Bereits vor einigen Wochen habe ich berichtet, dass ich gerade das Buch „Das 4-Stunden Startup“ von Felix Plötz* gelesen habe. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weshalb ich heute eine Rezension publizieren möchte.

Der Untertitel klingt hinreichend reißerisch „Wie Sie Ihre Träume verwirklichen ohne zu kündigen“! Das Buch verspricht also, alles möglich zu machen, wenn man nur 4 Stunden aus dem Berufsalltag abzwacken kann und sie in das eigene Startup investiert. Aber hält das Buch, was der Untertitel verspricht? Ich ging doch ziemlich skeptisch an die Lektüre des Buches heran, wurde aber sehr positiv überrascht!

Auf Basis meines Kontakts mit Felix Plötz ist der nachfolgende Artikel auch durch Zitate des Autors angereichert. Felix gibt u.a. Aufschluß darüber, wie er zur finanziellen Freiheit steht und auf welche Einkommensquellen er setzt!

Der Autor des Buches, Felix Plötz sollte wissen wovon er spricht. Er hat selbst ein 4-Stunden Startups neben dem Job hochgezogen (Spritspar-Fahrkurse – ja, man kann zu so manchem Thema ein Business gründen) und es dann an den ADAC verkauft. Bekanntheit erzielt er aber durch sein Verlagshaus Plötz & Betzholz, das als Social Influencer Verlag nach nur 10 Monaten nach der Gründung von der Ullstein Verlagsgruppe gekauft wurde. Felix Plötz bezeichnet sich selbst als Querdenker und Anstifter, Shooting Star des Jahres, jung, smart, frisch. Bescheidenheit und Zurückhaltung sind also nicht die ersten Attribute des Autors 😉

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Das Buch ist in drei relevante Haupteile aufgeteilt, die jeweils eine sehr unterschiedliche Stoßrichtung haben und folgende konkrete Ansätze verfolgen:

  • Teil 1 – Was mit einem 4-Stunden Startup alles möglich ist – Hier wird an Hand von konkreten Fallbeispielen beschrieben, wie Hobbies und Nebentätigkeiten zu konkreten Business geworden sind. Ein wichtiger Aspekt ist, dass es nicht ums Reichwerden per se und den schnellen Profit geht, sondern auch non-profit Ideen mit der 4-Stunden-Methodik verfolgt werden können. Eingehend wird erläutert, wie gerade risikoaverse Menschen statt der hauptberuflichen Selbständigkeit lieber die nebenberufliche Selbständigkeit wählen können – ein sehr nachvollziehbarer Ansatz, finde ich.
  • Teil 2 – Startup-Thinking, d.h. wie wirklich gute Ideen entstehen – Felix Plötz stellt die Methode der Startup-Thinking-Zwiebel vor, welche bei der Entwicklung einer konkreten Geschäftsidee helfen soll. Konkret funktioniert die Zwiebel wie folgt: (i) Identifikation des Problems der Nutzer/Konsumenten/Käufer; (ii) Entwicklung der Lösung für das zuvor identifizierte Problem; und (iii) ein tragfähiges Konzept, um die Lösung zu kommerzialisieren. Aus meiner Sicht handelt es sich um einen sehr sinnvollen Ansatz, da er sich am Kundennutzen orientiert, bevor ein Business Plan entwickelt wird. Letztlich wird also nach dem nicht befriedigten Kundenbedürfnis gefragt, bevor über ein Startup phantasiert wird. Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass nach jeder Schale der Zwiebel ein Realitätscheck durch Konsumenten-Tests udgl. vorgenommen werden sollte – mE eine Versicherung dafür, dass das Problem tatsächlich besteht, die Lösung sinnvoll ist und das Konzept auch wirklich fliegt.
  • Teil 3 – Toolbox für die ersten Schritte mit einem 4-Stunden Startup – dieser Teil überraschte mich, da er sehr konkret gestaltet ist und die ersten Schritte für ein 4-Stunden Startup sehr einfach machen sollte. Das Buch sollte also die Eintrittsbarrieren für Gründer senken! Von der operativen Organisation des Geschäftsbetriebs neben einem Vollzeit-Job bis hin zu arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Fragen in Deutschland, Österreich und der Schweiz wir alles umfassend beleuchtet.

Warum ist das Buch aber gerade für alle jene, die auf dem Weg zur finanziellen Freiheit unterwegs sind, besonders interessant?

Bereits in einem vorherigen Artikel habe ich ausgeführt, dass es sinnvoll ist, ein Portfolio an passiven Einkommensquellen aufzubauen. Einerseits sind Einkommensquellen in verschiedenen Reifegraden (Aufbauphase vs. Nutzungsphase) und andererseits lassen sich schwankende Zahlungsströme am besten durch Diversifikation „stabilisieren“.

Ein selbst gegründetes Unternehmen kann zu genau solch einer passiven Einkommensquelle werden, wenn es denn richtig abhebt und nachhaltig Cashflows erzeugt. Ich würde dieses Unternehmen auch ganz bewusst als Cashflow-Quelle und nicht als Vehikel zum schnell Reichwerden verstehen wollen. Wer mit einem Unternehmen finanziell frei werden möchte, sollte nicht den schnellen Exit suchen, sondern die Schaffung stabiler Cash-Flows. Natürlich ist wie für jede systembasierte passive Einkommensquelle die Aufbauphase zu bewältigen, bevor in der Nutzungsphase entsprechender Nutzen und Cashflow erzielt werden kann.

Aber insbesondere in der Aufbauphase können die für das 4-Stunden Startup beschriebenen Mechanismen nützlich sein. Denn während die eigentliche Vollzeitbeschäftigung weiter besteht und so der Lebensunterhalt gesichert ist und auch das laufende Ansparen weiter gesichert ist, kann als Ergänzung ein 4-Stunden Startup ergänzt werden. Positiv ausgedrückt, kann so in überschüssigen 4 Stunden eine weitere passive Einkommensquelle aufgebaut werden. Negativ ausgedrückt, fügt ein Scheitern des Startups weder dem Hauptberuf noch dem eingeschlagenen Weg zur finanziellen Freiheit Schaden zu.

Dies steht allerdings im Widerspruch zu dem, was typischerweise Gründern nahe gelegt wird, nämlich mit vollem finanziellen und persönlichen Risiko am selbst gegründeten Startup zu arbeiten. Nur so würde sichergestellt werden, dass voller Fokus und Druck auf dem Erfolg der Geschäftsidee liegt und dieser quasi erzwungen wird. Felix Plötz sieht das insofern anders, als die Motivation für das nebenberufliche Startup sich wesentlich aus einer Passion bzw. einem Hobby speisen kann. Dies finde ich sehr nachvollziehbar und funktioniert sichtlich auch – gerne verweise ich hier auf das von meinem Bloggerkollegen dem Sparkojoten hochgezogenen Business, das sich gänzlich aus einem Hobby heraus entwickelt hat. Es scheint also auch entgegen der reinen Startup-Lehre zu funktionieren, was im Buch nahegelegt wird.

Doch wie steht Felix Plötz, Autor des 4-Stunden Startups, zum Thema finanzielle Freiheit?

Ich hatte in den letzten Wochen E-Mail-Kontakt mit Felix und habe ihm dabei auch einige Fragen zum Thema finanzielle Freiheit und Einkommensquellen gestellt. Die sehr aufschlussreichen Antworten, möchte ich gern wiedergeben, um meinen Lesern ein abgerundetes Bild zu geben.

Meine finanzielle Freiheit: Wie können 4-Stunden Startups helfen finanziell frei zu werden?

Felix Plötz: Ganz klar, wenn du dir ein erfolgreiches Business neben dem Job aufbaust, kann dich das sehr schnell finanziell unabhängig machen. Ich kenne sehr viele Gründer von 4-Stunden-Startups die bald ihre normalen Jobs gekündigt haben und mit ihrem eigenen Business extrem erfolgreich sind.

Meine finanzielle Freiheit: Bist Du selbst finanziell frei? Was bedeutet finanzielle Freiheit für Dich?

Felix Plötz: Ich habe bereits mehrere 4-Stunden-Startups gegründet und auch erfolgreich verkauft. Zuletzt den Social Influencer Verlag „Plötz & Betzholz“ über den ich auch im Buch kurz spreche. Insofern bin ich deutlich freier als noch zu meiner Zeit als normaler Angestellter. Finanzielle Freiheit bedeutet für mich keine besondere Summe, sondern vielmehr die Freiheit, sich seine Beschäftigung (weitestgehend) auszusuchen. Was ich jeden Tag mache, soll mir Spaß machen, ansonsten wäre meine Zeit verschwendet.

Meine finanzielle Freiheit: Auf welche Einkommensquellen setzt Du?

Felix Plötz: Ich verdiene durch Bucheinnahmen („Das 4-Stunden-Startup“ steht seit über 17 Monaten auf der Bestsellerliste), Vorträge und die Meilensteine, die wir gerade mit dem Verlag erreichen. 

Jetzt aber wieder zurück zur Rezension…

Insgesamt ist das 4-Stunden Startup sehr flüssig geschrieben und lässt sich mit seinen rd. 250 Seiten locker in einigen Tagen verdauen. Ich denke, dass es aber zwei Lesarten geben sollte: (i) lockere Lektüre zur Inspiration – so hatte ich das Buch gelesen; und (ii) zum Durcharbeiten bzw. fast auch als Checkliste bei der Gründung eines nebenberuflichen Startups. In diesem Fall geht es dann wirklich mehr um das Erarbeiten und Erkunden der einzelnen Aspekte eines eigenen Unternehmens. Ich denke, dass auch für die zweite Lesart genügend Anhaltspunkte enthalten sind, um es zu einem sehr hilfreichen Ratgeber zu machen. Natürlich werden in diesem Fall weitere Quellen hinzugezogen werden müssen.

Auffallend ist, dass Felix Plötz mit viel Enthusiasmus an das Entwickeln von 4-Stunden Startups herangeht, sodass der Enthusiasmus in der Tat ansteckend wirkt. Viele Fallbeispiele untermauern dies auch noch nachdrücklich. Ich glaube es fehlt an der ein oder anderen Stelle nur noch der Hinweis, dass Rückschläge, Misserfolge und Scheitern zum Startup einfach dazu gehören. Es könnten also auch Ratschläge und Hinweise enthalten sein, wie damit umzugehen ist. Z.B. finde ich es ein sehr sinnvolles Herangehen, dass das vermeintliche Scheitern der Geschäftsidee im frühen Stadium oft nur der Hinweis auf eine erforderliche Justierung ist.

Nichtsdestotrotz teile ich Felix Plötz Gedanken insbesondere in zwei, durchaus wesentlichen Punkten: Nämlich erstens, dass es sehr stark eine Frage des Mindsets ist, ob man nur träumt oder seine Träume in die Realität umsetzt. Denn in der Tat geht es darum, konkret Hand an zu legen und vom Träumer zum Macher zu werden – das betrifft die finanzielle Freiheit genauso wie die Startup-Welt. Zweitens, gibt der Autor einen schönen Ausblick in eine neue Gründerzeit in dem neue Chancen zu einem gesellschaftlichen Wandel führen. Ich fände das nicht nur sehr wünschenswert, sondern glaube fest dran, dass ein selbstverantwortliches Tätigwerden breiter Schichten der Bevölkerung zu einem nachhaltigen Ansteigen an Zufriedenheit und Eigenständigkeit (im Gegensatz zur Abhängigkeit von einem starken Staat) führen würde – eine weitere Parallele zwischen Unternehmertum und finanzieller Freiheit also!

Insgesamt gebe ich dem Buch daher fünf von fünf Sternen! Das habe ich bei meinen vorherigen Rezensionen nicht gemacht (Rezension „Der reichste Mann von Babylon“ und Rezension „So denken Millionäre“) und so reiht es sich in eine Reihe einiger weiterer „must read“-Bücher bei meinen Buchempfehlungen ein. Wenn ich Euer Interesse an diesem Buch wecken konnte, freue ich mich, wenn ihr es über diesen Link* kauft. Danke!

Habt ihr das Buch schon gelesen? Wie hat es Euch gefallen? Wir findet ihr den Ansatz der nebenberuflichen Selbständigkeit? Glaubt ihr, dass 4 Stunden tatsächlich für ein Unternehmen reichen werden? Ich würde mich über einen Gedankenaustausch in den Kommentaren sehr freuen!

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