Der ein oder andere von Euch mag schon eine Dokumentation über extreme couponing gesehen haben. Ich finde das Thema einigermaßen skurril, dennoch will ich auf Grund einer jüngst eingegangenen Anfrage hinterfragen, ob man nicht doch mit Hilfe von Coupons beim Einkaufen sparen kann. Viel Spaß beim Lesen!

Sparen beim Einkaufen – Widerspruch in sich?

Sparen beim Einkaufen mag wie ein krasser Widerspruch in sich selbst klingen. Bedeutet Sparen doch ganz wesentlich nicht konsumieren und Widmung des Ersparten für andere Zwecke. In anderen Beiträgen habe ich dann ja empfohlen, das ersparte Geld zu investieren. Keine Sorge, von dieser Linie weiche ich auch in diesem Artikel nicht ab.

Sparen beim Einkaufen kann entlang zweier Stoßrichtungen erfolgen. Nämlich erstens, durch Senken des Volumens, allenfalls auf Null, also z.B. Reduktion der gekauften Anzahl oder noch extremer eben gar nicht kaufen (Stoßrichtung 1). Genau hier werden Sparfüchse und Frugalisten allerdings ansetzen, wenn sie Sparen beim Einkaufen als harten Widerspruch identifizieren. Zweitens, kann aber auch noch der Preis optimiert werden, also weniger für die gleiche Leistung bezahlten (Stoßrichtung 2). Beispiele hierfür sind der Einkauf beim Diskonter oder der Kauf mit Rabatt. Dies gilt insbesondere für den Kauf notwendiger Güter und Dienstleistungen, auf die so ohne weiteres nicht verzichtet werden kann.

Eine prominente Möglichkeit ist sicher, den Kaufpreis mittels Coupons zu senken. Händler bringen ja allerlei Gutscheincodes in Umlauf (online oder offline in Zeitschriften & Co.), um auf ihre Produkte aufmerksam zu machen und den Kauf zu bewerben. So lassen sich für ganz viele Shops, auch für etablierte Versandhändler wie Otto, online Gutscheine in substanziellem Umfang finden. Dabei muss noch kein extremer Coupon-Jäger sein, um erfolgreich seinen Kaufpreis zu senken. Auf coupons.de sind nämlich alle kooperiernden Online-Shops aufgelistet und aktuelle Aktionen werden täglich auf Gültigkeit überprüft.

Hinterfrage Dich selbst, bevor Du zum Coupon-Junkie wirst!

Gleichzeitig empfehle ich sehr vorsichtig zu sein, wenn man die vermeintlich wertvollen Coupons einsetzen möchte. Richtigerweise haben die Händler eine ganz gezielte Promotion-Absicht, mit welcher Sie Coupons in die Welt setzen. Geht es doch ganz bestimmt nicht darum, nur in altruistischer Art und Weise den Verkaufspreis zu senken 😉 Vielmehr wollen neue Waren beworben werden, ein erster Verkauf im Rahmen eines Abos erzielt werden oder Zusatzverkäufe incentiviert werden. Daher empfehle ich jeden Kauf, gerade auch jenen mit Coupons, ganz simpel entlang einer Reihe von Fragen zu hinterfragen, und zwar:

  1. Ist der Kauf überhaupt erforderlich? – Diese Frage empfehle ich völlig unabhängig davon, ob nun ein Coupon vorliegt oder nicht, zu beantworten. Damit wird die oben gennannte Stoßrichtung 1 hart abgeprüft. Sehr viele Käufe werden allerdings schon beim Beantworten dieser Frage mit „nein“ ausscheiden. Denn wer braucht denn ganz unbedingt das neue Raumdeo mit Zitronenduft*?
  2. Würde der Kauf auch unabhängig vom Coupon erfolgen? – Kern der Frage ist hier, ob der Artikel auch ohne wie auch immer geartete Incentivierung des Händlers erfolgen würde. Wenn es ich um einen Artikel des täglichen Bedarfs handelt, kann diese Frage guten Gewissens mit „ja“ beantwortet werden. Z.B. kann sich der Kauf von Zahnpasta 2+1 gratis* durchaus lohnen. Die Kosten der Lagerung und mögliche Verfallsdaten würde ich in diesem Fall einfach außer Acht lassen, wenn es sich nicht gerade um 7 kg leicht verderbliche Tropenfrüchte* handelt. Genauso würde ich natürlich auch fragen, ob ich den Trade bei einem Online-Broker, wie Flatex* oder Onvista* auch tätigen würde, wenn es gerade keine Free-Trade-Aktion gibt…
  3. Können tatsächlich Einsparungen erzielt werden? – Diese Frage ist deutlich schwieriger zu beantworten, erfordert sie doch Recherche und einen harten Preisvergleich. Ist der Kauf eines White-Label-Produkts ohne Rabatt nicht trotzdem teurer, als der Kauf des beworbenen Markenartikels mit Coupon? Im Zuge dieser Überprüfung, kann ja eine gezielte Online-Recherche sinnvoll sein, ob Coupons verfügbar sind. So wird die oben beschriebene Stoßrichtung 2 bewusst getestet.

Wenn alle drei Fragen mit „ja“ beantwortet werden, steht dem Kauf mit Coupon gar nichts mehr im Wege. Wenn Fragen 1 und 2 allerdings mit „nein“ beantwortete werden, sollte der Kauf gänzlich auf Eis gelegt werden, zumindest für die sofortige Durchführung des Kaufs. Wenn Frage 3 schließlich mit „nein“ beantwortet wird, gibt es ja andere Alternativen, die man ernsthaft verfolgen sollte.

Extreme Couponing – ernsthaft?

Bis jetzt habe ich noch nicht von extreme couponing geschrieben. Die faszinierenden (US-)Protagonisten der Coupon-Community schaffen es ja, durch das Hamstern von Coupons wenig bis gar nichts für Ihre Einkäufe zu bezahlen. So faszinierend dies sein mag, so sehr schreckt mich dabei der Erforderliche Zeit- und Organisationsaufwand. In das Sammeln der Coupons fließen wohl viele Stunden und die akribische Suche (online wie offline) nach geeigneten Coupons. Gleichzeitig treten wohl Lagerprobleme auf, um die erschreckende Fülle an rabattiert erworbenen Gütern zu verstauen – wohin auch mit den 30 Flaschen Haarshampoo* 😉

Meine persönliche Beobachtung im Vergleich zwischen den USA und Europa ist zudem, dass hierzulande deutlich weniger Coupons im Umlauf sind, als in Amerika. Die im Fernsehen sicherlich auch extrem dargestellten Coupon-Hamster, werden es in Europa daher deutlich schwerer haben, ihrer Passion nachzugehen!

Daneben fällt mir eine deutlich mildere Variante ein, die sich ganz leicht und von jedermann umsetzten lässt. Einfach im Rahmen der normalen Einkaufs nach Coupons und sonstigen Rabatten fragen. Sowohl der Kassier an der Supermarktkasse, als auch die nette Verkäuferin im Kaufhaus weiß meist ganz genau, was es derzeit an Aktionen im Programm ist. Die freundliche Frage nach diesem Rabatt/Coupon, wir meist schon Wirkung zeigen, ohne, dass Rechercheaufwand anfällt. Ihr glaubt das nicht? Einfach mal ausprobieren!

Meine Lösung: Pragmatic couponing statt extreme couponing

Im Ergebnis plädiere ich daher für einen ganz entspannten und sehr pragmatischen Zugang zu Coupons. Einerseits empfehle ich der Lockwirkung von Coupons an Hand der oben gestellten drei Fragen ganz bewusst auszuweichen. Bei erforderlichen Einkäufen, gerade wenn sie ein größeres Volumen (Waschmaschine*, Kühlschrank* & Co.) haben, kann die gezielte Suche nach Rabatten sogar sinnvoll sein. In diesem Fall steht die Einsparung ja im hoffentlich sinnvollen Verhältnis zur aufgewandten Zeit. Schließlich empfehle ich – ohne eine für unsere Breitengrade absurde Basarkultur einzufordern – einfach nach einem Rabatt zu fragen.

Nun bin ich natürlich gespannt, wie ihr es mit Coupons und Rabatt-Aktionen handhabt. Nützt ihr Gutscheincodes? Wie vermeidet ihr die beschriebene Lock-Wirkung? Würdet ihr Euer Kaufverhalten auf Grund von Rabatten ändern? Ich freue mich daher sehr auf Eure Kommentare!

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