Wie Startup-Gründer ihre privaten Finanzen organisieren können

Wie Startup-Gründer ihre privaten Finanzen organisieren können

Mich erreichte schon vor einiger Zeit eine Leserfrage von Alexander – er fragte mich, ob Startup-Gründer ihre Finanzen anders organisieren sollten, als „normale“ Angestellte. Der klassische Weg zur finanziellen Freiheit startet ja typischerweise aus einer unselbständigen Tätigkeit heraus und ist oft durch den Wunsch geprägt aus dem Hamsterrad zu entkommen. Startup-Gründer haben eine andere Ausgangssituation und andere Motivationen, es liegt daher nahe auch das Finanzsetup ein wenig zu justieren, könnte man argumentieren. Ob dies tatsächlich der Fall ist und wo ggf. Anpassungen erforderlich sind, beschreibt der heutige Artikel. Ich freue mich sehr, dass dieser Artikel in Kooperation mit startup-berlin.com entstanden ist und damit auch auf dem Netzwerk der Berliner Startup-Szene erscheint!

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Kontrolle und Automatisierung – warum ein strategischer Blick auf die persönlichen Finanzen essentiell ist

Kontrolle und Automatisierung – warum ein strategischer Blick auf die persönlichen Finanzen essentiell ist

 Ich habe bereits mehrere Artikel publiziert, die sich mit der Frage beschäftigt haben, wie man sein Finanzleben am besten strukturiert, um sowohl Kontrolle über die eigenen Finanzen zu haben als auch einen hohen Grad an Automatisierung des Sparens zu erreichen. Dabei handelte es sich um den Artikel zur finanziellen Grundausstattung, um den Beitrag zum Kontomodell und andererseits jenen zum Urlaubsfonds.

Da mir eine breite Vielfalt der Meinungen, u.a. auf Grund des höheren Mehrwerts für die Leser meines Blogs wichtig ist, erscheint heute ein weiterer Artikel zu diesem Thema. Mein Blogger-Kollege Marco von Vermögensanleger.de berichtet auf seinem Blog, wie er seine Finanzen selbst in die Hand nahm und so finanziell unabhängiger wurde. Der nachfolgende Artikel motiviert nicht nur dazu sich selbst ausführlich mit seinen Finanzen zu beschäftigen und diese als Unternehmen zu betrachten, sondern zeigt auch den Sinn und Zweck eines strategischen Finanzsetups auf. Viel Spaß beim Lesen!

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Wie man mit dem Sparen beginnt

Wie man mit dem Sparen beginnt

Nachdem ich in einem meiner letzten Blogbeiträge empfohlen hatte, 20% des monatlichen Netto-Einkommens zu sparen, stellt sich die Frage, woher diese 20% zu nehmen sind. Die Sparquote in Österreich beträgt derzeit 6,9% und ist in den letzten Jahren deutlich gesunken (siehe Aritkel auf derstandard.at). Die 20% sind also ein durchaus sportlicher Antritt, wenn die Gesamtbevölkerung nur knapp ein Drittel davon erreicht. Mit folgenden drei Ansätzen kann es aber doch gelingen:

Am Anfang des Monats 20% zur Seite legen

Meine dringende Empfehlung ist, die genannten 20% am Anfang des Monats bei Seite zu legen. So können sie eine psychologische Verknappung des verfügbaren Einkommens bewirken. Das bedeutet, dass Sie von Beginn an den Eindruck haben ein geringeres verfügbares Budget zu haben. Somit werden sich Ihre Ausgaben eher im Rahmen des Budgets halten, als am Ende des Monats zu hoffen, dass noch etwas übrig ist.

Dies setzt voraus, dass sie laufend Ihren Kontostand verfolgen und so ein Bewusstsein für das verbleibende Einkommen haben. Einige Banken bieten auch SMS oder E-Mail Erinnerungen, falls ein bestimmter Kontostand unterschritten wird. Dies ist ein höchst nützliches Feature bei einem bewussten Management Ihrer Finanzen.

Ausgabenstopp – nach unnötigen Ausgaben suchen

Hier kann ich nur empfehlen die bestehenden Ausgaben einmal gründlich durchzugehen und jeweils zu fragen, ob genau diese Ausgabe noch so erforderlich ist. Besonders kritisch sehe ich hier Abos und sonstig wiederkehrende Zahlungen, z.B.

  • Fitness Center Mitgliedschaft, obwohl sie seit Monaten nicht im Fitnesscenter waren
  • Kabelfernsehen oder Premium TV Mitgliedschaft, obwohl sie nicht genutzt wird
  • Zeitungsabo, obwohl sie ohnedies nur mehr die gratis Online-Ausgabe lesen
  • iPhone App, die monatlich €1,99 kostet obwohl sie nicht mehr genutzt wird

All diese Kosten können ersatzlos gestrichen werden. Probieren Sie es aus, es wird Ihnen gar nicht schwer fallen ohne diese Ausgaben aus zu kommen. Die Preisgestaltung diverser Anbieter nutzt nämlich ganz bewusst aus, dass der Mensch zum Vergessen neigt. Die wiederkehrende Zahlung besteht allerdings fort…Nützen Sie dieses Phänomen in die andere Richtung: Vergessen Sie, dass sie die Ausgabe überhaupt nicht brauchen!

Ausgabenoptimierung

Diesen Punkt kann ich gar nicht zu stark betonen. Es muss gar nicht sein, dass Sie von einem Tag zum nächsten zum Pfennigfuchs werden. Aber denken Sie über die Optimierung vieler großer Kostenblöcke nach

  • Kredit/Finanzierung Ihres Hauses – Kann im aktuellen niedrigen Zins-Umfeld günstig refinanziert werden?
  • Energiekosten – Kann ein Anbieterwechsel Einsparungen bringen? Lesen Sie mehr auf www.e-control.at und vergleichen Sie Preise
  • Versicherungen – Lassen Sie doch einmal Ihre bestehenden Versicherungsverträge von einem Versicherungsmakler überprüfen! Sind sie gar über oder gegen bestimmte Risiken doppelt versichert?
  • Handy – Sind Sie mit Ihrem Handytarif jetzt schon 5 Jahre glücklich? Vergleichen Sie die Preise, die in den letzten Jahren stark zurückgegangen sind. Denken Sie über ein Paket für die ganze Familie nach!
  • Girokonto – Zahlen Sie noch immer für Ihre Girokonto? Hier kann ich auch auf meinen vorherigen Blogbeitrag zur finanziellen Grundausstattung verweisen.

Aus eigener Erfahrung und der Beobachtung bei Freunden, kann ich Ihnen versichern, dass deutliches Optimierungspotenzial esteht.

Unter Kombination aller drei Maßnahmen, bin ich sicher, dass Sie es schaffen, die angestrebten 20% zur Seite zu legen. Wie im Artikel zum automatisierten Sparen empfohlen, rate ich diese 20% des Nettoeinkommens direkt (am besten via Dauerauftrag) an ein Sparkonto zu überweisen, das sie nicht mehr für Konsumzwecke anfassen.

Ich freue mich über Ihr Feedback, hier besonders über Anregungen für weitere Sparmöglichkeiten, hinterlassen Sie einen Kommentar, so kommen diese Anregungen allen Lesern zu Gute!

Lesen Sie hier mehr zum Thema Sparen:

Finanziell frei mit Durchschnittseinkommen und Sparsamkeit? Leider, nein!

Automatisiertes Sparen

Kleingeldsparen

Die finanzielle Grundausstattung

Die finanzielle Grundausstattung

Ein Leser meines Blogs (vielen Dank für den Hinweis!) fragte mich, welche Bankverbindung, Konten, Depots und sonstigen Tools er brauchen würde, um sich für den Weg zur finanziellen Freiheit zu rüsten. Was ist also die erforderliche finanzielle Grundausstattung?

Bloß keine Komplexität—Keep It Simple!

Am Weg zur finanziellen Freiheit ist es essentiell, einerseits Kontrolle über Ihre Finanzen zu behalten und andererseits keine unnötige Komplexität aufzubauen, also: Keep It Simple! Ich rate daher dringend von Systemen, ab die eine Menge an Buchhaltung erfordern. Mein Blog-Kollege empfiehlt einen Finanztag: Wenngleich ich das strukturierte Vorgehen mit einer Checkliste für sinnvoll halte, erscheint der Aufwand doch beträchtlich. Komplexität und hoher Aufwand führen letztlich nur dazu, dass man die Lust am Beschreiten des Wegs zur finanziellen Freiheit verlieren wird. Daran soll es aber nicht scheitern, daher nochmal: Keep It Simple! Charmanter finde ich automatisierte Vorgehensweisen, wie ja auch schon beim automatisierten Sparen.

Was Sie wirklich brauchen

Wenn Sie den Grundsatz: Keep It Simple! nun wirklich radikal befolgen, sind für die finanzielle Grundausstattung tatsächlich nur 3 Elemente erforderlich, und zwar:

  1. Girokonto
  2. Sparkonto/Tagesgeld-Konto
  3. Online-Broker-Depot und Konto

1. Girokonto

Das Girokonto ist die Homebase für alle finanziellen Belange und fixer Bestandteil der finanziellen Grundausstattung. Über das Girokonto wird sämtlicher Zahlungsverkehr, insb. der Gehaltseingang, alle laufenden Ausgaben, wie Miete, Versicherung, etc. und die Zahlungen des automatisierten Sparens durchgeführt. Wie sich leicht erkennen lässt, ist das Girokonto in der Tat das Rückgrat der finanziellen Grundausstattung.

Auf Grund der Wichtigkeit des Kontos, möge der Grundsatz „drum prüfe wer sich ewig bindet“ gelten. Die große Anzahl von Transaktionen, die u.a. automatisiert über Dauer- und Lastschriftaufträge durchgeführt werden aber auch emotionale Faktoren bauen große Hürden beim Wechsel des Girokontos auf. Dies wissen Banken durch geschicktes Pricing natürlich zu schätzen. Daher rate ich dringend zu einem Markt- und Preisvergleich, wie er in Österreich von der Arbeiterkammer oder in Deutschland von der Stiftung Warentest angeboten wird.

Ich selbst verwende das Easy Konto der Easybank, das ich auch uneingeschränkt empfehlen würde. Es handelt sich um ein vollkommen kostenloses Konto inkl. kostenloser Bankomatkarte und Kreditkarte. Wenn ich höre, dass für das gleiche Leistungspaket von Filialbanken oft €200 und mehr pro Jahr verrechnet werden, finde ich das verstörend. Bei der Auswahl des Girokontos würde ich insbesondere auf folgende Merkmale Wert legen: i) keine laufenden Gebühren, ii) keine versteckten Gebühren (für Bankomatkarte, Kontoabschluss, ohne Mindestumsatz, etc.) und iii) idealerweise eine Verzinsung des Guthabens, auch wenn diese im derzeitigen Zinsumfeld marginal ausfallen wird. Alternativen zur Easybank sind sicher ING Diba oder auch Number 27.

Diese sehr einfache Aufstellung mit einem einzigen Girokonto gilt insb. für Personen, die in einem unselbständigen Beschäftigungsverhältnis stehen. Freiberuflern rate ich, die finanziellen Belange der Firma und die privaten Belange strikt zu trennen. Mein Kollege Jens Jäger hat einen für Freiberufler interessanten Leitfaden geschrieben.

2. Sparkonto / Tagesgeld-Konto

Das zweite ganz essentielle Konto am Weg zur finanziellen Freiheit ist ein Sparkonto, auch Tagesgeld-Konto genannt. Das Sparkonto (nomen est omen) dient der Trennung der Ersparnisse vom laufenden Zahlungsverkehr. Das Verhältnis zwischen Girokonto und Sparkonto sollte in aller Regel eine Einbahnstraße sein, so dass ausschließlich Geld vom Girokonto auf das Sparkonto übertragen wird. In meiner persönlich geübten Praxis erfolgen Überweisungen an das Sparkonto auf Grund des automatisierten Sparens und zudem wenn am Monatsende noch überschüssiges Geld am Girokonto vorhanden ist.

Die klare Trennung des Sparkontos muss mE nicht so weit gehen, dass es bei einem anderen Geldinstitut ist. Dies ist jedoch eine Geschmacksfrage: Einerseits bleibt die Komplexität der finanziellen Grundausstattung gering wenn das Sparkonto bei derselben Bank wie auch das Girokonto ist. Andererseits ist die Trennungswirkung größer, wenn es sich um eine andere Bank handelt. Dadurch wird die Versuchung geringer auf das Sparkonto kurzfristig zurückzugreifen. Ich selbst habe mein Sparkonto, wie auch das Girokonto bei der Easybank, wodurch ich zusätzlich den Vorteil habe, dass in Sekundenschnelle zwischen den Konten Geld verschoben werden kann.

Allerdings habe ich mich entschlossen mehrere Sparkonten zu eröffnen. Dadurch ist es möglich, verschiedene Sparzwecke, z.B. allgemeines Sparkonto und Notfallreserve, Rücklage für Wohnen/Umbau/Einrichtung, Sparen für meine Kinder, etc. zu trennen. Da alles in einer Internetbanking-Maske ersichtlich ist, behalte ich sehr einfach den Überblick über alle Sparkonten.

3. Online-Broker-Depot

Das dritte Element der finanziellen Grundausstattung ist ein Online-Broker-Depot. Sobald sich am Sparkonto nämlich mehr als die Notfallreserve angesammelt hat, können Sie daran denken den ersten passiven Einkommensstrom auf dem Broker-Depot zu erschaffen. Wie ich noch in nachfolgenden Blogbeiträgen ausführen werde, empfehle ich in Abhängigkeit Ihres Veranlagungshorizont und Ihrer Risikotoleranz ein Portfolio aus ETF Investments, das Ihnen laufende Erträge in Form von Zinsen und Dividenden zufließen lässt.

Warum betonte ich Online-Broker? Natürlich bieten auch Filialbanken Depot-Dienstleitungen an. Diese weisen aus meiner Sicht nämlich zwei deutliche Nachteile auf. Erstens sind diese typischerweise wesentlich teurer als die Angebote der Online-Broker und zwar sowohl hinsichtlich Depotgebühr als auch hinsichtlich der Transaktionsgebühren bei einzelnen Kauf-/ Verkaufstransaktionen. Andererseits bemühen sich die Filialbanken durch Beratung im Wertpapiergeschäft zu punkten. Dass es dabei zu Produktempfehlungen von Fonds der eigenen Kapitalanlagegesellschaft kommt, mag nicht überraschen, da so ein Provisionsfluss sichergestellt wird. Daher rate ich zu Anbietern wie Hello Bank, Easybank oder Comdirect. Leider ist bei diesen Anbietern meist ein zusätzliches, manchmal kostenpflichtiges Verrechnungskonto, über das sämtliche Zahlungen (Kauf, Verkauf, Dividenden, Coupons) abgewickelt werden müssen, erforderlich. Ich selbst nutze die Depotfunktion der Easybank und kann so vermeiden, dass ein weiteres Verrechnungskonto erforderlich ist.

Nach diesem Dreiklang von Girokonto, Sparkonto und Broker-Depot/Konto, der dem Keep It Simple!-Prinzip gerecht wird, möchte ich noch darauf hinweisen, was sie im Umkehrschluss gar nicht brauchen.

Bankberater—Informieren Sie sich selbst, bilden Sie sich selbst Ihre Meinung und treffen Sie eigenverantwortliche Entscheidungen am Weg zu Ihrer finanziellen Freiheit! Sie sind kein Finanzexperte? Ihr Bankberater fürchte ich auch nicht! Er ist vielmehr darauf geschult, Ihnen Produkte aus der Produktpalette der Kapitalanlagegesellschaft des Hauses anzubieten und dabei Verkaufsprovisionen zu generieren. Hinterfragen Sie einfach, wie die Kosten für die schicke Filiale, Beratungsgespräch, etc. gedeckt werden. Ihre Vermutung, dass Sie dafür zahlen ist richtig 😉 Außerdem bin ich davon überzeugt, dass Sie bei eigener Recherche und Information bessere Investmententscheidungen treffen werden.

Viele Bankverbindungen—Zuvor habe ich eine bewusst simple finanzielle Grundausstattung beschrieben. Haben Sie im Lauf der Jahre eine Fülle von Bankverbindungen angesammelt? Mehrere Sparkonten bei verschiedener Bank, das alte Studentenkonto über das noch immer Zahlungsverkehr läuft, zwei Depots, ein Sparplan, etc. Wenn dem so ist, haben Sie eine Menge unnötiger Komplexität angesammelt und die Verwaltung Ihrer finanziellen Angelegenheiten deutlich erschwert. Es gilt Keep It Simple! Schließen Sie überzählige Bankverbindungen und konzentrieren Sie alles auf die drei oben beschriebenen Elemente.

Budgetprogramme, Apps & Co—Sie wollen am Weg zur finanziellen Freiheit digital aufrüsten? Ein Budgetprogramm, eine App zur Überwachung Ihrer Investments, etc.? Nach meiner Erfahrung ist dies nicht erforderlich und erzeugt erneut Komplexität. Vielmehr brauchen Sie ein einfaches Excel in dem Sie Ihr Budget aufstellen, Ihr Sparverhalten ist ja schon auf Autopilot [Link zu Artikel] und darüber hinaus können Sie in diesem Excel auf periodisch (quartalsweise oder jährlich) Ihre Vermögensentwicklung vermerken. Und das war’s auch schon!

Die Frage „Brauche ich ein Sparschwein?“ hebe ich mir für einen später folgenden Blogeintrag auf 😉

Sie sind anderer Meinung oder haben Ergänzungen? Hinterlassen Sie gern einen Kommentar oder melden Sie sich direkt unter meinefinanziellefreiheit@gmail.com bei mir.

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Die Anlagepyramide: Konzept, Stärken und Schwächen

Die Anlagepyramide: Konzept, Stärken und Schwächen

Die Anlagepyramide: Konzept, Stärken und Schwächen

Wie im oben gezeigten Bild mag man sich eine „Anlagepyramide“ vorstellen, als einen pyramidenförmigen Stapel aus Geld. Richtigerweise handelt es sich dabei aber um ein recht einfaches Bild, um verschiedene Spar- und Anlageformen zu klassifizieren. Ein sinnvolles Grundverständnis über mögliche Anlageformen, ist essentiell auf dem Weg zur finanziellen Freiheit. Deshalb möchte ich auf das Konzept sowie Stärken und Schwächen der Anlagepyramide eingehen.

Anders als das symbolische Bild oben, gibt die „richtige“ Anlagepyramide allerdings einen Überblick über alle Asset-Klassen, also jene Instrumente, in die der Privatinvestor investieren kann. Die Logik der Anordnung ist einfach und folgt dem Grundprinzip, dass weniger ertragreiche Assets unten in der Pyramide stehen, während Assets mit höherem Erträge an der Spitze der Pyramide erzielt werden können. Da von einer Korrelation von Ertrag und Risiko auszugehen ist, wird häufig auch gesagt, dass unten „sichere“ und an der Spitze der Pyramide riskante Anlageformen zu finden sind.

Anlagepyramide by LH

Die konkreten Stufen der Pryamide sind:

  1. Girokonto, Festgeld-/Sparkonto
  2. Anleihen/-fonds
  3. Aktien/-fonds
  4. Immobilien, Private Equity, Venture Capital & Co.
  5. Derivate, also Optionsscheine, Futures

Die Vorteile der Anlagepyramide liegen auf der Hand

  • Visualisierung der Asset Klassen – so kann auch dem Otto-Normalverbraucher nahe gebracht werden, welches Spektrum an Instrumenten zur Verfügung steht. Dies ist um ein Mindestmaß an finanzieller Bildung zu vermitteln durchaus wünschenswert.
  • Vermittlung eines Grundverständnisses von Ertrag/Risiko – es ist jedenfalls hilfreich, das grundlegend bestehende Verhältnis von Ertrag und Risiko zu veranschaulichen. So kann Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass höherer Ertrag nicht „gratis“ ist, wodurch grobe Fehleinschätzungen verhindert werden können
  • Finanzielle Grundbedürfnisse werden aufgezeigt – die Basis der Pyramide ist mE ein Muss für jeden an einem geordneten Geldleben Interessierten. Dazu gehören eben auch ein attraktives Tagesgeld-/Sparkonto

Allerdings hat die Anlagepyramide auch einige gravierende Nachteile/lädt sie zu Fehlinterpretationen ein

  • Eindruck dass mengenmäßig mehr sichere als riskante Assets empfohlen werden – dies hängt allerdings ganz klar von den Zielen der Veranlagung ab. Wenn langfristiger (10 Jahre und mehr) Vermögensaufbau gewünscht ist, darf die Anlagestrategie nicht auf der Basis der Pyramide aufgebaut sein.
  • Schrittweises „Hocharbeiten“ in der Pyramide – Es könnte der mE falsche Schluss gezogen werden, dass man sein Vermögen von unten nach oben veranlagen soll, also erst wenn Stufe 2 absolviert ist auch Stufe 3 folgen darf, etc. Dies mag zwar vor einem Erfahrungshintergrund hilfreich sein, muss aber wiederum nicht der Anlagestrategie folgen
  • Risiko und Ertrag sind nicht 1:1 miteinander verbunden – ein Argument für Fortgeschrittene: Portfolio-Effekte werden dazu führen, dass diversifizierte Portfolien uU ein geringeres Risiko bei gleichem Ertrag haben – dazu mehr in einem späteren Blog-Post.

In Summe handelt es sich bei der Anlagepyramide um ein brauchbares Vehikel, das vereinfacht einen Überblick über die Asset-Klassen gibt. Ein nachhaltige Anlagestrategie kann man meines Erachtens allerdings daraus nicht ableiten. Umso mehr war ich schockiert, als ich bei einem Bankberater eine Anlagepyramide am Schreibtisch stehen sah. Dieser Berater verwendet die Anlagepyramide offenbar tatsächlich zur Beratung seiner Kunden – derartige Beratung können Sie künftig kritisch hinterfragen und allenfalls ganz darauf verzichten. Abonnieren Sie lieber meinen Blog 😉

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