Als ich begann diesen Blog zu schreiben, habe ich mir vorgenommen a) die Kontrolle bei finanziellen Angelegenheiten, b) Ansätze zum Sparen, c) die Entwicklung passiver Einkommensströme und d) Finanzinvestitionen zum Vermögensaufbau zu beleuchten. Bisher habe ich einiges zur Kontrolle über die finanziellen Angelegenheiten und über Ansätze zum Sparen geschrieben. Doch jetzt ist es Zeit für die Frage: „Sparst Du noch, oder investierst Du schon?“

Begriffsbestimmung

Auf einigen Blogs zu personal finance Themen war mir aufgefallen, dass es zu einem Verwaschen der Begriffe sparen und veranlagen kommt. Das ist nicht weiter verwunderlich, da auch der allgemeine Sprachgebrauch nicht scharf unterscheidet. Gemein hin hört man Aussagen wie „Sparen zahlt sich im derzeitigen Niedrigzinsumfeld gar nicht mehr aus“ oder man spricht von „Sparprodukten der Banken und Versicherungen“; besonders verwirrend ist auch der Begriff des „Sparplans“.

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Richtigerweise würde man die oben genannten Statements wie folgt umformulieren: „Investieren (auf Festgeldkonten oder in Staatsanleihen) zahlt sich im derzeitigen Niedrigzinsumfeld gar nicht mehr aus“ oder „Investment- oder Anlage-Produkte von Banken und Versicherungen“; der besagte „Sparplan“ wäre wohl besser als „Investitionsplan“ benamst.

Eine sinnvolle Veranschaulichung der genannten Begriffe ist, in einem Kreislauf mit drei unterschiedlichen Aktivitäten zu denken:

geld-verdienen-sparen-investierenDer Startpunkt des Kreislaufs ist das Geldverdienen. Dies wird in den allermeisten Fällen die hauptberufliche, selbständige oder unselbständige Tätigkeit sein. Es handelt sich also um eine aktive Einkommensquelle, bei welcher Zeit gegen Geld getauscht wird (mehr dazu in diesem Artikel). Der erste Schritt des Kreislaufs können allerdings auch passive Einkommensquellen sein.

Der nächste Schritt ist das Sparen oder in anderen Worten das Nicht-Ausgeben des verdienten Geldes. Die positive Differenz zwischen verdientem Geld und Ausgaben wird oft in Prozent des verdienten Geldes als Sparquote bezeichnet. Das Sparen an sich führt aber noch zu keinem weiteren Effekt, als dass es zum Ansparen eines Geldberges kommt.

Genau deshalb folgt der dritte Schritt, Investieren. Hier wird das gesparte Geld, ggf. nach dem Dotieren des Notfallfonds, gezielt investiert. Durch diese Investition in Finanzanlagen aller Art, werden passive Einkommensquellen geschaffen. Das bedeutet, dass die Finanzanlagen zu regelmäßigen Zahlungsströmen (Ausschüttungen, Dividenden, Zinsen) führen, die dann wieder auf den ersten Schritt des Kreislaufs einzahlen.

Durch das regelmäßige und systematische Wiederholen des Kreislaufs kann es zu einer schrittweisen Substitution der aktiven Einkommensquellen durch passive Einkommensquellen im Schritt 1 des Kreislaufs kommen. Sobald durch passive Einkommensquellen sämtliche Ausgaben abgedeckt werden können, kann von finanzieller Freiheit ausgegangen werden!

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Warum ist es sinnvoll zwischen Sparen und Investieren klar zu unterscheiden?

Die Unterscheidung zwischen Sparen und Investieren ist insbesondere deshalb sinnvoll und wichtig, weil sehr unterschiedliche Stoßrichtungen bzw. Ziele verfolgt werden. Beim Sparen wird einfach von den (aktiven oder passiven) Einkünften weniger ausgegeben. Investieren andererseits hat hingegen zum Ziel Vermögen aufzubauen und passive Einkommensquellen zu schaffen.

Im Ergebnis bedeutet das auch, dass eine sparsame Person nicht notwendigerweise auch eine vermögende oder gar finanziell freie Person werden wird. Erst das konsequente Aufbauen der passiven Einkommensquellen aus Finanzanlagen, wird dazu führen, dass ein ansehnliches Vermögen angesammelt wird bzw. finanzielle Freiheit aus diesem Vermögen erreichbar wird.

Ab wann ist es sinnvoll mit dem Investieren zu beginnen?

Bei dieser Frage gehen die Meinungen weit auseinander. Um die Extrempositionen abzustecken könnte man am einen Ende des Spektrums vom Investieren ab den ersten gesparten €20,- sprechen. Am anderen Ende stehen die Anforderungen diverser Privatbanken mindestens ein verfügbares Vermögen von € 1 Mio. mitzubringen, um investieren zu dürfen.

Ich denke, die Wahrheit liegt – wie so oft – dazwischen, allerdings wohl deutlich am unteren Ende 😉 Meine Empfehlung wäre, jedenfalls durch Sparen zuerst den Notfallfonds zu füllen, bevor investiert wird. Dies hat insbesondere den Zweck, auch bei einem finanziellen Engpass nicht in den oben beschriebenen Kreislauf eingreifen zu müssen. Sobald nämlich der Notfallfonds dotiert ist, kann zusätzlich Erspartes dann auch vollständig investiert werden und es nicht erforderlich, dass zusätzlich gespartes Geld auf Giro- oder Tagesgeldkonten brach liegt.

Beim nachfolgenden Investieren, sind aber keine großen Mindestbeträge erforderlich. Viele Sparpläne (=Investitionspläne!) in Fonds erlauben schon die Teilnahme ab €20 pro Monat. Auch sind bei den meisten Online-Brokern Mindestgebühren vernachlässigbar, weshalb auch Direktinvestitionen in Wertpapiere ab einigen Hundert Euro sinnvoll darstellbar sind.

Daher gilt in der Tat: Sparst Du noch oder investierst Du schon? Freue mich auf Ihre Reaktionen und Gedanken in den Kommentaren!

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7 Gedanken zu “Sparst Du noch, oder investierst Du schon?

  1. Hallo,

    Ich finde deine Unterscheidung klasse und auch notwendig um zu verstehen, das Geld sparen alleine nicht ausreicht!
    Aber genau wie du schon festhältst. Investieren ist in meinen Augen erst sinnvoll, wenn der Notfallfonds aufgefüllt ist. Das Aufbauen passiver Einkommensströme ist auch mein Ziel!

    Liebe Grüße
    Florian

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo,

    ich glaube ich habe damals schon ein wenig mit dem Investieren begonnen obwohl ich parallel noch meinen Notgroschen angespart habe.
    Der Weg bei mir war so grob:
    1. Einsparpotenziale aufspüren (was sind meine Ausgaben, wie kann ich sie senken?) und in kleinem Umfang: wie kann ich mehr Geld verdienen?
    2. Geld „sparen“, d.h. nicht fürs tägliche Leben benötigtes Geld als Notfallgroschen/Eiserne Reserve auf ein Tagesgeld-Konto parken
    3. Geld investieren: ETF Sparpläne anlegen und andere Investments tätigen

    Es war für mich in diesem Prozess erstaunlich zu sehen, welche Entwicklung meine Investionsleistung genommen hat. Anfangs konnte ich nur 5 oder 10% meines Gehaltes investieren und habe den Rest ausgegeben. Dann hat sich das kontinuierlich gesteigert so dass ich momentan 35% oder mehr meines Gehaltes investiere.

    Daneben „spare“ ich aber noch mehr, zum Beispiel lege ich regelmäßig Geld zur Seite für Urlaube. Dieses Geld wird aber ja beim Urlaub machen konsumiert. Also das ist vielleicht Sparen aber definitiv zählt das nicht in meine monatliche Investionsleistung hinein.
    Der Begriff „monatliche Sparquote“, der teilweise in Finanzszene verwendet wird, ist unscharf, eigentlich müsste man von der Investionsquote sprechen.

    Gefällt mir

    1. Hallo Julia,

      Danke für Deinen Kommentar!

      Die Parallelisierung des Befüllens des Notfallfonds und des Investieren würde ich nur empfehlen, wenn Du große Sicherheit hast, das auf absehbare Zeit keine unvorhergesehenen Ereignisse eintreten.

      Darüber hinaus sehe ich Sparen schon als „Einbahnstraße“, als dass ein Kapitalstock für passive Einkommensquellen aufgebaut wird, den ich nicht mehr angreifen möchte. Was Du als „Sparen für den Urlaub“ bezeichnest, würde ich eher als Bilden von Rücklagen bzw. das Glätten der monatlichen Ausgaben über das Jahr hinweg verstehen.

      Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg – Deine Sparquote klingt ja schon vielversprechend!
      FF

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