Neujahrsvorsätze sind ja so eine Sache… ein Gutteil wird ohnedies nicht eingehalten. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel sind Mitgliedschaften und der Besuch von Fitness-Centern. Meine persönliche und wohl nicht wissenschaftliche Beobachtung ist, dass im Januar ein deutlicher Anstieg der Besucherzahlen zu verzeichnen ist, während ab Februar bereits alles zurück auf normalem Niveau ist. Der rational sehr sinnvolle Vorsatz „Im Neuen Jahr mehr Sport machen!“ hat also keine besonders lange Halbwertszeit und wird rasch über Bord geworfen. Also wieder ein Neujahrsvorsatz, der nicht eingehalten wird…

Warum sollte es bei den Finanzen anders sein? Ein beliebter Neujahrsvorsatz ist ja „Im Neuen Jahr mehr sparen!“ – es besteht also die große Gefahr, dass auch dieser Vorsatz nicht in die Realität umgesetzt wird. Gleichzeitig sei aber angemerkt, dass es zumindest den Österreichern in den letzten Jahren gelungen ist mehr zu sparen. Während der Durchschnittsösterreicher 2011 noch € 168 pro Monat gespart hat, waren es 2016 bereits € 216, eine Steigerung um fast 30%. Das muss aber nicht für die jeweils konkrete Situation stimmen, den Durchschnittsösterreicher gibt es ja per se nicht.

ad1-de-728x90

Die Kernfrage, die uns beschäftigen also sollte, ist warum so viele Vorsätze nicht eingehalten werden. Das kann an mehreren Gründen liegen, oft wird es auch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren sein, warum Neujahrsvorsätze scheitern:

  • Die Ziele sind zu allgemein und zu abstrakt formuliert („Ich will nächstes Jahr mehr sparen!“) – dadurch bleibt unklar, was konkret bis wann und v.a. wie passieren soll
  • Bei der Verfolgung von ambitionierten Zielen fehlen Zwischenziele und messbare Kennzahlen, deren Erreichen als Erfolg gefeiert werden kann
  • Das Verfolgen der Ziele erfordert laufende Kraftanstrengungen – unser tagtägliches Verhalten ist allerdings nicht immer von Stetigkeit geprägt
  • Die Umsetzung der Ziele wird zuerst aufgeschoben und dann gar nicht mehr verfolgt – das „Mañana“-Syndrom schlägt also zu 😉
  • Etc.

Warum sind Pläne, Ziele und Vorsätze trotzdem so wichtig

Rasch könnte man den (Fehl-)Schluss ziehen, dass die hohe Wahrscheinlichkeit Neujahrsvorsätze nicht einzuhalten gleich dazu führen sollte, keine Ziele für das Neue Jahr zu verfolgen. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass das Setzen von Zielen und ihre konsequente Verfolgung (auch Disziplin genannt!) ein Kernerfolgsfaktor für das tatsächliche Erreichen ambitionierter Ziele ist. Es mangelt nach meinem Dafürhalten viel mehr an einer konkreten Übersetzung von abstrakten Zielen in konkrete Handlungen, um letztlich zu reüssieren.

Jeder, der sich mit finanzieller Freiheit beschäftigt, hat sich implizit ja bereits ein langfristiges, sehr ambitioniertes Ziel gesetzt. Dies wird für jeden individuell sein, sollte aber eine ganz konkrete Ausprägung haben. An anderer Stelle habe ich bereit Hinweise dazu gegeben, wie finanzielle Freiheit für jeden individuell bestimmt werden kann.

Der Schlüssel zum Erfolg allerdings liegt meines Erachtens im Herunterbrechen des übergeordneten Ziels in konkrete Zwischenschritte und die Übersetzung in spezifische Handlungen, die möglichst intuitiv und automatisiert umgesetzt werden können. Das Herunterbrechen vermeidet, dass das Ziel letztlich so weit in der Ferne liegt, dass es unerreichbar scheint. Die Übersetzung in konkrete Handlungen macht die Umsetzung greifbar, erfahrbar und erlaubt die erforderlichen Handlungen sofort zu setzen. Dies kann insb. auch über die Formung von Gewohnheiten erfolgen, wie ich schon in einem anderen Artikel herausgearbeitet habe.

Mintos Banner

Was sind nun die 7 Tipps?

Im Folgenden habe ich 7 Tipps gesammelt, die Ihre Neujahrsvorsätze auf dem Weg zur finanziellen Freiheit zum Erfolg bringen können. Dabei soll es nicht nur um die Einhaltung der Vorsätze, sondern auch und vor allem um das tatsächliche Erreichen der Ziele gehen.

1) Ziele möglichst konkret formulieren – Ziele müssen meiner Meinung nach konkret greifbar sein. Idealerweise sind sie auch konkret quantifiziert und dadurch messbar. Beispiele können sein €40.000 am Depot haben und monatlich 30% des Netto-Gehalts sparen.

2) Lieber wenige einprägsame Ziele, als viele komplizierte Einzelziele definieren – insb. würde ich nicht versuchen, bereits Eventualitäten in den Zielen zu berücksichtigen. Die visionäre Zahl, die in einem Ziel genannt wird, ignoriert genau diese Eventualitäten. Sollte es zu unerwarteten Ereignissen kommen – das wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit passieren – müssen Sie darauf ohnedies reagieren.

3) An sämtliche Dimensionen der finanziellen Freiheit denken – natürlich ist ein Euro-Betrag am Depot oder die monatliche Sparquote ein plastisches Ziel. Es könnte aber auch sinnvoll sein z.B. an neue passive Einkommensquellen, eine Optimierung der Asset Allocation und Investment-Strategie oder an die Absicherung über einen Notfallfonds  gedacht werden.

4) Ziele immer in konkrete Handlungen übersetzten – dies ist ein ganz entscheidender Punkt! Neben jedem Ziel sollten die Operationalisierung durch ganz konkrete Handlungen notiert werden. Also z.B. €40.000 am Depot haben bedeutet übersetzt monatlich €1000 investieren und am jeweiligen Quartalsende prüfen, ob das Ziel erreichbar ist, sonst nachjustieren.

5) SOFORT mit der Operationalisierung beginnen – ich bin davon überzeugt, dass das Aufschieben der Umsetzung von Vorsätzen einer der Hauptgründe für das Scheitern ist. Beginnen Sie daher JETZT, SOFORT UND GLEICH – ich bin nicht böse, wenn Sie den Beitrag nicht zu Ende lesen (so lange Sie meinen Blog abonniert haben ;-)) Also, gleich den Dauerauftrag einrichten, der die Sparquote am Monatsersten beiseite räumt, etc.

6) Bleiben Sie ehrlich zu sich selbst – ja, Ziele sollen ambitioniert sein, sie müssen aber auch erreichbar sein. Vermeiden Sie also Ziele, die von Anfang an unerreichbar sind, à la Nettovermögen in einem Jahr von €100.000 auf €1,000.000 steigern. Die Frustration des Nicht-Erreichens wäre dabei wohl vorprogrammiert.

7) Pramgamtische Umsetzugnskontrolle, keine Sonderbuchhaltung – wie ich schon in einem anderen Artikel geschrieben habe, würde ich alle finanziellen Belange immer möglichst einfach gestalten. So auch hier, idealerweise ist die Einhaltung Ihrer Ziele nämlich ohne komplexe Sonder-Buchhaltung überprüfbar. Sonst verlieren Sie vielleicht gar noch das Interesse…

Wie lege ich persönlich meine finanziellen Ziele für 2017 fest?

Ich hoffe den oben genannte 7 Tipps treu zu bleiben und werde drei Vorsätze fassen: i) Steigerung des Nettovermögens auf einen bestimmten Betrag, ii) Überprüfung meiner Investmentstrategie mit dem Ziel weiter radikal zu vereinfachen, automatisieren und Kosten zu senken und iii) Aufbau zumindest einer weiteren passiven Einkommensquelle.

Was sind Ihre Ziele für 2017? Freue mich, wenn Sie einen Kommentar hinterlassen und alle Leser teilhaben lassen! Außerdem, welche Strategien helfen Ihnen Ihre Vorsätze einzuhalten und Ziele zu erreichen?

Advertisements

13 Gedanken zu “7 Tipps für Neujahrsvorsätze zur finanziellen Freiheit

  1. Hallo Lukas,

    schöne Zusammenfassung zum Thema Ziele formulieren :-). Einen Punkt möchte ich gerne noch ergänzen, wenn ich darf: Was immer hilft, ist seine Ziele auch schriftlich fest zu halten. Am besten handgeschrieben in einem Buch oder ähnliches, was man erstmal dann wieder zuklappt und zwischendurch wieder reinschaut. Wichtig dabei finde ich auch die Motivation für diese Ziele mit aufzunehmen. Also WARUM will man überhaupt diese Ziele erreichen. Sollte man dann in ein Motivationsloch oder ähnlichem gelangen, ist das ein guter Antreiber!

    Meine Ziele im Zusammenhang mit finanzieller Freiheit beziehen sich auf die Aufstockung meines Immobilienportfolios. Ein weiteres Mehrfamilienhaus in 2017 zulegen und den monatlich überschüssigen Cashflow um mindestens 500 Euro steigern. Dazu mindestens eine Aufwertung einer Wohnung durch Sanieuerungsarbeiten zur Steigerung des Cashflows und gleichzeitige Reduzierung meines Einkommenssteuersatzes durch eine entsprechende Fremdfinanzierungsstruktur.

    Beste Grüße
    Chris

    Gefällt mir

    1. Hallo Chris,
      Vielen Dank für Deinen Kommentar!
      Sehr gute Ergänzung – das Verschriftlichen bzw. ggf. sogar das Visualisieren von Zielen ist ein sehr mächtiges Instrument, um die Ziele verbindlich und greifbar zu machen.
      Ich wünsche Dir viel Erfolg beim Erreichen Deiner 2017er Ziele!
      Cheers,
      FF/Lukas

      Gefällt mir

  2. Hallo Lukas,

    sehr schöner Beitrag 🙂

    Bin eher nicht der Typ, der sich zu Beginn des Jahres fixe Ziele setzt, aber der Beitrag hat mich jetzt doch ein wenig zum Nachdenken gebracht 🙂

    1) Bei uns stehen im Jänner immer Gehaltsverhandlungen an. Ich bin eher nicht der Verhandlungstyp und hab mich bisher immer mit ~+10% zufrieden gegeben. Für nächstes Jahr habe ich mir vorgenommen doch mal zu verhandeln und hab mir 15-25% als Ziel gesetzt. Das Ganze würde natürlich eine höhere Sparquote nächstes Jahr mit sich bringen – keine Lifestyleinflation 🙂

    2) Eine fixe Zahl für mein Nettovermögen Ende 2017 schwirrt in meinem Kopf.

    3) Ich bin im Moment dabei mich mit Amazon FBA zu beschäftigen – 2017 möchte ich hier erste Versuche starten, um eventuell eine neue Einkommensquelle zu bekommen.
    Zusätzlich steht eine Produktentwicklung (elektronisches Gadget) mit ehemaligen Studienkollegen im Raum. Sollte meine ganze Energie da reinlaufen, würde ich FBA mal für dieses Jahr hinten anstellen.

    Liebe Grüße,
    financeboy

    Gefällt mir

    1. Hallo Financeboy,

      Da hab ich ja gleich etwas bewirkt mit meinem Artikel, wenn Du a) zum Nachdenken begonnen hast und b) hier in Deinem Kommentar gleich Ziele formuliert hast 😉

      @Nettovermögen: Mit diesem Ziel hadere ich immer ein wenig. Insb. auf Einjahressicht hängt wohl sehr viel von der Performance der Kapitalmärkte und damit meines Investmentportfolios ab. Ich plane daher lieber im längerjährigen Durchschnitt, um nicht durch das Auf- und Ab der Börsen Ziele einmal überzuerfüllen und dann wieder zu verfehlen.

      Wünsche Dir jedenfalls viel Erfolg beim Erreichen Deiner Ziele!

      Viele Grüße,
      FF

      Gefällt mir

  3. Ebenso wie Chris bin ich der Ansicht, dass die notwendige Disziplin um ein Ziel zu erreichen der eigenen Motivation entspringt: Warum will ich das Ziel erreichen und was muss ich dafür tun? Bin ich bereit das zu tun?

    Häufiges Beispiel: Viele Leute wollen schlank und fit sein, aber dafür regelmäßig und dauerhaft Sport treiben und auf die Ernährung achten? Nä.

    Ich beginne mit der Realisierung meiner Ziele grundsätzlich noch im laufenden Jahr, sobald ich mir darüber klar geworden bin. Der Jahresstart gibt mir dann oft noch einen richtigen Schub, weil auf einmal so viele Leute an ihren Vorsätzen arbeiten. Diesen Leuten bin ich dann oft schon einen Monat oder mehr voraus und das ist ein super Motivationstreiber für mich.

    Grundsätzlich versuche ich, die notwendigen Einzelschritte zu einer Gewohnheit zu machen. Ich überlege mir dazu: Wie kann ich die notwendigen Tätigkeiten in meinen Tag oder meine Woche einbauen?

    Gefällt mir

  4. Hi Lukas,

    danke für den anschaulichen Artikel. Allesamt wichtige Tipps für die erfolgreiche Umsetzung von guten Vorsätzen. Im Allgemeinen wollte ich in der Vergangenheit oft zu viel auf einmal angehen. Schritt für Schritt Umsetzung hat sich für mich persönlich als sinnvoller herausgestellt.

    Finanziell nehme ich mir für 2017 vor meine Sparquote beizubehalten und meine Strategie weiterzuverfolgen. Relativ langweilig eigentlich aber passt für mich. Eine konkrete Summe soll am 31.12.2017 nicht in meinem Depot liegen. Dafür ist es einfach zu abhängig von der Weltwirtschaft und die kann ich nur bedingt beeinflussen.

    Beste Grüße und schon mal nen guten Rutsch
    Pascal

    Gefällt mir

    1. Hallo Pascal,

      Du bringst einen wichtigen Gedanken ein – Quantensprünge klappen ja nur ganz selten, Schritt für Schritt heruntergebrochen, ist das Erreichen so manchen Ziels aber leicht möglich!

      Wünsche Dir viel Erfolg beim Erreichen Deiner Ziele – dass sie langweilig sind, spricht ja nicht gegen sie ;-))

      Cheers und guten Rutsch,
      FF/Lukas

      Gefällt mir

  5. Sehr schöner Artikel der wieder das gelernte neu auffrischt. In meinen Augen sind deine Punkte 1 und 5 Elementar! Viel hegen ständig irgendwelche Vorsätze und Pläne, aber niemand setzt sie in die Tat um. Diese Menschen nenne ich gerne „Quatscher“. Diese erzählen, was für tolle Pläne sie mit ihrem ganzen Leben haben, aber im Endeffekt, sitzen sie zuhause auf dem Sofa und gehen ihre Routine durch. Vielleicht scheitert man mit seinen Zielen, vielleicht verkalkuliert man sich und landet auf die Nase. Ich sehe es so: wer nicht wagt der nicht gewinnt.

    Frohes neues Jahr und bis 2017
    Sanja

    Gefällt mir

  6. Neujahrsvorsätze? Halte ich für Blödsinn.
    So, nachdem ich mich nun erfolgreich unbeliebt gemacht habe, hier noch die Erklärung:
    Üblicherweise gibt es diese Vorsätze nur „weil es eben so von einem erwartet wird“. Meist wohl „Rauchen aufhören“ ober „abnehmen“. Es wird von anderen erwartet, dass man dieses ändert, also nimmt man es sich eben vor (bzw. tut zumindest so) um seine Ruhe zu haben. Alle wissen, dass man nicht dahinter steht und niemand ist dann wirklich enttäuscht wenn es (mal wieder) schief geht – das Praktisch daran ist, dass man es sich dann ja im nächsten Jahr einfach wieder vor nehmen kann… 😉
    Das Fitneßstudio ist da ein wunderbares Beispiel, wobei es da ja vor dem Sommer auch nochmal einen Anstieg gibt wenn allen einfällt, dass ja bald jeder die eigene Plauze sehen kann. 😀

    Wer wirklich etwas ändern will, der wird das tun – und zwar dann wenn er den Entschluss gefasst hat (und der dürfte wohl selten zufällig am 1.1. um 0:00 Uhr fallen).
    Wenn ich etwas ändern will, dann tue ich es. Wenn ich es nicht will, dann lasse ich es einfach – ich sehe keinen Grund sich da mit irgendwelchen geheuchelten Neujahrsvorsätzen das Leben unnötig schwer zu machen…

    Gefällt mir

    1. Hi Martin,
      Danke für Deinen – wenngleich konträren – Kommentar!
      Ich weiß nicht, ob der 1.1. 0h der beste Zeitpunkt ist um Vorsätze zu machen, Pläne zu schmiden, etc. allerdings ist es ein Zeitpunkt es zu tun. Das ist mE immer noch besser als keinen Zeitpunkt zu haben. Die Umsetzung der Vorsätze / Pläne ist dann natürlich erfolgskritisch, unabhängig vom gewählten Zeitpunkt. Wenn das bei Dir jederzeit sein kann, umso besser! Beim Erreichen der Ziele sollten dann ja meine 7 Tipps helfen 😉
      Viele Grüße und alles Gute für 2017,
      FF

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s