit Durchschnittseinkommen und Sparsamkeit? Leider, nein!

Die Anlagepyramide: Konzept, Stärken und Schwächen

Automatisiertes Sparen

Die finanzielle Grundausstattung

Kleingeldsparen

Kleingeldsparen

Kleingeldsparen

In einem meiner vorherigen Blogbeiträge habe ich noch eher scherzhaft die Frage aufgeworfen, ob auch ein Sparschein zur finanziellen Grundausstattung gehört. Ich für mich habe diese Frage mit „Ja!“ beantwortet.

Sie mögen jetzt die Haare sträuben und anmerken, dass ein Sparschwein wohl kein Vehikel zum reich werden ist. Eher wohl etwas für Kleinkinder, die von den Großeltern ein paar Münzen geschenkt bekommen. Dann haben Sie wohl Recht, weil der Besitz und die regelmäßige Fütterung eines Sparschweins alleine Sie nicht reich machen wird. Allerdings können Sie mit einem Sparschwein Verhaltensweisen automatisieren, die Ihre Sparquote erhöhen, ohne dass sie es wirklich bewusst merken werden. Dass ich Automatisierung beim Sparen gut finde, wissen Sie ja seit meinem Blogbeitrag zum Automatisierten Sparen.

Ich habe mir die Verhaltensweise angewöhnt, dass ich sämtliche Münzen, die sich in meinem Portemonnaie angesammelt haben, in ein Sparschwein gebe, wenn ich nach Hause komme. Einerseits mache ich so mein Portemonnaie leichter, das genaue Wechselgeld hat man im Fall des Falles ohnedies nie parat. Andererseits gelingt es mir durch diese Verhaltensweise ca. €200 pro Jahr im Sparschwein zu sammeln, ohne, dass ich dies wirklich in meinen Finanzen spüre. Dies obwohl ich ein wenig bargeldaffiner Mensch bin, der gerne mit Kredit- oder Bankomat/EC-Karte bezahlt. Aus meiner Sicht müsste ein bargeldaffiner Mensch deutlich höhere Summen auf diese Weise sparen können, da er einen höheren Bargeldfluss und daher mehr Münzen im Portemonnaie hat.

Immer, wenn mein Sparschwein voll ist, bringe ich es zur Bank, zähle die Münzen in einem der Zählgeräte und führe den Erlös meinem Sparkonto bzw. meinen Investments zu. Dies ist übrigens so ziemlich der einzige Besuch einer Bankfiliale, den ich pro Jahr tätige! Durch die Einzahlung auf mein Sparkonto wird das so gesammelte Geld Teil der Basis einer meiner passiven Einkommensquellen. Einige Blogger-Kollegen, die auch die Automatisierung der Verhaltensweisen nutzen, verwenden das im Sparschwein gesammelte Geld anderweitig (z.B. für Urlaub, Haushaltsausgaben, etc.), doch bleibt das jedem selbst überlassen!

Wenn Sie einen Schritt weiter gehen wollen, beschränken Sie sich nicht auf Münzen, sondern werfen regelmäßig auch Papiergeld in Ihr Sparschwein. Ich habe mir angewöhnt am Anfang der Woche zum Geldautomaten zu gehen und einen für die jeweilige Woche leicht überhöhten Geldbetrag abzuheben. Am Ende der Woche gebe ich dann den größten in meinem Portemonnaie verbliebenen Geldschein in ein Sparschwein. Diese Verhaltensweise ist der Turbo-Booster für diese Sparmöglichkeit. Der Testlauf dieses erweiterten Systems hat in den letzten Monaten bereits über €1000,- eingebracht und hat mich selbst auf Grund seiner großen Wirkung überrascht.

Sie meinen noch immer, dass das nichts für Sie ist? Dann suchen Sie sich doch ein lustiges Sparschwein aus und probieren Sie es einfach aus! Hinterlassen Sie gern einen Kommentar oder melden Sie sich bei mir mit Anregungen!

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